Perspektive

zur Debatte vom 10. Dezember 2025
Taugt China als echtes Vorbild bei der Klimapolitik?
Contra

China tut immer noch viel weniger, als es könnte

Die Perspektive in 30 Sekunden

Der Klimafinanzexperte hält die Volksrepublik China nicht für ein Vorbild beim Klimaschutz und fordert von dem Land, mehr Verantwortung zu übernehmen. Bei der Nachrichtenplattform ASIA TIMES führt er aus, dass China trotz seiner wirtschaftlichen Macht und seiner Position als größter CO₂-Emittent nur begrenzt finanzielle und politische Verantwortung übernimmt.

Laut Khalid hat sich China beispielsweise bei der Weltklimakonferenz COP30 in diesem Jahr seiner Verantwortung entzogen, indem es dem neuen Tropenfonds (BUZZARD-Tagesthema vom 20. November) keine Unterstützung zugesagt hat. Das Land begründet das damit, bei der Rio-Konferenz 1992 selbst als Entwicklungsland eingestuft worden zu sein, erklärt der Experte. Das ist seiner Meinung nach kaum noch glaubwürdig, weil das Land jetzt „bei Infrastruktur, Technologie, industrieller Leistungsfähigkeit und globalem Einfluss zu den fortgeschrittensten Nationen der Erde gehört“.

Hinzu komme der Anteil von dreißig Prozent an den weltweiten CO₂-Emissionen sowie die Genehmigung enorm vieler neuer Kohlekraftwerke, was die chinesische Haltung in Khalids Augen noch unwürdiger erscheinen lässt. Wenn China überhaupt Geldmittel zum Klimaschutz vergebe, dann in Verbindung mit Infrastrukturprojekten. Das lasse eher auf Eigennutz schließen als auf ein Klimabewusstsein, findet Khalid.

Anmerkung der Redaktion

ist Journalist und Experte für Klimafinanzpolitik. Derzeit arbeitet er in Islamabad und schreibt für die ASIA TIMES oder das JOHN MENADUES PUBLIC POLICY JOURNAL. Seine Themenschwerpunkte sind Klimagerechtigkeit und Adaptionsstrategien für regionale und internationale Absatzmärkte. Nebenbei arbeitet er zu grüner Innovation, Klimaresilienz in Südasien und kohlenstoffarmen Investitionen.

Die ASIA TIMES ist eine englischsprachige Nachrichtenplattform, die in Hongkong ansässig ist. Sie beschäftigt sich aus asiatischer Perspektive mit Politik, Wirtschaft und Kultur. Die Website war früher als ASIA TIMES ONLINE bekannt. Sie ist eine Nachfolge der Printzeitung, die 1997 eingestellt wurde. Die Website verzeichnet etwa 100.000 Leser:innen pro Tag. 2006 hat die NEW YORK TIMES die Plattform als ,,eine der berühmtesten englischsprachigen regionalen Publikationen” bezeichnet, die sich mit Asien beschäftigen.

Originalartikel
Climate sham: China has to get real, quit coal and pay up
ASIA TIMESJawad Khalid
17.11.2025 · 4 Minuten · Englisch
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