Perspektive
zur Debatte vom 23. September 2025
Braucht es mehr Meinungsvielfalt beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk? Pro
Beim ÖRR herrscht eine Meinungs-Monokultur
Die Perspektive in 30 Sekunden
Marc Serrao hält den öffentlich-rechtlichen Rundfunk (ÖRR) definitiv für zu einseitig. Aus Sicht des Chefredakteurs der Schweizer konservativen Tageszeitung NEUE ZÜRCHER ZEITUNG (NZZ) in Deutschland kommen dort vor allem linke Narrative und Meinungen zu Wort.
Laut Serrao gibt es schon lange keine Meinungsvielfalt mehr bei dem ÖRR. Eigentlich soll sich jede:r – auch Rechte und Liberale – in dem Programm des ÖRR wiederfinden können, so der Chefredakteur. Das sieht er aber nicht mehr gegeben: „Stattdessen servieren sie eine Monokultur, deren Vielfalt von links bis links außen reicht.“ So zeige man zwar auch rechte und liberale Meinungen – diese werden aber oft verzerrt dargestellt und veralbert, kritisiert Serrao. So sei in der Berichterstattung des ÖRR gut, wer gegen rechts und für Klimaschutz kämpft. Böse hingegen seien immer die AfD und Donald Trump.
Dabei sei der ÖRR eigentlich verpflichtet, ein Programm für alle Anhänger:innen des politischen Spektrums zu machen, erinnert Serrao. Es könne deshalb nicht sein, dass Konservative und Liberale dafür bezahlen müssen, pausenlos attackiert zu werden. Damit sei auch der Medienstaatsvertrag nicht mehr erfüllt und eine Zahlungspflicht für alle Bürger:innen ungerechtfertigt, folgert der Chefredakteur.
Anmerkung der Redaktion
Marc Felix Serrao ist Journalist und arbeitet seit 2017 für die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG (NZZ). Er leitet das Berliner Büro der Zeitung und ist seit 2021 Chefredakteur der NZZ in Deutschland. Am 27. August 2025 wurde jedoch verkündigt, dass Serrao in das „Globals Reporters Network“ des Unternehmens Axel Springer wechselt und DIE WELT als Stammredaktion haben werde. Zuvor hat Serrao bei der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG volontiert und war dort bis 2016 Medienredakteur. Außerdem hat er beim TAGESSPIEGEL und der WELT AM SONNTAG als freier Mitarbeiter gearbeitet. Serrao hat ein Diplomstudium der Politikwissenschaft sowie ein berufsbegleitendes Management-Studium abgeschlossen.
Die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG (NZZ) ist eine Schweizer Tageszeitung mit Hauptsitz in Zürich, die 1780 gegründet wurde. Seit 2017 richtet die NZZ ihren Fokus verstärkt auf den deutschen Markt und hat mittlerweile eine Berliner Redaktion, die eine eigenständige Deutschland-Ausgabe gestaltet. Sie gilt als etabliertes Leitmedium im deutschsprachigen Raum sowie in der Schweiz. Die NZZ wird von EUROTOPICS als liberal-konservativ bezeichnet und hat nach eigener Angabe eine „freisinnig-demokratische“ Ausrichtung. Die NZZ gilt seit langem als das publizistische Sprachrohr des liberalen Bürgertums in der Schweiz und steht der Schweizer FDP politisch am nächsten. Der Medienwissenschaftler Uwe Krüger sieht sie als konservativ, liberal und bürgerlich. Seit Eric Gujer 2015 Chefredakteur wurde, spricht unter anderem der DEUTSCHLANDFUNK von einem „Rechtsrutsch“ in der Berichterstattung. Der NDR befindet, Gujer habe die „NZZ um typisch rechtskonservative Themen und Meinungen erweitert“. Der Jurist und Medienethiker Luis Paulitsch ordnete die NZZ im Jahr 2025 den Mainstream-Medien zu, die teilweise Begriffe oder Feindbilder aus rechtsalternativen Medien aufgreifen und sich inhaltlich daran annähern. Die verkaufte Auflage der NZZ liegt laut aktuellen Zahlen (WEMF 2025) bei 53.771 Exemplaren (werktäglich). Die Zeitung erreicht eine Leserschaft von rund 236.000 Personen. Auf ihrer Webseite erreichte die NZZ im März 2026 laut Similarweb rund 15,4 Millionen Aufrufe. Die NZZ gehört der NZZ-Mediengruppe, die außer ihr weitere Schweizer Titel besitzt.
Originalartikel
Dieser Rundfunk kann weg: Der Fall Julia Ruhs und das Versagen der ARD
NEUE ZÜRCHER ZEITUNG (NZZ)
Marc Felix Serrao 18.09.2025 ·
3 Minuten ·
Deutsch
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