Debatte

Ordnungswidrigkeit statt Straftat

Sollten die Strafen für Schwarzfahren geringer ausfallen?

Debatte - 09.04.2026 | 5 Perspektiven

Wer in Bus oder Straßenbahn ohne Fahrschein erwischt wird, kann dafür eine Strafanzeige bekommen und – wenn man eine Strafe nicht bezahlen kann – sogar im Gefängnis landen. Viele halten das nicht für verhältnismäßig, denn damit ist auch viel Aufwand verbunden.

Jedes Jahr müssen sich Gerichte mit rund 150.000 Strafverfahren gegen Schwarzfahrer beschäftigen. Schätzungen zufolge entstehen dadurch jährlich Kosten von rund 200 Millionen Euro. Inzwischen verzichten viele Kommunen darauf, notorische Schwarzfahrer:innen juristisch zu verfolgen. Auch auf Bundesebene wird erneut eine sogenannte Entkriminalisierung von Schwarzfahrern diskutiert. Das bedeutet, dass Schwarzfahren zwar verboten bleibt, aber nicht mehr so hart bestraft wird.

Bundesjustizministerin (SPD) möchte das Delikt aus dem Strafgesetzbuch streichen. Sie argumentiert, dass man dadurch die Justiz entlasten könnte. Aus der CDU kommt Widerspruch. In den Augen des CDU-Bundestagsabgeordneten ergeben Kontrollen dann keinen Sinn mehr. Dann würden wieder mehr Passagiere ohne Tickets fahren und dadurch müsste man letztlich die Preise erhöhen. So ist eine alte Streitfrage neu entbrannt: Sollten die Strafen für Schwarzfahren geringer ausfallen?

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