Perspektive

zur Debatte vom 24. September 2025
Sollte man für Deutschland kämpfen, wenn es zum Krieg kommt?
Contra

Autor Ole Nymoen: Mein eigenes Leben ist wichtiger als meine Nation

Die Perspektive in 30 Sekunden

In einem Interview für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk RBB 24 erklärt der Pazifist und Buchautor dem Journalisten , warum er nicht für Deutschland kämpfen würde. „Wenn man mich an die Front zwingt, würde ich einfach nichts tun“, so Nymoen.

Denn für Nymoen ist sein eigenes Überleben wichtiger als das Überleben seiner Nation. Mit einer anderen Staatsmacht könne er noch verhandeln – mit dem Tod nicht, argumentiert Nymoen. Er möchte weder sterben noch verwundet werden. Auch das Schießen auf andere Leute könne er sich nicht vorstellen. „Der einzige Grund dafür, dass wir aufeinander schießen würden, ist ja, dass unsere Staaten uns dazu zwingen“, so Nymoen.

Seine Argumentation bezieht sich auf konventionelle Eroberungskriege, betont der Pazifist. Im Falle eines Vernichtungskriegs würde sich Nymoen definitiv zur Wehr setzen. Denn dann würde nicht nur das Überleben des Staates, sondern das Überleben von jedem Einzelnen in Gefahr sein. „In einem solchen Fall ist es alternativlos, sich dagegen zu wehren“, führt Nymoen aus. „Im zivilen Leben würde ich mich gegen jede Gewalt zur Wehr setzen, die sich gegen mich oder meine Nächsten richtet.“

Anmerkung der Redaktion

ist freier Journalist, Podcaster und Autor. In einem Interview auf RBB 24 vom 19.04.2025 beschrieb sich Nymoen als „klassischer Sozialist und Internationalist, der gern eine ohne Staaten und ohne feindliche Armeen hätte“. Besondere Berühmtheit erreichte Nymoen durch sein Buch „Warum ich niemals für mein Land kämpfen würde“. Darin positioniert er sich gegen die Wehr- und Kriegsdienst Debatte um die Wiedereinführung nach dem russischen Überfall auf die Ukraine. Für den Inhalt des Buches erntete er sowohl Lob als auch Kritik. So lobte Constantin Ruh im DEUTSCHLANDFUNK KULTUR das Buch als wichtiges Gegengewicht „zum aktuellen Aufrüstungsdiskurs“. Anderseits kritisierte die jüdische, deutsch-ukrainische Autorin das Buch. Sie schrieb: „Meine Großeltern haben mit einer Pistole unterm Kopfkissen geschlafen, weil für uns als Juden nicht egal war, wer diesen Krieg gewinnt.“ Eine neutrale Haltung bei Konflikten helfe dem Aggressor, so Weisband. Gemeinsam mit dem Filmkritiker und YouTuber betreibt Nyomen außerdem den Podcast „Wohlstand für alle“. Gemeinsam haben die beiden im Frühjahr 2021 das Buch „Influencer: Die Ideologie der Werbekörper“ veröffentlicht. Er schreibt unter anderem für die WIRTSCHAFTSWOCHE und DER FREITAG. Er studierte Soziologie und Wirtschaftswissenschaften und hat zuvor eine Ausbildung zum Mediengestalter beim RBB abgeschlossen.

ist redaktioneller Mitarbeiter für die Kulturmagazine des öffentlich-rechtlichen Hörfunks RBB. Des Weiteren arbeitet er an der ARD Fernsehsendung „ttt – titel, thesen, temperamente“. Zuvor schrieb er als Autor für die Kulturmagazine von ORB und MDR. Zudem präsentierte Kalkreuth als Moderator zeitweise die Frühprogramme von RADIO BRANDENBURG und RADIO EINS. Auch für das Satiremagazin KAOS hat er geschrieben. Kalkreuth hat Journalistik und Literaturwissenschaften studiert.

RBB 24 ist das Nachrichtenportal des RUNDFUNK BERLIN BRANDENBURG (RBB), die Landesrundfunkanstalt für die Länder Berlin und Brandenburg. Das Portal stellt Nachrichten und Hintergrundberichte zu Themen aus Politik und der in Text-, Audio- oder Videoform zur Verfügung. Seit 2004 gibt es eine gleichnamige tägliche Nachrichtensendung mit regionalen Berichten, sie dient als Ergänzung zu den Ländermagazinen des Senders.

Originalartikel
"Wenn man mich an die Front zwingt, würde ich einfach nichts tun"
RBB 24Ole NymoenUlf Kalkreuth
19.04.2025 · 3 Minuten · Deutsch
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