Besser als ein Stichtag wäre ein medizinisches Ziel

Medizinisches Ziel statt Stichtag
20.09.2021 1 Minute Deutsch
ND (NEUES DEUTSCHLAND) Robert D. Meyer
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DIE PERSPEKTIVE IN 30 SEKUNDEN

Für Robert D. Mayer klingen die „Freedom Day“-Forderungen von Kassenärzte-Chef Andreas Gassen „wie ein Lehrbeispiel aus dem Populismus-Handbuch für Politiker:innen“. Ein solcher Freiheitstag wäre gleichbedeutend mit der politischen Botschaft, die Pandemie sei vorbei, argumentiert Mayer im ND (NEUES DEUTSCHLAND).

„Allein: Das Virus interessiert sich nicht für politische Heilsbotschaften“, so der ND-Redakteur. Verkündete die Politik ein fixes Datum, ab dem sämtliche Pandemiemaßnahmen pauschal Geschichte sind, würde sie sich in eine gefährliche Situation begeben, so Mayer mit Verweis auf möglicherweise steigende Infektionszahlen und Virenmutationen.

Statt an einen Stichtag sollte die Rücknahme der wenigen verbliebenen Maßnahmen vielmehr an bisher nicht erreichte medizinische Ziele geknüpft werden. Konkret nennt Mayer eine Impfquote und die Verfügbarkeit eines Impfstoffs für Kinder unter 12 Jahren.

ANMERKUNG DER REDAKTION

Robert D. Meyer ist Redakteur bei der linken Tageszeitung ND (NEUES DEUTSCHLAND). Seine Schwerpunkte liegen auf Ökologie, Tierrechten und Digitalem. Häufig setzt er sich kritisch mit der AfD auseinander. Er positioniert sich in Meinungsartikeln linkspolitisch und bezeichnet sich als Humanist.

ND (ehemals NEUES DEUTSCHLAND) ist eine überregionale Tageszeitung, die einen „Journalismus von links“ vertreten möchte. Im dritten Quartal 2021 hat die verkaufte Auflage des NEUEN DEUTSCHLAND bei rund 17.000 Exemplaren gelegen. Zu DDR-Zeiten war sie das publizistische Zentralorgan der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) und gehörte nach der Wende der Partei PDS. Deren Nachfolgepartei DIE LINKE besitzt auch heute noch 50 Prozent der Anteile an der Zeitung, plant aber, sich Ende 2021 zurückziehen. Wie DIE ZEIT und NDR berichten, steht eine Neuaufstellung als Genossenschaft im Raum. Die Gewerkschaft ver.di kritisiert die ungeklärte berufliche Zukunft der rund 100 Beschäftigten. ND beschreibt sich selbst als Tageszeitung, „die mit linkem Ideengut über den Tellerrand des journalistischen Alltags hinausdenkt“. Die Konrad-Adenauer-Stiftung bescheinigt der Zeitung eine einseitige Berichterstattung: Marktwirtschaft sei „Kapitalismus“, westliche Außenpolitik „Imperialismus“. Außerdem sei ND DDR-nostalgisch.