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Perspektive

zur Debatte vom 07. Oktober 2025
Sollte man soziale Medien wie TikTok, Instagram & Co. für Jugendliche unter 16 Jahren verbieten?
Pro

Australien hat schon gezeigt, wie man es richtig macht

Die Perspektive in 30 Sekunden

Michael Hanfeld hält ein Verbot von sozialen Medien für Kinder für sinnvoll und möglich. Dabei verweist der Leiter des Medienressorts bei der überregionalen Tageszeitung FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG (FAZ) insbesondere auf das Beispiel von Australien.

Dort soll Ende des Jahres ein Gesetz in Kraft treten, das Jugendlichen unter 16 Jahren den Zutritt zu sozialen Medien verbietet. Treffen die Netzwerke dafür nicht ausreichend Vorkehrungen, drohen ihnen hohe Strafgelder, berichtet Hanfeld. Das Verbot sei auch umsetzbar, wie der Ressortleiter betont. So gebe es laut einer Untersuchungsgruppe der australischen Regierung „keine bedeutenden technologischen Hindernisse“, um Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren den Zugriff zu sozialen Medien zu verwehren.

In Hanfelds Augen ist ein solches Gesetz auch in Deutschland dringend nötig: Denn wer seinem Kind Zugriff zum Internet erlaubt, lasse es „ungeschützt in eine von Erwachsenen geschaffenen Gefahrensphäre ohne Grenzen“. Auf den sozialen Medien gebe es nämlich nicht nur lustige Videos und Tanzeinlagen – sondern auch „Mord und Totschlag, Aufstachelung zu Gewalt, Frauenhass, Hass auf Schwule und Lesben, Mobbing, Antisemitismus, Rassismus, Islamismus, Nationalismus, Faschismus, Geschichtsklitterung, modern und cool verpackt“, warnt Hanfeld.

Anmerkung der Redaktion

Michael Hanfeld ist Journalist und verantwortlicher Redakteur für das Ressort „Medien“ bei der FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG (FAZ). Dort ist er auch stellvertretender Feuilletonchef. Seine Artikel in der FAZ schreibt er unter dem Kürzel „miha“. Darin beschäftigt er sich mit aktuellen politischen und gesellschaftlichen Themen. Zuvor hat er als freier Journalist für die KÖLNISCHE RUNDSCHAU geschrieben. 2015 hat er größere Aufmerksamkeit erlangt, weil ihm von dem Nationalsozialismus-Experten Götz Aly vorgeworfen wurde, er sei antisemitisch. Hanfeld setzt sich für ein Leistungsschutzrecht für Presseverleger und für eine Urheberrechtsreform der Europäischen Union ein, was auf heftige Kritik stößt. 1999 hat Hanfeld den Bert-Donnepp-Preis für Medienpublizistik des Adolf-Grimme-Instituts gewonnen. Hanfeld hat   Politik-, Rechts- und Geschichtswissenschaft studiert.

Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG (FAZ) ist eine deutsche überregionale Tageszeitung. Sie ist 1949 gegründet worden und wird zu den deutschen Leitmedien gezählt. Dies sind Medien, die einen besonderen Einfluss auf die öffentliche Meinung und auf andere Massenmedien ausüben. Laut Eigenangabe steht die FAZ „für den Erhalt und die Stärkung der demokratischen Ordnung und der Sozialen Marktwirtschaft in Deutschland“. Die Zeitung gilt als bürgerlich-konservatives Blatt. THE EUROPEAN schreibt über die „drei Gesichter“ der FAZ: Sie habe einen eher konservativen, staatstragenden Politikteil, ein linksliberales Feuilleton und einen liberalen Wirtschaftsteil. Die verkaufte Auflage der Zeitung lag im dritten Quartal 2025 bei rund 336.000 Exemplaren (IVW) und hat im Vergleich zum vorigen Quartal leicht abgenommen. Die Printauflage der Zeitung ist allerdings seit Jahren rückläufig. Laut der Plattform Similarweb, die Statistiken zum Nutzerverhalten bereitstellt, hatte der Webauftritt der FAZ – FAZ.NET – im Oktober 2025 rund 35 Millionen Besucher:innen zu verzeichnen.

Originalartikel
Warum ein Verbot von Social Media für Kinder sinnvoll ist
FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG (FAZ)Michael Hanfeld
20.06.2025 · 3 Minuten · Deutsch
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