Debatte
Sollte man ChatGPT boykottieren?
ChatGPT ist für viele Menschen mittlerweile zu einem festen Bestandteil im Alltag geworden. Rund 900 Millionen Menschen nutzen den Chatbot des US-Forschungsunternehmens OpenAI. Doch eine Kampagne macht aktuell gegen ChatGPT Stimmung – und ruft die Nutzer:innen dazu auf, ihren Account zu deinstallieren.
Die Kampagne „QuitGPT“ stört sich vor allem an der Nähe von ChatGPT und anderer Tech-Firmen zur US-Regierung von Donald Trump. Dabei geht es nicht nur um Millionenspenden. Ende Februar hatte OpenAI-Chef Sam Altman eine Vereinbarung mit dem US-Verteidigungsministerium verkündet, um KI-Modelle in geheimen Militärnetzwerken einzusetzen. Auch bei der umstrittenen US-Einwanderungsbehörde ICE kommt ChatGPT zum Einsatz. Als Reaktion wandern Nutzer:innen jetzt massenhaft zum Chatbot Claude des Konkurrenzunternehmens Anthropic ab.
Auch hierzulande wird die Entwicklung aufmerksam verfolgt. Boykott-Aufrufe in der Tech-Branche hat es immer wieder gegeben, meist blieben sie ohne nachhaltigen Effekt. Doch diesmal gibt es erstmals leistungsfähige Alternativen. Die Wahl des KI-Assistenten ist damit nicht mehr nur eine technische, sondern auch eine politische Entscheidung. So stellt sich die Frage: Sollte man ChatGPT boykottieren?
Die wichtigsten Perspektiven
Hintergrund
Pro
Contra
WESTDEUTSCHER RUNDFUNK (WDR)
Jörg Schieb
THE GUARDIAN
Rutger Bregman
DAZED & CONFUSED
Thom Waite
SURPLUS
INDEPENDENT AUSTRALIA
Raffaele Ciriello