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Kulturkrieg um Star-Dirigent Gergijew: Ist es richtig, russische Künstler wegen Putins Krieg zu boykottieren?

Debatte - 03.03.2022 | 6 Perspektiven

Im Ukraine-Krieg wird nicht nur mit Waffen gekämpft. Neben der Schlacht mit Panzern, Rakten und Soldaten entwickelt sich auch zunehmend ein Informations- und Kulturkrieg. Eine kontroverse Debatte hat sich jetzt um den Umgang mit russischen Künstler:innen entsponnen. Besonders für Aufsehen sorgt derzeit der Fall des Star-Dirigenten Waleri Gergijew.

Gergijew wurde am Mittwoch als Chefdirigent der Münchner Philharmoniker entlassen, weil er sich weigert, kritisch zum Krieg in der Ukraine Stellung zu beziehen. Gergijew gilt als enger Vertrauter von Putin und hat in der Vergangenheit unter anderem auch dessen Wahlkampf unterstützt. Auch die russische Opernsängerin Anna Netrebko gerät zunehmend unter Druck, weil sie sich ebenfalls weigert, auf Distanz zu Putin zu gehen.

Der Deutsche Kulturrat hat nun davor gewarnt, russische Kunstschaffende wegen des Ukraine-Kriegs zu bedrängen. Geschäftsführer Olaf Zimmermann sagte dem MDR, ein Künstler müsse sich nicht dazu erklären, wie er zu Staatschef Putin stehe. Das verlange man von anderen Berufsgruppen auch nicht.

Der Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle Dresden, Christian Thielemann, geht sogar noch weiter und verteidigt Gergijew persönlich. Thielmann meint: Gergijew sei ein großartiger Dirigent, bei dem er selbst gern ins Konzert gehe. Wenn man Künstlerinnen wie Anna Netrebko und ihn nicht mehr hören könne, sei das sehr schade. Ist es dennoch richtig, Kunstschaffende wegen Putins Krieg zu boykottieren?

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