Debatte

„Ich brauche kein Völkerrecht“

Sind Trumps „Einflusssphären“ eine Gefahr für die globale Ordnung?

Debatte - 14.01.2026 | 5 Perspektiven

Spätestens seit dem Regimesturz in Venezuela Anfang Januar ist deutlich, dass die USA unter US-Präsident Donald Trump eine aggressive Außenpolitik betreiben. Dafür hat sich mittlerweile der Begriff der „Donroe-Doktrin“ eingebürgert, die sich auch in der neuen nationalen Sicherheitsstrategie der USA widerspiegelt.

Diese Doktrin betrachtet die als in sogenannten „Einflusssphären“ eingeteilt, wobei die USA ihre Vormachtstellung in der westlichen Hemisphäre – also Nord-, Mittel- und Südamerika – wiederherstellen wollen. Die Doktrin stellt ausdrücklich fest, dass Interventionen in die Eigenmächtigkeit und Souveränität anderer Nationen unter gewissen Voraussetzungen gerechtfertigt sind. Trump selbst hat gerade erst in einem viel beachteten Interview mit der NEW YORK TIMES betont, er habe nicht vor, Leuten zu schaden, er brauche aber kein Völkerrecht. Das Einzige, was ihn stoppen könne, seien seine eigenen moralischen Abwägungen und sein eigener Verstand. Die US-Regierung müsse sich zwar an Völkerrecht halten. Es komme dann aber immer auf die Definition an. Vor allem gehe es um die US-amerikanische Sicherheit.

In den Augen von Fachleuten kehrt mit Trumps Ansatz die Großmachtpolitik aus früheren Jahrhunderten in die Weltpolitik zurück – zu Lasten der regelbasierten Weltordnung, wie sie nach dem Zweiten Weltkrieg etabliert wurde. Angesichts dieser Umbrüche ist die Sorge groß. Daher stellen sich viele nun die Frage: Sind Trumps „Einflusssphären“ eine Gefahr für die globale Ordnung?

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