Perspektive
zur Debatte vom 28. Oktober 2025
Ist KI-generierter Content das Ende von Social Media? Pro
AI-Slop könnte die Menschen dazu bringen, wieder ganz offline zu gehen
Die Perspektive in 30 Sekunden
„AI-Slop könnte endlich unsere Internetabhängigkeit heilen“, schreibt die Autorin Emma Marris beim US-amerikanischen Monatsmagazin THE ATLANTIC. Generative Künstliche Intelligenz (KI) habe soziale Medien so unübersichtlich gemacht, dass immer mehr Menschen wieder offline gehen.
Der Wandel des Internets hin zur KI sei schnell und bewusst erfolgt, meint Marris. Viele soziale Plattformen haben ihr zufolge generative KI integriert – unabhängig davon, ob die Nutzer:innen dies wollen. Mittlerweile sei die KI so fortgeschritten, dass es zunehmend schwerfalle, KI-generierte Videos von der Realität zu unterscheiden. Den vorgeschlagenen Inhalten auf sozialen Medien könne man dadurch immer weniger trauen. Für Marris eröffnet sich hier die Möglichkeit, dass Menschen sich wieder der echten Welt als „vertrauenswürdigerer Alternative“ zuwenden.
Schon bevor KI die Oberhand gewann, habe das Internet zunehmend an Spaß eingebüßt, meint Marris. Die fortschreitende Kommerzialisierung nahezu aller Inhalte mache die Nutzung mühsam. Soziale Medien seien längst groteske Plattformen für Falschinformationen und Werbung. Wo das Surfen früher das Gefühl vermittelt habe, die Welt liege einem zu Füßen, müsse man sich heute „wie eine Detektivin durch den Schlamm“ wühlen, um Echtes von Falschem zu unterscheiden. Die generative KI verstärke diese Erfahrung nun erheblich, so Marris.
Anmerkung der Redaktion
Emma Marris ist eine US-amerikanische Sachbuchautorin und Wissenschaftsjournalistin. Sie absolvierte ihr Studium des Wissenschaftsjournalismus an der Johns Hopkins University. Sie war fünf Jahre lang Redakteurin bei der englischen Fachzeitschrift NATURE bevor sie ihr erstes Buch SAVING NATURE IN A POST-WILD WORLD veröffentlichte. Marris konzentriert sich auf die Ethik von menschlichen Beziehungen zu Wildtieren, einschließlich Jagd, Haltung wilder Haustiere, Zucht in Gefangenschaft und Wildtiermanagement. Ihre TED-Talks wurden über 3 Millionen mal gesehen.
THE ATLANTIC ist eine 1857 gegründete US-amerikanische Zeitschrift, die ursprünglich als kulturelles Kommentarmagazin gedacht war und sich über die Jahre zu einem renommierten meinungsbildenden Blatt entwickelt hat. Die Zeitschrift hat mehr National Magazine Awards gewonnen als jede andere Monatszeitschrift in den USA. Mehrheitseigentümer des Magazins ist seit 2017 das Emerson Collective, eine Non-Profit Organisation, die sich für sozialen Wandel einsetzt. Herausgeber ist seit 2016 Jeffrey Goldberg. 2024 hat die Zeitschrift ihre Erscheinungsfrequenz von zehn auf zwölf Mal im Jahr erhöht; nach eigenen Angaben hat sie jüngst die Zahl von einer Million Abonnenten überschritten. Nach verschiedenen Schätzungen dürfte die verkaufte Print-Auflage bei circa der Hälfte dieser Zahl liegen. Kommentare und Meinungen, die über THE ATLANTIC veröffentlicht werden, vertreten meistens linksliberale Positionen.
Originalartikel
AI Slop Might Finally Cure Our Internet Addiction
THE ATLANTIC
Emma Marris 22.07.2025 ·
3 Minuten ·
Englisch
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