Perspektive
zur Debatte vom 27. August 2024
Kann die Ukraine den Krieg gegen Russland noch gewinnen? Contra
Beim Ukraine-Krieg können alle nur verlieren
Die Perspektive in 30 Sekunden
„Rund zweieinhalb Jahre nachdem Russland seine ‚militärische Sonderoperation‘ gegen die Ukraine eingeleitet hat, scheint man sich kaum Gedanken darüber zu machen, wie der Konflikt realistischerweise enden könnte“, schreibt Alexander Casella auf der in Hongkong ansässigen Nachrichtenplattform ASIA TIMES. Laut dem PhD-Absolventen und Journalisten ist der momentane Ukraine-Krieg dabei ein Verlustgeschäft für alle Beteiligten.
Aus russischer Perspektive fehle es Putin an Geld und Arbeitskräften, um eine gefallene Ukraine zu besetzen. Sogar, wenn Russland die Ukraine erobern würde, könne es das Land kaum halten und kontrollieren, argumentiert Casella. Auf der anderen Seite könne ein Regimesturz in Moskau das Land in eine „Semi-Anarchie“ stürzen und dazu führen, dass die russischen Atomwaffen in falsche Hände geraten.
Die eigentliche Frage sei also, ob Putin eingedämmt werden kann, ohne den russischen Staat zu stürzen. Putins „besondere Militäroperation“ habe zwar die NATO gestärkt, die Unzulänglichkeiten der russischen Streitkräfte aufgezeigt und dem ukrainischen Nationalismus massiven Auftrieb gegeben – jedoch habe sich niemand in der Lage gezeigt, Putin auch nur annähernd in die Schranken weisen können.
Anmerkung der Redaktion
Alexander Casella hat als Dozent und Journalist für LE MONDE, THE TIMES, THE NEW YORK TIMES, DIE ZEIT, THE GUARDIAN und das SCHWEIZER RADIO UND FERNSEHEN gearbeitet. Dort hat er vor allem über China und Vietnam geschrieben. 1973 trat Casella in den Dienst des United Nations High Commissioner for Refugees (UNHCR), wo er unter anderem als Leiter der Abteilung Ostasien und als Direktor für Asien und Ozeanien tätig war. Danach war er 18 Jahre lang als Vertreter des Internationalen Zentrums für Migrationspolitik in Genf tätig.
Die ASIA TIMES ist eine englischsprachige Nachrichtenplattform, die in Hongkong ansässig ist. Sie beschäftigt sich aus asiatischer Perspektive mit Politik, Wirtschaft und Kultur. Die Website war früher als ASIA TIMES ONLINE bekannt. Sie ist eine Nachfolge der Printzeitung, die 1997 eingestellt wurde. Die Website verzeichnet etwa 100.000 Leser:innen pro Tag. 2006 hat die NEW YORK TIMES die Plattform als ,,eine der berühmtesten englischsprachigen regionalen Publikationen” bezeichnet, die sich mit Asien beschäftigen.
Originalartikel
Ukraine war a lose-lose proposition for all concerned
ASIA TIMES
Alexander Casella 26.08.2024 ·
7 Minuten ·
Englisch
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