„Klares Bekenntnis zu unserem Staat“
Sollte es bei Schulabschlüssen eine Hymnenpflicht geben?
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will in seinem Bundesland die Hymnenpflicht an Schulen rasch und noch in diesem Jahr umsetzen. Die Idee stammt ursprünglich von seiner Parteijugend und sieht vor, dass die Nationalhymne, die Europahymne und auch die Bayernhymne bei Schulabschlüssen verpflichtend gespielt oder gesungen werden sollten. Was bei Fußballspielen kein Problem sei, könne auch in der Schule nicht falsch sein, sagte Söder bei der Ankündigung der Pläne Mitte Januar.
Viele sehen das anders. Mit einer Hymnenpflicht, so warnen sie, werde Patriotismus an Schulen zur Pflicht. Der bayrische Landesschülersprecher für Fach- und Berufsoberschulen, Pascal Trimbuch, sagte der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG, „manche würden sich über die Idee mit den Hymnen freuen“, fügte aber hinzu: „aber nur auf freiwilliger Basis, denn Patriotismus darf man nicht erzwingen“. Die Schulabschlussfeier gehöre den Schüler:innen. Sie dürfe zu keiner Werbeveranstaltung verkommen. „Wir arbeiten hart für den Abschluss und machen das nicht für Deutschland oder für Bayern, sondern für uns“, betonte Trimbuch
Andere begrüßen Söders Vorstoß. Sie sehen in der Hymnenpflicht eine Möglichkeit, historisches Bewusstsein und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Der Vorsitzende der CSU-Landtagsfraktion, Klaus Holetschek, erklärte gegenüber dem BR, die Bayernhymne und auch die deutsche Nationalhymne seien „ein klares Bekenntnis zu unserem Staat, unserer Gesellschaft und unseren gemeinsamen demokratischen Werten“. Es gehe darum, ein identitätsstiftendes Zeichen für die Gemeinschaft zu setzen. „Langwierige Debatten und endlose Bedenken bringen uns hier nicht weiter“, sagte der CSU-Politiker.
Hat die CSU damit recht: Sollte es bei Schulabschlüssen eine Hymnenpflicht geben?