DER TAG AUF EINEN BLICK

Guten Abend, im Wahlkampf stehen in diesen Tagen vermehrt die Kinder im Fokus. Nur anders, als man zunächst annehmen möchte. Denn es sind die Kinderreporter, die derzeit für Aufsehen sorgen – und für Aufregung. Erst vor einer Woche hatte sich AfD-Spitzenkandidat Tino Chrupalla im ZDF…

THEMA DES TAGES

(Bildquelle | Urheber: ProSieben-Mediathek | ProSieben | Screenshot)

Laschet-Interview in der Kritik: Medien diskutieren über „Instrumentalisierung“ von Kindern

16.09.2021 | 7 Perspektiven ZUM THEMA

DAS THEMA IN 30 SEKUNDEN

Der Einsatz von Kinderreportern im Wahlkampf sorgt derzeit für Diskussionen. Erst vor einer Woche hatte sich AfD-Spitzenkandidat Tino Chrupalla blamiert, als er zwar mehr deutsche Gedichte im Schulunterricht forderte, auf Nachhaken von LOGO!-Kinderreporter Alexander jedoch selbst keines nennen konnte. Aktuell steht der Unionskanzlerkandidat Armin Laschet…

7 PERSPEKTIVEN ZUM THEMA

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Laschet im Kinderkreuzverhör: So reagiert das Netz

Kinder fragen Laschet, das iPhone 13, ein Hahn und eine Ziege
16.09.2021 3 Minuten Deutsch
MEEDIA Jens Schröder
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DIE PERSPEKTIVE IN 30 SEKUNDEN

Besonders im Netz hat das Kinderinterview mit Unionskanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) vom Dienstagabend für Aufsehen gesorgt. In dem Format „Kinder fragen Kanzler:innen“ der PROSIEBEN-Show „Late Night Berlin“ war zuvor zwar auch der SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz interviewt worden. Allerdings stellt der  Datenanalyst Jens Schröder auf dem…

ANMERKUNG DER REDAKTION

Jens Schröder ist Journalist und Datenanalyst. Für den Branchendienst MEEDIA analysiert er Mediadaten von anderen Medien und schreibt den „trending“-Newsletter, der News aus der Medien- und Marketingbranche und Medienkolumnen bietet. Er hat in Göttingen Sozialwissenschaften studiert. Der Branchendienst MEEDIA besteht seit 2008. Im Februar 2019…
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Für die Instrumentalisierung der Kinder sollte man sich schämen

Von Nazis und Purzelbäumen
15.09.2021 3 Minuten Deutsch
CICERO Moritz Gathmann
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DIE PERSPEKTIVE IN 30 SEKUNDEN

Der Berliner CICERO-Ressortleiter Moritz Gathmann übt heftige Kritik an der Instrumentalisierung von Kindern im Wahlkampf. Zwar bezeichnet sich der mehrfache Vater selbst als Fan der Kindernachrichten LOGO, doch was sich ihm bei der TV-Sendung „Late Night Berlin“ geboten habe, hält er einfach nur noch für…

ANMERKUNG DER REDAKTION

Moritz Gathmann, geboren 1980, ist der Leiter des Ressorts Berliner Republik beim CICERO. Er hat Geschichte und Russistik studiert und danach ein Volontariat beim TAGESSPIEGEL absolviert. Danach ist er jahrelang Russland-Korrespondent für den SPIEGEL, die FAZ und den TAGESSPIEGEL gewesen. Für ZEIT-ONLINE war er während…
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Auch gegenüber der interviewten Person gibt es eine Verantwortung

Stellen Kinderreporter wirklich die besseren Fragen?
16.09.2021 4 Minuten Deutsch
DER SPIEGEL Marco Wedig
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DIE PERSPEKTIVE IN 30 SEKUNDEN

Marco Wedig hat als „Dein SPIEGEL“-Redakteur viele Kinderinterviews begleitet. Daher hält er es durchaus für legitim, wenn erwachsene Redakteure den Kinderreportern zur Seite stehen – etwa wenn die Kinderreporter zu schüchtern seien, um noch einmal nachzufragen. „Wir haben aber auch eine Verantwortung gegenüber der interviewten…

ANMERKUNG DER REDAKTION

Marco Wedig ist Redakteur beim SPIEGEL. Er hat Geschichte in Hamburg und Budapest studiert. Nach einer Ausbildung bei der Deutschen Journalistenschule ist er zunächst als Praktikant und freier Mitarbeiter zur TAZ. Von dort aus ging es als Praktikant zur SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG, ebenfalls als Praktikant zum…

Kinderreporter machen in diesem Wahlkampf eine bessere Figur als manche Triell-Moderatorin

Die Kinderfernsehfalle: Wie Laschet im Schülerinterview zum dünnhäutigen Grummelonkel wurde
15.09.2021 5 Minuten Deutsch
REDAKTIONSNETZWERK DEUTSCHLAND (RND) Imre Grimm
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DIE PERSPEKTIVE IN 30 SEKUNDEN

„Könnte es sein, dass Kinderreporter in diesem merkwürdigen Wahlkampf eine bessere Figur machen als so manche öffentlich-rechtliche Triell-Moderatorin?“, fragt Imre Grimm süffisant beim REDAKTIONSNETZWERK DEUTSCHLAND (RND). Und wirft ebenso die Frage auf, ob die berühmte Kinderfernsehfalle in den Wahlkampfzentralen noch immer weitgehend unbekannt sei. Denn…

ANMERKUNG DER REDAKTION

Imre Grimm ist Journalist, Kolumnist und Autor. Er war nach einem Volontariat als Redakteur und Leiter des Medienressort bei der HANNOVERSCHEN ALLGEMEINEN ZEITUNG tätig. Seit 2013 arbeitet er für das RND und leitet dort seit 2019 das Ressort Gesellschaft. 2016 ist er von dem MEDIUM…
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Kindergespräche zwingen Politiker:innen zu klaren Antworten

Cut the Bullshit!
15.09.2021 2 Minuten Deutsch
DEUTSCHLANDFUNK Samira El Ouassil
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DIE PERSPEKTIVE IN 30 SEKUNDEN

Für DEUTSCHLANDFUNK-Kolumnistin Samira El Ouassil haben Kinderinterviews einen entscheidenden Vorteil: „Denn in dieser sehr aufschlussreichen Interviewform gibt es nur einen Modus, im Gespräch mit den Kindern zurecht zu kommen: Cut the Bullshit!“ Dabei rekapituliert sie den Auftritt des Unionskanzlerkandidaten Armin Laschet (CDU) im Gespräch mit…

ANMERKUNG DER REDAKTION

Samira El Ouassil, geboren 1984, ist Schauspielerin und Autorin. Sie schreibt neben ihrer Kolumne „Wochenschau“ für ÜBERMEDIEN eine weitere Kolumne für SPIEGEL ONLINE und moderiert zusammen mit Christiane Stenger den philosophischen Podcast „Sag niemals Nietzsche“. Sie hat Kommunikationswissenschaften und Germanistik studiert und ist vor allem…

Das Laschet-Interview war alles andere als unfair

Verstehen Sie Spaß? – mit Pauline und Romeo
16.09.2021 5 Minuten Deutsch
MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK (MDR) Ralf Heimann
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DIE PERSPEKTIVE IN 30 SEKUNDEN

Der Journalist Ralf Heimann erläutert in seinem Artikel für den MDR, warum das Kinderinterview seiner Meinung nach nicht wirklich unfair gewesen sei – und journalistischen Mehrwert biete: Im Interview mit den Kindern habe Kanzlerkandidat Laschet einiges über sich offenbart. Laschet habe durch seine Art des…

ANMERKUNG DER REDAKTION

Ralf Heimann ist ein deutscher Journalist und seit 2020 Chefredakteur des lokaljournalistischen Online-Projekts RUMS: Das Projekt bietet Nachrichten in und rund um Münster an und soll eine Alternative zu aussterbenden oder monopolisierten Lokalzeitungen sein. Heimann hat Betriebswirtschaft, Politik, Philosophie und Volkswirtschaft studiert. Nach einem Volontariat…
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Wie wird man eigentlich Kinderreporter:in?

Kinderreporterin oder Kinderreporter werden
04.10.2019 2 Minuten Deutsch
ZDF
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DIE PERSPEKTIVE IN 30 SEKUNDEN

Zahlreiche Medienhäuser unterhalten mittlerweile eigene Kinderprogramme oder -Zeitungsseiten, bei denen auch die Jüngsten selbst aktiv werden. Für Aufsehen sorgte unlängst der LOGO!-Kinderreporter Alexander. Der hatte vor einer Woche den AfD-Kandidaten Tino Chrupalla nach seinem deutschen Lieblingsgedicht gefragt, nachdem der AfD-Mann gefordert hatte, dass in der…

ANMERKUNG DER REDAKTION

Wer den Artikel geschrieben hat, wird nicht namentlich benannt. Verantwortlich für den Inhalt zeigt sich das ZDF. ZDF.DE ist die Onlinepräsenz des öffentlich-rechtlichen ZWEITEN DEUTSCHEN FERNSEHENS (ZDF). Das ZDF ist eine der größten Sendeanstalten in Europa und hat ihren Sitz in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz.…

THEMA DES TAGES

(Bildquelle | Urheber: SPACEX / AFP | AFP | AFP-Lizenz)

Neue Ära des Weltraumtourismus: SpaceX schickt Touristen alleine ins All

16.09.2021 | 4 Perspektiven ZUM THEMA

DAS THEMA IN 30 SEKUNDEN

Zum ersten Mal sind in der vergangenen Nacht vier Zivilisten ohne professionelle Crew für eine dreitägige Mission ins All gestartet. Die Kosten der Mission „Inspiration 4″ werden auf 200 Millionen Euro geschätzt. Finanziert wird der Weltraum-Trip von dem Start-Up Milliardär Jared Isaacman. Mit ihm an…

4 PERSPEKTIVEN ZUM THEMA

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„Inspiration 4“ läutet eine neue Ära ein

Inspiration4: Why SpaceX’s first all-private mission is a big deal
15.09.2021 4 Minuten Englisch
TECHNOLOGY REVIEW Jonathan O'Callaghan
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DIE PERSPEKTIVE IN 30 SEKUNDEN

Der Journalist Jonathan O’Callaghan hält die Weltraummission „Inspiration 4“ für einen weiteren Meilenstein in der Revolution der Raumfahrt. In einem Beitrag für das Magazin des Massachusetts Institute of Technology TECHNOLOGY REVIEW erörtert er, warum sie uns dem Traum von einer Zukunft, in der ganz gewöhnliche…

ANMERKUNG DER REDAKTION

Jonathan O’Callaghan ist ein freier Journalist aus London, der sich hauptsächlich mit der Raumfahrt beschäftigt. Er hat Physik und Astrophysik an der University of Birmingham in den USA studiert. Danach hat er für das ALL ABOUT SPACE MAGAZINE geschrieben: ein US-amerikanisches Raumfahrt-Magazin. Nach knapp vier…

Die Euphorie für „Inspiration 4“ ist äußerst fragwürdig

Is SpaceX's Inspiration4 really an inspiration?
15.09.2021 2 MinutenM Englisch
THE WEEK Jeva Lange
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DIE PERSPEKTIVE IN 30 SEKUNDEN

Die Journalistin Jeva Lange betrachtet den Start der Weltraummission „Inspiration 4“ höchst kritisch. In einem Beitrag für THE WEEK vermutet sie geschickte Strategie hinter der Vermarktung des Allflugs und warnt ihre Leser:innen davor, darauf hereinzufallen. Entgegen dem Eindruck, den die „Inspiration 4“ als erste rein…

ANMERKUNG DER REDAKTION

Jeva Lange ist Journalistin bei THE WEEK. Dort ist sie für den Bereich Kultur zuständig. Ihre Texte erscheinen auch in anderen (Pop-)Kultur-Publikationen wie THE AWL, der VICE, dem GOTHAMIST und auch auf Nachrichtenseiten wie der NEW YORK DAILY NEWS. Lange hat an der renommierten New…
(Von SÜDWESTRUNDFUNK (SWR) zum Teilen des Artikels geteiltes Vorschaubild)

Ist Weltraumtourismus tatsächlich eine Chance für Mensch und Wissenschaft?

Chancen für Menschen und Wissenschaft?
15.09.2021 4 Minuten deutsch
SÜDWESTRUNDFUNK (SWR) Gerald Pinkenburg Volker Schmid
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DIE PERSPEKTIVE IN 30 SEKUNDEN

„Leben und Arbeiten im All – das wird zunehmen, sicherlich“ schätzt Volker Schmid vom Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt (DLR) im Interview mit Gerald Pinkenburg für den SWR die Entwicklung der Raumfahrt ein. Er betrachtet dabei auch Themen wie Umweltschutz, Recht und die Rolle,…

ANMERKUNG DER REDAKTION

Gerald Pinkenburg ist Redakteur und Moderator für den Hörfunk des SWR. Seine Laufbahn begann beim NDR, für den er zwei Jahre lang gearbeitet hat. Danach hat er unter anderem für den privaten Radiosender FFN, den HESSISCHEN RUNDFUNK und den WDR gearbeitet: hier moderierte er hauptsächlich…

Privatreise ins All: Was man über „Inspiration 4“ wissen muss

Vier Touristen, ganz allein im All
15.09.2021 8 Minuten Deutsch
DIE ZEIT Robert Gast
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DIE PERSPEKTIVE IN 30 SEKUNDEN

In einem Beitrag für die ZEIT beantwortet der Journalist Robert Gast die wichtigsten Fragen zu der Weltraummission „Inspiration 4“ der privaten Weltraumfirma von Elon Musk. Das Besondere an dieser sei nicht nur, dass zum ersten Mal überhaupt vier Menschen ins All fliegen, die keine ausgebildeten…

ANMERKUNG DER REDAKTION

Robert Gast ist Redakteur im Ressort Wissen bei der ZEIT. Er hat in Heidelberg Physik studiert und danach ein Volontariat in der Redaktion der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG absolviert. Danach hat er zunächst für die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG und später für acht Monate bei der NEUEN ZÜRCHER ZEITUNG…

DEBATTE DES TAGES

Sollte Deutschland bewaffnete Drohnen besitzen?

6 PERSPEKTIVEN ZUR DEBATTE

DIE DEBATTE IN 30 SEKUNDEN

Menschen töten Menschen mit dem Joystick – das klingt nach dystopischer Science-Fiction, ist tatsächlich aber schon Teil unserer Realität: Bewaffnete Drohnen kommen in immer mehr Konflikten zum Einsatz. Während die „Realisten“ darin eine unabwendbare Entwicklung sehen, der man sich aus pragmatischen Gründen anschließen müsse, lehnen…

PERSPEKTIVEN – 2 Positionen

PRO – 3 Perspektiven

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Die Soldat:innen der Bundeswehr müssen geschützt werden

Wie bewaffnete Drohnen Völkerrecht und Soldat*innen schützen können
01.12.2020 4 Minuten deutsch
VORWÄRTS Fritz Felgentreu
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DIE PERSPEKTIVE IN 30 SEKUNDEN

Für die Verteidigung von deutschen Soldat:innen auf Auslandseinsätzen könnten Kampfdrohnen einen wichtigen Beitrag leisten, meint der SPD-Politiker Fritz Felgentreu in der Parteizeitung VORWÄRTS. Die Bedenken, was den Einsatz angeht, seien zwar berechtigt, die Risiken ließen sich aber durch passende Regeln begrenzen. Es sei „der Albtraum…

ANMERKUNG DER REDAKTION

Fritz Felgentreu ist ein deutscher Politiker der SPD. 2013 und 2017 ist er über ein Direktmandat in den Bundestag gewählt worden. 2021 wird er nicht noch einmal kandidieren: aus privaten Gründen. Felgentreu hat Klassische Philologie, Slavistik und Psychologie an der Freien Universität Berlin studiert und…
(Von STERN zum Teilen des Artikels geteiltes Vorschaubild)

Die Ablehnung von Kampfdrohnen ist irrational

Bewaffnete Drohnen haben den Luftkrieg revolutioniert und das ist erst der Anfang
09.09.2021 10 Minuten deutsch
STERN Ulrike Franke Gernot Kramper
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DIE PERSPEKTIVE IN 30 SEKUNDEN

Die einseitige Ablehnung von Kampfdrohnen sei „irrational“, beklagt die Drohnenexpertin Ulrike Frank in einem Interview für den STERN. Der Einsatz der unbemannten Flugobjekte biete militärisch einige Vorteile gegenüber Kampfflugzeugen. Andere Waffensysteme seien aber viel verheerender. Während man sich in Deutschland bei der Diskussion über ein…

ANMERKUNG DER REDAKTION

Ulrike Franke ist Mitarbeiterin beim European Council on Foreign Relations; einer Denkfabrik, die Analysen zum Thema europäischer Außen- und Sicherheitspolitik erstellt. Sie hat in Paris Politikwissenschaften, Wirtschaft, Recht und Geschichte studiert, einen Master in Internationale Angelegenheiten in St. Gallen absolviert und einen Master in Paris…
(Bildquelle | Urheber: Digital Storm | SHUTTERSTOCK | Shutterstock Standard Lizenz)

Die Ablehnung von bewaffneten Drohnen ist nicht mehr zeitgemäß

„Das ist alles keine Science-Fiction mehr“ – Oberstleutnant Michael Karl über moderne Kriegsführung und neue Technologien
13.06.2021 8 Minuten deutsch
GIDS Michael Karl
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DIE PERSPEKTIVE IN 30 SEKUNDEN

Oberstleutnant Michael Karl spricht mit Victoria Eicker vom GERMAN INSTITUTE FOR DEFENCE AND STRATEGIC STUDIES über den Stellenwert von Drohnen in modernen Kriegsgefechten. Das „moderne Schlachtfeld hat sich grundlegend verändert“, stellt er fest. Deutschland müsse dabei versuchen, „wettbewerbsfähig“ zu bleiben. Die Diskussion, ob es bewaffnete…

ANMERKUNG DER REDAKTION

Michael Karl ist Oberstleutnant bei der Bundeswehr und wissenschaftlicher Mitarbeiter beim German Institute for Defense and Strategic Studies. Seine Schwerpunkte liegen in der modernen Kriegsführung und Militärgeschichte. Aktuell beschäftigt Karl sich unter anderem mit Bündis- und Sicherheitspolitik in Deutschland. Karl taucht als Experte zu Militärthemen…

CONTRA – 3 Perspektiven

(Von FRANKFURTER RUNDSCHAU (FR) zum Teilen des Artikels geteiltes Vorschaubild)

Kampfdrohnen können rechtlich nicht kontrolliert werden

Experte zu Bundeswehr: „Drohnen begünstigen die Ausweitung von Auslandseinsätzen“
10.02.2021 4 Minuten deutsch
FRANKFURTER RUNDSCHAU (FR) Karin Dalka Christian Marxsen
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DIE PERSPEKTIVE IN 30 SEKUNDEN

Kampfdrohnen würden die Hemmschwelle für Militäreinsätze senken und gleichzeitig das Risiko für „gravierende Rechtsverstöße“ erhöhen, gibt der Völkerrechtler Christian Marxsen in einem Interview für die FRANKFURTER RUNDSCHAU zu bedenken. Deutschland müsse dringend einen „starken Kontrapunkt“ gegen den Drohnen-Trend setzen. Die Bundeswehr sei bereits in der…

ANMERKUNG DER REDAKTION

Karin Dalka ist die stellvertretende Chefredakteurin der FRANKFURTER RUNDSCHAU. Sie hat Philosophie in München, Paris und Konstanz studiert. Danach hat sie ein Journalistik-Studium absolviert. Bei der FRANKFURTER RUNDSCHAU ist sie seit 1991: zunächst als Redakteurin, später als Ressortleiterin für Politik und seit April 2020 als…
(Von DER FREITAG zum Teilen des Artikels geteiltes Vorschaubild)

Bewaffnete Drohnen sind Angriffswaffen – mit Verteidigung haben sie nichts zu tun

Treffen und töten
01.12.2021 4 Minuten deutsch
DER FREITAG Hans-Georg Ehrhart
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DIE PERSPEKTIVE IN 30 SEKUNDEN

Die Legitimation für die Zulassung von Kampfdrohnen sei „gegenstandslos“, kritisiert Hans-Georg Ehrhart im FREITAG. Die Drohnen dienten nicht der Verteidigung, sondern seien Angriffswaffen gegen unterlegene Gegner. Dabei verursachten die Waffensysteme große Kollateralschäden. Drohnen würden zumeist in Fällen eingesetzt, in denen keine unmittelbare Bedrohung vorliege. Mehr…

ANMERKUNG DER REDAKTION

Hans-Georg Ehrhart ist seit 2018 leitender wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg. Er hat Politische Wissenschaften, Soziologie und Philosophie in Bonn studiert. Danach hat er für mehrere Forschungsinstitute gearbeitet: darunter auch die Studiengruppe Sicherheit und Abrüstung des Forschungsinstituts der…
(Von TELEPOLIS zum Teilen des Artikels geteiltes Vorschaubild)

Kampfdrohnen erhöhen das Risiko für deutsche Soldat:innen

KI-Forscher: Bewaffnete Drohnen öffnen ein gefährliches Einfallstor für autonome Waffen
15.12.2020 7 Minuten deutsch
TELEPOLIS Peter Förster Jakob Foerster Harald Neuber
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DIE PERSPEKTIVE IN 30 SEKUNDEN

In einem Doppel-Interview auf TELEPOLIS äußern der SPD-Friedensaktivist Peter Förster und der KI-Experte Jakob Foerster harte Kritik an Kampfdrohnen: Sie würden das Risiko für deutsche Soldatinnen und Soldaten nicht mindern, sondern vielmehr erhöhen. Außerdem öffneten sie „ein gefährliches Einfallstor für autonome Waffen“. Anders als namhafte…

ANMERKUNG DER REDAKTION

Peter Förster ist ein Friedensaktivist aus Köln. Er hat unter anderem auf einer Tagung des Netzwerks Friedenskooperative gesprochen: ein Verein, der sich für Friedenspolitik und beispielsweise gegen Atomwaffen einsetzt. Peter Förster hat sich gegen eine Nutzung von wissenschaftlichen Erkenntnissen, die an deutschen Universitäten gewonnen wurden,…

DEBATTE DES TAGES

🗳 Sollten wir Russland in sicherheitspolitischen Fragen stärker mit einbeziehen?

10 PERSPEKTIVEN ZUR DEBATTE

DIE DEBATTE IN 30 SEKUNDEN

Mutmaßliche Giftanschläge auf Oppositionelle, Truppenaufmärsche gegenüber Nachbarstaaten und Cyberattacken gegen den deutschen Bundestag – Russland sorgte nicht erst in den letzten Monaten für besorgniserregende Schlagzeilen hierzulande. Daher fahren Deutschland und die EU einen eher distanzierten Russlandkurs. Wir verhängen wirtschaftliche Sanktionen, weisen Diplomat:innen aus, und führen heftige Debatten über das nahezu fertiggestellte russisch-deutsche Pipelineprojekt Nord Stream 2. Vorsichtig ausgedrückt könnte man sagen: Es kriselt in der Beziehung zwischen der EU und Russland.

Dabei sehen viele die russisch-europäische Beziehung als entscheidend für einen anhaltenden europäischen Frieden. Man müsse sich Russland wieder annähern, wenn man etwa eine Eskalation in der Ostukraine verhindern wolle, so die Argumentation. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borell wünscht sich eine „erneuerte Partnerschaft, die uns erlauben würde, das volle Potenzial einer engen Beziehung zu Russland auszuschöpfen“. Und auch der russische Präsident Wladimir Putin sprach sich in seinem aufsehenerregenden Gastbeitrag für DIE ZEIT für eine „Wiederherstellung einer umfassenden Partnerschaft zu Europa“ aus. Wie man künftig mit Russland umgeht, wird eine der zentralsten und zugleich heikelsten außenpolitischen Fragen nicht nur für die EU sondern auch für die nächste Bundesregierung sein.

Doch welche Pläne haben die deutschen Parteien dafür? Und welche davon sollten Sie wählen, wenn Sie eine harte oder auch eine ausgestreckte Hand gegenüber dem Kreml für richtig halten?

PERSPEKTIVEN – 2 Positionen

ARGUMENTE AUS DEN MEDIEN – 4 Perspektiven

(Von FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG (FAZ) zum Teilen des Artikels geteiltes Vorschaubild)

Wir müssen mit Putin reden – aus eigenem Interesse

DIE PERSPEKTIVE IN 30 SEKUNDEN

Die Europäische Union soll sich wieder mit Wladimir Putin treffen und mit ihm reden, findet Außenpolitikredakteur Nikolas Busse in FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG (FAZ). Denn Außenpolitik sei „zum gar nicht geringen Teil ein kommunikatives Geschäft“.

Die EU sollte also dem Beispiel des US-amerikanischen Präsidenten Joe Biden folgen, so Busse. Denn auch dieser habe sich mit dem russischen Staatsoberhaupt getroffen. Dabei sei zwar „nicht viel herausgekommen, aber immerhin dürften beide jetzt genauer wissen, wo der jeweils andere steht“, schreibt er. Und das sei auch für die EU wichtig. Denn nur so könne man etwa den Sorgen der osteuropäischen Staaten begegnen: Indem man deren Sicherheit und Wohlergehen als „Interesse der EU“ gegenüber Russland betont.

Dabei müsse es bei diesen Treffen nicht um Freundschaft oder Vertrauen gehen, beschwichtigt Busse. Es stehe vielmehr „das eigene Interesse und die Überprüfung des eigenen Interesses“ im Mittelpunkt. Darin liege auch die „Kunst des diplomatischen Gespräches“: Herauszufinden, wo die Interessen zwischen EU und Russland übereinstimmen und in diesen Feldern versuchen, zusammenzuarbeiten, erklärt der Redakteur.

ANMERKUNG DER REDAKTION

Nikolas Busse ist ein deutscher Journalist und Redakteur im Politikressort der FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG (FAZ). Der studierte Politikwissenschaftler hat über Sicherheitspolitik in Südostasien promoviert und unter anderem für die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG und die BERLINER ZEITUNG gearbeitet. Für die FAZ war er außerdem Korrespondent in Brüssel. Heute berichtet er für die Zeitung hauptsächlich über Außenpolitik.

Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG (FAZ) ist eine deutsche überregionale Tageszeitung. Sie ist 1949 gegründet worden und wird zu den deutschen Leitmedien gezählt. Dies sind Medien, die einen besonderen Einfluss auf die öffentliche Meinung und auf andere Massenmedien ausüben. Laut Eigenangabe steht sie „für den Erhalt und die Stärkung der demokratischen Ordnung und der Sozialen Marktwirtschaft in Deutschland“. Die FAZ gilt als liberal-konservatives Blatt. THE EUROPEAN schreibt über die „drei Gesichter“ der FAZ: Sie habe einen eher konservativen, staatstragenden Politikteil, ein linksliberales Feuilleton und einen liberalen Wirtschaftsteil. Die verkaufte Auflage der Zeitung lag zusammen mit der FRANKFURTER ALLGEMEINEN SONNTAGSZEITUNG im dritten Quartal 2021 bei etwa 399.000 Exemplaren. Laut der Arbeitsgemeinschaft Online-Forschung (AGOF) hatte der Webauftritt der FAZ, FAZ.NET, im August 2021 rund 16 Millionen Besucher:innen zu verzeichnen.

Ein Dialog mit Russland wird nicht funktionieren

Zeit für eine neue Russland-Politik
25.06.2021 5 Minuten deutsch
INTERNATIONALE POLITIK Kristi Raik
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DIE PERSPEKTIVE IN 30 SEKUNDEN

Dass ein sinnvoller Dialog zwischen EU und Russland gelingen könne, sei ein „fast fanatischer Glaube“ Berlins, kritisiert die estländische Politikwissenschaftlerin Kristi Raik in INTERNATIONALE POLITIK. Davon müsse die Bundesregierung ablassen.

Sie argumentiert: ein politischer Dialog sei nur dann erfolgreich, wenn er als „Instrument zur Erreichung außenpolitischer Ziele” verstanden werde. Ziel des deutsch-russischen Dialogs seien jedoch „freundschaftliche Beziehungen zu Moskau“. Und genau dabei handele es sich um eine Illusion. Denn die Meinungsverschiedenheiten zwischen Russland und dem Westen über die europäische und internationale Sicherheitsordnung seien „grundlegender Natur und nicht nur ein vorübergehendes Phänomen“, warnt die Politologin.

So hege Russland eine grundsätzliche Feindseligkeit gegenüber der liberalen Demokratie und rechtsstaatlichen Prinzipien. Präsident Putin wolle seine „Einflusssphäre weiter ausbauen und verhindern, dass die Ukraine sich als funktionsfähige Demokratie in Europa integriert“, meint Raik. Russlands Wahrnehmung der Welt passe daher einfach nicht zu den Prinzipien „des freundschaftlichen Engagements“. Ein freundschaftlicher Dialog zwischen Deutschland und Russland sei daher nicht zielführend.

ANMERKUNG DER REDAKTION

Dr. Kristi Raik ist eine estnische Wissenschaftlerin und Politikerin. Seit Februar 2018 ist sie Direktorin des estnischen Instituts für Außenpolitik am ICDS (Internationalen Zentrum für Verteidigung und Sicherheit). Außerdem ist sie Ratsmitglied des Europäischen Rates für auswärtige Beziehungen und Professorin an der Universität Turku. Raik gehört der Sozialdemokratischen Partei Estlands an.

 

INTERNATIONALE POLITIK (IP) ist eine von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik herausgegebene Fachzeitschrift über Internationale Beziehungen. Die Zeitschrift erscheint seit 1995 und beschäftigt sich mit Fragen deutscher und europäischer Politik, Russland, den transatlantischen Beziehungen und Sicherheitsthemen. Sie erscheint alle zwei Monate und hat mit der BERLIN POLICY JOURNAL einen englischsprachige Ableger.

Strategieberaterin: „Das Russland-Bashing ist völlig irrational“

»Ein irrationales Russland-Bashing«
23.06.2021 3 Minuten deutsch
ND (NEUES DEUTSCHLAND) Uwe Sattler Petra Erler
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DIE PERSPEKTIVE IN 30 SEKUNDEN

„Wir wissen, dass kein großes politisches Problem auf dieser Welt ohne Russland lösbar ist“, bekräftigt die Strategieberaterin und ehemalige DDR-Politikerin Petra Erler im Gespräch mit NEUES DEUTSCHLAND. Nicht nur deswegen habe die EU ein „objektives Interesse“ an einer guten Beziehung zu Russland.

Die Europäische Union habe außerdem „über 2200 Kilometer Grenze mit Russland“, sie sei Russlands „Haupthandelspartner“ und „maßgeblicher Investor“, zählt die EU-Expertin auf. Und daraus ergeben sich auch gemeinsame Interessen, findet sie. Die EU solle ihr Verhältnis zu Moskau daher so gestalten, dass „das Gemeinsame die künftigen politischen Beziehungen bestimmt und die Vernunft regiert“.

Die vergangene Russlandpolitik der EU jedoch sei in die falsche Richtung gegangen. Erler erinnere sich „noch sehr gut, dass es zwischen der Europäischen Union und Russland seit 2011 keinen Dialog über die Politik gegenüber der Ukraine gab“. Aufgrund dieses fehlenden Dialogs sei die Ukraine schließlich zur „Sollbruchstelle der EU-Russland-Beziehungen“ geworden.

ANMERKUNG DER REDAKTION

Uwe Sattler ist Herausgeber des Blogs DIE-ZUKUNFT.EU und Teil der Redaktionsleitung von ND. Sattler hat Internationale Beziehungen studiert und war lange bei der EU tätig. Hier war er Korrespondent für die JUNGE WELT und leistete Pressearbeit für die Europäische Kommission und für den Europaabgeordneten André Brie. 2006 ist er ins ND-Auslandsressort gewechselt und seit 2012 für das ND-Redaktionsmanagement zuständig.

Petra Erler ist ehemalige DDR-Politikerin und war nach der Wende Staatssekretärin für Europafragen in der letzten DDR-Regierung. In Ost-Berlin hat sie Wirtschaftswissenschaften mit dem Schwerpunkt Außenhandel studiert und später arbeitete sie als wissenschaftliche Assistentin am Institut für Internationale Beziehungen in Potsdam, wo sie 1987 promovierte. Erler hat unteranderem in der Europäischen Kommission als Kabinettschefin des EU-Kommissars Günter Verheugen gearbeitet. Mittlerweile ist sie Geschäftsführerin der Strategieberatungsfirma The European Experience Company.

ND (ehemals NEUES DEUTSCHLAND) ist eine überregionale Tageszeitung, die einen „Journalismus von links“ vertreten möchte. Im dritten Quartal 2021 hat die verkaufte Auflage des NEUEN DEUTSCHLAND bei rund 17.000 Exemplaren gelegen. Zu DDR-Zeiten war sie das publizistische Zentralorgan der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) und gehörte nach der Wende der Partei PDS. Deren Nachfolgepartei DIE LINKE besitzt auch heute noch 50 Prozent der Anteile an der Zeitung, plant aber, sich Ende 2021 zurückziehen. Wie DIE ZEIT und NDR berichten, steht eine Neuaufstellung als Genossenschaft im Raum. Die Gewerkschaft ver.di kritisiert die ungeklärte berufliche Zukunft der rund 100 Beschäftigten. ND beschreibt sich selbst als Tageszeitung, „die mit linkem Ideengut über den Tellerrand des journalistischen Alltags hinausdenkt“. Die Konrad-Adenauer-Stiftung bescheinigt der Zeitung eine einseitige Berichterstattung: Marktwirtschaft sei „Kapitalismus“, westliche Außenpolitik „Imperialismus“. Außerdem sei ND DDR-nostalgisch.

(Von FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG (FAZ) zum Teilen des Artikels geteiltes Vorschaubild)

Russland hat kein echtes Interesse an einem Dialog

DIE PERSPEKTIVE IN 30 SEKUNDEN

Angesichts neuerer politischer Entwicklungen sollen Deutschland und EU am Dialog mit Russland nicht mehr festhalten, kommentiert der freie Autor Nikolai Klimeniouk in der FAZ. Wer mit Russland in Dialog treten wolle, müsse „sich fügen, nicht widersprechen, brav sein“, kritisiert er.

Der russische Präsident Wladimir Putin habe den Bogen endgültig überspannt, als er kürzlich drei deutsche Nichtregierungsorganisationen (NGOs) als „unerwünschte Organisationen“ in Russland kriminalisierte. Die drei Organisationen waren zuvor an der Arbeit des „Petersburger Dialogs“ beteiligt, einem diplomatischen Forum zwischen russischen und deutschen Vertreter:innen, das vom ehemaligen deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder und Putin persönlich ins Leben gerufen wurde.

Daran habe ihnen der russische Präsident nun jedoch die Teilnahme verboten und versuche außerdem, die übrigen deutschen Vertreter:innen des Forums gegeneinander auszuspielen, so Klimeniouk. „Der Kreml will nicht nur bestimmen, worüber man redet, sondern auch, mit wem“, fasst er die Lage zusammen. An einem wirklichen Dialog sei die russische Führung nicht interessiert. „Der einzige Gesprächsfaden, den der Kreml will, ist eine kurze Leine“, kritisiert der Redakteur.

ANMERKUNG DER REDAKTION

Nikolai Klimeniouk, geboren 1970 in Sewastopol auf der Krim, ist freier Redakteur. In Berlin hat er Anglistik, Amerikanistik Theaterwissenschaft und Slawistik studiert. Nach dem Studium war er unteranderem Redakteur beim russischen Magazin FORBES RUSSIA, bei Moskaus Stadtmagazin BOLSCHOJ GOROD und beim regierungskritischen Online-Magazin PUBLICPOST.RU. Seit 2014 schreibt er regelmäßig für die FRANKFURTER ALLGEMEINE und die ZÜRICHER ZEITUNG. Außerdem arbeitet er seit 2019 als Projektleiter für die Initiative Quorum, ein Projekt des Europäischen Austausch, das sich an die russischsprachigen Wähler:Innen in Deutschland richtet

Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG (FAZ) ist eine deutsche überregionale Tageszeitung. Sie ist 1949 gegründet worden und wird zu den deutschen Leitmedien gezählt. Dies sind Medien, die einen besonderen Einfluss auf die öffentliche Meinung und auf andere Massenmedien ausüben. Laut Eigenangabe steht sie „für den Erhalt und die Stärkung der demokratischen Ordnung und der Sozialen Marktwirtschaft in Deutschland“. Die FAZ gilt als liberal-konservatives Blatt. THE EUROPEAN schreibt über die „drei Gesichter“ der FAZ: Sie habe einen eher konservativen, staatstragenden Politikteil, ein linksliberales Feuilleton und einen liberalen Wirtschaftsteil. Die verkaufte Auflage der Zeitung lag zusammen mit der FRANKFURTER ALLGEMEINEN SONNTAGSZEITUNG im dritten Quartal 2021 bei etwa 399.000 Exemplaren. Laut der Arbeitsgemeinschaft Online-Forschung (AGOF) hatte der Webauftritt der FAZ, FAZ.NET, im August 2021 rund 16 Millionen Besucher:innen zu verzeichnen.

DIE POSITIONEN DER PARTEIEN – 6 Perspektiven

„Russland konstruktiv und entschlossen begegnen”

Wahlprogramm der CDU/CSU
21.06.2021 4 Stunden deutsch
CDU/CSU
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DIE PERSPEKTIVE IN 30 SEKUNDEN

Wenn Sie Europa durch Russland bedroht sehen und finden, dass die EU deswegen auf Abschreckung gegenüber Russland setzen sollte, ist die Union die passende Wahl für Sie. Denn die spricht sich in ihrem Wahlprogramm für einen harten Kurs gegenüber Russland aus. Die EU soll ihre Wirtschaftssanktionen fortführen und „glaubhafte Abschreckung und Resilienz“ im Umgang mit Russland an den Tag legen, fordert die Union.

In Sicherheitsfragen setzen die Konservativen also eher auf Konfrontation als auf Dialog. Beim Klimaschutz wollen sie allerdings, ähnlich den Grünen, auf eine Zusammenarbeit mit Russland setzen. Denn der weltweite Klimaschutz sei „ohne Russland nicht wirkungsvoll“, heißt es im Parteiprogramm. Und auch „wirtschaftliche Zusammenarbeit im allseitigen Interesse“ soll es mit der Union geben.

„Mit Russland gemeinsame Fortschritte erreichen“

Wahlprogramm der SPD
09.05.2021 3 Stunden deutsch
SPD
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DIE PERSPEKTIVE IN 30 SEKUNDEN

Wenn Sie die Politik des Kremls durchaus kritisch sehen, aber finden, dass eine sinnvolle europäischen Friedenspolitik nicht ohne Russlands funktionieren kann, könnte die SPD die richtige Wahl für Sie sein. Denn für die Sozialdemokrat:innen sei es „im deutschen und europäischen Interesse“, mit Russland in sicherheits- und klimapolitischen Fragen zusammenzuarbeiten, so das Wahlprogramm.

Die SPD äußert jedoch auch grundsätzliche Kritik an Russland. Das Land breche „regelmäßig internationales Recht und belastet damit die Beziehungen zu seinen Nachbarn“. Als Beispiel nennt die SPD etwa die „völkerrechtswidrige Annexion der Krim“ oder „Cyberangriffe auf den deutschen Bundestag“. Trotzdem ist die SPD überzeugt: Ein friedliches Zusammenleben in Europa könne es „nicht gegen, sondern nur mit Russland geben“. Die Partei wolle daher vor allem die zivilgesellschaftlichen Kontakte zwischen der EU und Russland stärken. So will sie etwa Visaerleichterungen und den „Austausch junger Menschen“ fördern.

„Für den Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen zu Russland“

Wahlprogramm der AfD
20.05.2021 2 Stunden deutsch
AFD
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DIE PERSPEKTIVE IN 30 SEKUNDEN

Wenn Sie für ein bedingungsloses Ende der EU-Sanktionen gegenüber Russland sind und finden, dass man sich Russland wirtschaftlich und politisch annähern sollte, vertritt die AfD ihre Position. Denn die sieht eine „Entspannung im Verhältnis zu Russland“ als „Voraussetzung für einen dauerhaften Frieden in Europa“, wie sie in ihrem Wahlprogramm klarstellt. Daher wolle man sicherheitspolitisch mit Russland kooperieren.

Zu diesem Zweck fordert die AfD „regelmäßige Gespräche“ zwischen NATO und Russland. Außerdem sei die „Fertigstellung und Inbetriebnahme der Gasleitung Nord Stream 2“, die Erdgas von Russland direkt nach Deutschland transportieren soll, unverzichtbar, heißt es im Wahlprogramm. Die AfD steht damit für den Russland-freundlichsten Kurs in der deutschen Parteienlandschaft.

„Die Gesprächskanäle offenhalten”

Wahlprogramm der FDP
16.05.2021 3 Stunden deutsch
FDP
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DIE PERSPEKTIVE IN 30 SEKUNDEN

Wenn Sie die „autoritäre Entwicklung“ der russischen Politik zwar kritisch sehen, aber finden, dass die EU wirtschaftlich und in Sicherheitsfragen mit Russland näher zusammenarbeiten sollte, ist die FDP die richtige Wahl für Sie. Die Liberalen äußern sich in ihrem Wahlprogramm abwägend gegenüber Russland. Einerseits befürworten sie die EU-Wirtschaftssanktionen gegen Russland. Andererseits betonen sie, dass Russland „Deutschland und Europa menschlich, kulturell und wirtschaftlich eng verbunden“ beibe. Daher müsse Vertrauen wiederaufgebaut und Gesprächskanäle offengehalten werden, betont die Partei.

Die FDP will Russland also wieder „an den Verhandlungstisch“ holen. Ziel davon sei es vor allem, „atomare Aufrüstungsspiralen“ zu beenden, schreibt die Partei. Außerdem wollen sich die Liberalen für Visumerleichterungen einsetzen, damit Russ:innen künftig leichter in die EU reisen und auch hier arbeiten können. Im gleichen Absatz warnen sie jedoch, dass die EU über die „gefährliche Entwicklung“ der russischen Politik nicht verharmlosend hinwegsehen dürfe. Als Beispiel für diese Entwicklung nennt die FDP die Ermordung Oppositioneller oder die „systematische Einschränkung der Pressefreiheit“.

„Eine Politik der Entspannung gegenüber Russland“

Wahlprogramm der Linken
20.07.2021 4 Stunden deutsch
DIE LINKE
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DIE PERSPEKTIVE IN 30 SEKUNDEN

Wenn Sie finden, dass EU und Deutschland eine entspanntere Außenpolitik gegenüber Russland an den Tag legen sollten, könnte die Linke die richtige Wahl für Sie sein. Denn die äußert sich in ihrem Wahlprogramm Russland-freundlicher als die meisten anderen Parteien.

Dass Russland in den Strategiepapieren von NATO und EU „als Feindbild beschrieben“ werde, lehnt die Partei dort ab. Aktuell riskiere eine konfrontative westliche Russlandpolitik „in einen neuen Kalten Krieg zu eskalieren“, so das Programm. In diesem Zusammenhang weist die Partei etwa darauf hin, dass die Militärausgaben der NATO deutlich höher seien als die Militärausgaben Russlands. Daher fordert die Linke „Auflösung der NATO”. Das westliche Militärbündnis solle durch ein gemeinsames „Sicherheitssystem” mit Russland ersetzt werden. Und dieses Sicherheitssystem soll dann vor allem für Abrüstung sorgen, heißt es im Wahlprogramm.

„Es braucht einen konstruktiven Klima-Dialog mit Russland“

Wahlprogramm der Grünen
13.06.2021 4 Stunden deutsch
DIE GRÜNEN
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DIE PERSPEKTIVE IN 30 SEKUNDEN

Wenn Sie die wirtschaftlichen Sanktionen gegenüber Russland gut finden, jedoch der Meinung sind, dass die EU in Klima-Fragen mit Russland zusammenarbeiten müsse, ist Ihre Stimme bei den Grünen gut aufgehoben. Denn die setzen sich laut Wahlprogramm für einen „konstruktiven Klima-Dialog“ mit Russland ein. Die Grünen wollen in Sachen Umweltschutz weltweit radikal umsteuern. Und das sei ohne Russland unmöglich, betonen sie im Wahlprogramm. In Sicherheitsfragen fordert die Partei jedoch keine Einbindung Russlands.

Gleichzeitig weist die Partei auf eine erstarkenden „Demokratiebewegung“ in Russland hin, die sich gegen die russische Regierung und für Menschenrechte, Demokratie und sexuelle Selbstbestimmung einsetze. Mit dieser Demokratiebewegung wollen die Grünen den Austausch „intensivieren“, heißt es im Wahlprogramm. Das Pipeline-Projekt Nord Stream 2, das russisches Erdgas direkt nach Deutschland transportieren soll, betrachten die Grünen als klimaschädlich. Es „muss daher gestoppt werden“, fordert die Partei.