Perspektive
zum Tagesthema vom 21. September 2021
Ende der COVID-19-Maßnahmen: Viel Gegenwind für „Freedom Day“-Forderung in Deutschland Kritik
Besser als ein Stichtag wäre ein medizinisches Ziel
Die Perspektive in 30 Sekunden
Für Robert D. Mayer klingen die „Freedom Day“-Forderungen von Kassenärzte-Chef Andreas Gassen „wie ein Lehrbeispiel aus dem Populismus-Handbuch für Politiker:innen“. Ein solcher Freiheitstag wäre gleichbedeutend mit der politischen Botschaft, die Pandemie sei vorbei, argumentiert Mayer im ND (NEUES DEUTSCHLAND).
„Allein: Das Virus interessiert sich nicht für politische Heilsbotschaften“, so der ND-Redakteur. Verkündete die Politik ein fixes Datum, ab dem sämtliche Pandemiemaßnahmen pauschal Geschichte sind, würde sie sich in eine gefährliche Situation begeben, so Mayer mit Verweis auf möglicherweise steigende Infektionszahlen und Virenmutationen.
Statt an einen Stichtag sollte die Rücknahme der wenigen verbliebenen Maßnahmen vielmehr an bisher nicht erreichte medizinische Ziele geknüpft werden. Konkret nennt Mayer eine Impfquote und die Verfügbarkeit eines Impfstoffs für Kinder unter 12 Jahren.
Anmerkung der Redaktion
Robert D. Meyer ist Redakteur bei der linken Tageszeitung ND (NEUES DEUTSCHLAND). Seine Schwerpunkte liegen auf Ökologie, Tierrechten und Digitalem. Häufig setzt er sich kritisch mit der AfD auseinander. Er positioniert sich in Meinungsartikeln linkspolitisch und bezeichnet sich als Humanist.
ND (ehemals NEUES DEUTSCHLAND) ist eine überregionale Tageszeitung, die einen „Journalismus von links“ vertritt. In ihrer Satzung bezeichnet sich die ND als „sozialistische Zeitung“. Sie wurde 1946 in Berlin gegründet. Zu DDR-Zeiten war sie das publizistische Zentralorgan der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) und gehörte nach der Wende der Partei PDS. Deren Nachfolgepartei DIE LINKE besaß bis Ende 2021 noch 50 Prozent der Anteile an der Zeitung. ND beschreibt sich selbst als Tageszeitung, „die mit linkem Ideengut über den Tellerrand des journalistischen Alltags hinausdenkt“. Man wolle sich für Menschenrechte und Minderheiten einsetzen und sei dem Kampf gegen Rassismus, Klassismus, Antisemitismus, Sexismus und Faschismus und für den Frieden verpflichtet. Die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung bescheinigt der Zeitung eine einseitige Berichterstattung: Marktwirtschaft sei „Kapitalismus“, westliche Außenpolitik „Imperialismus“. Außerdem sei die Zeitung DDR-nostalgisch. Nach eigenen Angaben hat die Zeitung 2022 600.000 Euro Verlust gemacht. Im Juni 2023 gab die Zeitung daher bekannt, akut gefährdet zu sein. Es folgten Kosteneinsparungen und eine Spendenkampagne, um ihr Überleben zu retten. Seit April 2026 erscheint die Tagesausgabe der Zeitung aus Kostengründen komplett digital. Einen Grund für die Misere sieht ND darin, dass die Zeitung seit 2022 von einer Genossenschaft herausgegeben wird. Damit gehört sie den Leser:innen und Mitarbeiter:innen aus Redaktion und Verlag und ist somit unabhängig von großen Unternehmen. Der neue Geschäftsführer, Gerd Stodiek, äußerte sich dazu: „Beim ›nd‹ ist ordentlich Druck auf dem Kessel. Da muss man innovativ sein und kann es sich nicht bequem machen.“ Er wolle mit der ND dem Rechtsruck in Deutschland entgegentreten. Die kollektive Redaktionsleitung besteht aus Regina Stölzel, Ines Wallrodt und Oliver Kern. Die Website der ND hatte im März 2026 745,7 Tausend Aufrufe (Quelle: Similarweb).
Originalartikel
Medizinisches Ziel statt Stichtag
ND (NEUES DEUTSCHLAND)
Robert D. Meyer 20.09.2021 ·
1 Minute ·
Deutsch
Die Buzzard-Expert:innen haben diesen Artikel aus über 2.000 Medien für dich recherchiert und zusammengefasst, damit du in kurzer Zeit einen möglichst umfassenden Blick auf das Thema bekommst.
Mehr...
Zum Artikel