Debatte

Empörung nach Pavian-Tötung

Sollte man Zoos abschaffen, weil sie nicht mehr zeitgemäß sind?

Debatte - 06.08.2025 | 4 Perspektiven

Die Tötung von Pavianen im Nürnberger Zoo aus Platzgründen hat in der vergangenen Woche bundesweit für Empörung gesorgt. Auch die anschließende Verfütterung an die Löwen des Zoos steht in der Kritik. Diskutiert wird seither, ob es zulässig ist, dass man gesunde Zootiere aus solchen Gründen tötet. Für viele gibt die Diskussion aber wieder Anlass zu der größeren Debatte, ob man Zoos heutzutage nicht ganz abschaffen sollte.

Der Direktor des Kölner Zoos, Theo Pagel, hält Zoos nach wie vor für gesellschaftlich wichtig. Der TAGESSCHAU sagte er, dass der Artenschutz heute eine wesentliche Aufgabe wissenschaftlich geleiteter Zoos ist. „Und zwar auch in der Hinsicht, dass wir tatsächlich unsere Besucher aufklären und für den Natur- und Artenschutz gewinnen wollen.“ Sein Zoo unterstütze Artenschutzprojekte weltweit, vom Schutz der Wechselkröte vor der rheinischen Haustür bis zum Schutz von Reptilien und Amphibien in Vietnam. Rund zwei Millionen Euro habe der Kölner Zoo in den vergangenen Jahren für den Artenschutz gespendet.

Zodrow vom Artenschutzverein PRO WILDLIFE sagte hingegen im Gespräch mit DER ZEIT: „Der Zoo, wie wir ihn seit 150 Jahren kennen, ist nicht mehr zeitgemäß.“ In freier Wildbahn seien Tiere Teil eines komplexen Ökosystems. Zodrow führt ein Beispiel an: Elefanten legten bei der Nahrungssuche täglich bis zu 13 Kilometer zurück. Im Zoo wurden sie ein Leben lang auf der Fläche eines Drittels eines Fußballfeldes gehalten, in einer künstlichen Umgebung, fremdbestimmt vom Menschen. Dadurch entwickelten viele Tiere im Zoo Krankheiten oder Verhaltensstörungen, meinte Zodrow.

So stellt sich die Frage: Sollte man Zoos also abschaffen, weil sie nicht mehr zeitgemäß sind?

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