Perspektive
zur Debatte vom 03. November 2025
Sollte Deutschland Rückführungen nach Syrien vorantreiben? Contra
Abschiebungen nach Syrien sind derzeit kaum möglich
Die Perspektive in 30 Sekunden
„Wadephul nimmt die Realität vor Ort endlich zur Kenntnis“, meint Sina-Maria Schweikle. Die Berlin-Korrespondentin der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG (SZ) ist der Ansicht, dass „Abschiebungen im großen Stil die ohnehin explosive Lage in Syrien weiter verschärfen könnten“.
Schweikle erinnert daran, dass der Frieden in Syrien mehr als wackelig ist. „Jeder Tag, an dem die Gewalt nicht wieder explodiert, ist ein guter Tag“, so die Redakteurin. Der Sturz des Diktators Baschar al-Assad vor gut einem Jahr ändert ihr zufolge nichts an der ungewissen und unsicheren Lage im Land. „Dennoch propagieren Teile der deutschen Regierung die Rückführung syrischer Geflüchteter“, so Schweikle.
Laut Schweikle verkennt man die Realität, indem man Menschen in solch ein zerstörtes und gefährliches Land zurückschickt. Für sie steht fest: Durch Rückführungen würde Deutschland „seine humanitäre Verantwortung verraten und zugleich den fragilen Wiederaufbau in Syrien gefährden“.
Anmerkung der Redaktion
Sina-Maria Schweikle ist Korrespondentin im Berliner Parlamentsbüro für die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG. Sie schreibt schwerpunktmäßig über die Verteidigungs- und die Familienpolitik. Sie hat für die DEUTSCHE WELLE und andere Medien geschrieben. Zuvor hat sie für eine politische Stiftung im Libanon gearbeitet. Schweikle hat Kommunikationswissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität studiert.
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG (SZ) ist eine überregionale Tageszeitung aus München und gilt als eines der deutschen Leitmedien. Sie erscheint seit 1945 als Nachfolgerin der MÜNCHNER NEUESTEN NACHRICHTEN und ist besonders durch ihre „Seite Drei-Reportagen“ und die kritische Glosse „Streiflicht“ bekannt. Chefredakteurin ist Judith Wittwer. Mit einer verkauften Auflage von zuletzt rund 449.000 Exemplaren (IVW Q4/2025) hat sie im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht an Lesenden gewonnen. Nach der BILD ist sie in Deutschland die am zweitmeisten verkaufte Tageszeitung. Die Website der SZ wurde im März 2026 31,6 Millionen Mal aufgerufen. Die Blattlinie der Zeitung gilt als linksliberal. Zusammen mit den öffentlich-rechtlichen Sendern WDR und NDR hat die SZ einen investigativen Rechercheverband, der zahlreiche Recherchen veröffentlichte – unter anderem zu Steuerschlupflöchern oder über die Ibiza-Affäre um den damaligen FPÖ-Vorsitzenden Heinz-Christian Strache. Seit 2025 hat die SZ eine Partnerschaft mit dem US-Magazin THE ATLANTIC, bei der wöchentlich fünf Texte des Magazins im Original veröffentlicht werden. Für die Aufklärung über die sogenannten „Panama Papers“ erhielten SZ-Journalist:innen 2017 als einziges deutsches Medium einen Pulitzer-Preis für investigative Recherche. Anfang 2024 wurde berichtet, die Chefredaktion habe zur Aufdeckung möglicher Informanten Kommunikationsdaten von Redaktionsmitgliedern überprüfen lassen. Dies löste Kritik aus, unter anderem von Reporter ohne Grenzen, die einen Verstoß gegen den Quellenschutz bemängelten. Die SZ wird seit 1947 von der Süddeutschen Verlags GmbH produziert. Eine Mehrheit am Süddeutschen Verlag (81,3 Prozent) hält die Südwestdeutsche Medien Holding GmbH (SWMH). Weitere 18,8 Prozent entfallen auf die SV Friedmann Holding GmbH, die die Interessen der Münchner Verlegerfamilie Friedmann vertritt.
Originalartikel
Wadephul hat recht: Abschiebungen nach Syrien sind derzeit kaum möglich
SÜDDEUTSCHE ZEITUNG (SZ)
Sina-Maria Schweikle 02.11.2025 ·
3 Minuten ·
Deutsch
Die Buzzard-Expert:innen haben diesen Artikel aus über 2.000 Medien für dich recherchiert und zusammengefasst, damit du in kurzer Zeit einen möglichst umfassenden Blick auf das Thema bekommst.
Mehr...
Zum Artikel