Perspektive
zur Debatte vom 02. September 2025
Sollte „Catcalling“ künftig bestraft werden? Pro
„Catcalling“ ist erniedrigend und angsteinflößend – Strafen sind überfällig
Die Perspektive in 30 Sekunden
In einem Artikel der regionalen Tageszeitung BADISCHE NEUESTE NACHRICHTEN argumentiert Jennifer Wuchner, dass das Gesetz gegen verbale sexuelle Belästigung, sogenanntes Catcalling, längst überfällig sei. Die Volontärin geht dabei vor allem auf ihre eigenen Erfahrungen ein und rechnet mit den Gegnern des Gesetzentwurfes der SPD ab.
Das Argument, dass das Gesetz „jeden Flirt kriminalisieren“ würde, lehnt Wuchner ab: „Ein Flirt ist ein kurzer Blick, ein nettes Kompliment oder ein Gespräch auf Augenhöhe.“ Catcalling sei angsteinflößend und erniedrigend. Es handele sich nicht um ein Kompliment oder Flirten, sondern um eine gezielte Machtdemonstration. Das Opfer werde durch die wörtliche sexuelle Belästigung zum bloßen Sexobjekt gemacht.
Für Frauen gehöre die Angst davor gecatcalled zu werden mittlerweile zum Alltag. Catcalling strafbar zu machen, wäre deshalb ein klares Signal, dass solches Verhalten ernst genommen wird, findet Wuchner. Schließlich könne man sich rechtlich auch dagegen wehren, online belästigt zu werden. „Respekt ist nicht verhandelbar. Wer andere im Alltag herabwürdigt und belästigt, muss mit Konsequenzen rechnen“, schreibt sie.
Anmerkung der Redaktion
Jennifer Wuchner ist Volontärin bei den BADISCHEN NEUESTEN NACHRICHTEN. Sie studierte Germanistik und Philosophie. Studienbegleitend arbeitete sie als Werkstudentin für den Verlag und schrieb als freie Mitarbeiterin Texte für die Lokalredaktion in Gaggenau. Im Frühjahr 2025 hospitierte sie auch im Wirtschaftsressort der ZEIT. Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt vor allem auf gesellschaftlichen Themen.
BADISCHE NEUESTE NACHRICHTEN (BNN) ist eine regionale Nachrichtenzeitung, die zum ersten Mal im März 1946 erschien. 1946, also kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges, bekamen Wilhelm Baur und Walter Schwerdtfeger die Lizenz zum Drucken ihrer Zeitung von den Amerikanern. Baur war zu dem Zeitpunkt der Geschäftsführer und Schwerdtfeger der Chefredakteur der Zeitung. 1950 verließ Schwerdtfeger den Verlag und Baur wurde zum Alleinverleger. 1998 erschien die erste Ausgabe von DER SONNTAG, eine kostenlose Sonntagszeitung für Karlsruhe und die Umgebung. Seit 2005 kann man BADISCHE NEUE NACHRICHTEN auch online lesen, 2013 kam die App heraus. Während der Zeit ist BADISCHE NEUESTE NACHRICHTEN innerhalb der Familie Baur geblieben. Zurzeit ist Klaus Michael Baur Verleger, Herausgeber, Chefredakteur und Geschäftsführer. Im Unternehmen arbeiten inzwischen 1700 Mitarbeiter:innen. Die verkaufte Gesamtauflage betrug zuletzt rund 86.095 Exemplare (Q3/2025, IVW). Dabei werden nicht nur lokale Themen journalistisch behandelt, sondern das Unternehmen engagiert sich auch sozial. Der Verlag will soziale Verantwortung innerhalb des Ortes übernehmen, mit der Stiftung „Wir helfen“ und der Wilhelm-Baur-Stiftung.
Seit 2000 ist Klaus Michael Baur Chefredakteur der Zeitung.
Originalartikel
Anzügliche Sprüche und Gesten: Strafen für „Catcalling“ sind längst überfällig
BADISCHE NEUESTE NACHRICHTEN
Jennifer Wuchner 01.09.2025 ·
2 Minuten ·
Deutsch
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