Debatte
„Gleichstellungspolitisch sinnvoll“
Sollte das Ehegattensplitting in seiner jetzigen Form abgeschafft werden?
Bei den Debatten über Steuerreformen in Deutschland wird immer wieder über das sogenannte Ehegattensplitting gesprochen. Dabei wird das Einkommen beider Ehepartner bie der Steuer zusammengezählt und dann halbiert. Dadurch erhalten vor allem Paare einen Vorteil, bei denen ein Partner deutlich mehr verdient als der andere.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) möchte das Ehegattensplitting in seiner jetzigen Form abschaffen. Sein Ziel ist es, mehr Menschen in Deutschland in Arbeit zu bringen und so die Wirtschaft zu stärken. Klingbeil plant stattdessen ein sogenanntes Realsplitting. Dabei sollen Paare einen bestimmten Freibetrag so untereinander aufteilen können, dass die Steuerlast möglichst günstig ausfällt. Am stärksten wären Paare betroffen, bei denen die Einkommen sehr unterschiedlich sind oder nur ein Partner verdient. Paare mit ähnlichen Einkommen hätten hingegen kaum Nachteile.
Der Deutsche Familienverband (DFV) lehnt die geplante Einführung des Realsplittings entschieden ab. Er glaubt, dass viele Familien dadurch strukturell benachteiligt würden. Die Ökonomin Katharina Wrohlich vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) sieht die Reform dagegen positiv. Sie erwartet, dass dann vor allem Frauen mehr Anreize haben, mehr zu arbeiten. Aus ihrer Sicht wäre eine solche Reform aus gleichstellungspolitischer Sicht sinnvoll. So stellt sich die Frage: Sollte das Ehegattensplitting in seiner jetzigen Form abgeschafft werden?
Die wichtigsten Perspektiven
Das solltest du wissen, damit du das Thema verstehst und an Diskussionen teilnehmen kannst.
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