Perspektive
zur Debatte vom 01. September 2021
🗳 Brauchen wir eine europäische Armee? ARGUMENTE AUS DEN MEDIEN
Wir müssen uns gegen China verteidigen können
Die Perspektive in 30 Sekunden
Die harte Reaktion Chinas auf die Sanktionen der EU, die ein Zeichen gegen die Unterdrückung der Uiguren setzen sollten, sei ein sicherheitspolitisches Erweckungserlebnis gewesen. Andreas Ernst forde deshalb in der NEUEN ZÜRCHER ZEITUNG, Europa müsse mehr für seine Verteidigung tun.
Der Schweizer Journalist begrüßt, dass die Konfrontation mit China Europa wieder aufgeschlossener für die transatlantische Partnerschaft gemacht habe. Für Europa gäbe es keine militärische Zukunft außerhalb der NATO. Dennoch erfordere Chinas Aufstieg dringend mehr europäische Selbstverteidigung: „Je stärker die USA im Pazifik von China herausgefordert sind, desto mehr muss Europa sich selbst verteidigen können“. Für die EU sei es etwa von großer Bedeutung, ihre Interessen im Mittelmeerraum selbstständig zu schützen.
Positive Ansätze sieht Ernst in der steigenden Bereitschaft europäischer Staaten das zwei-Prozent-Ziel der NATO umzusetzen sowie in der strukturierten Zusammenarbeit zur Planung und Beschaffung von Rüstungsgütern (Pesco). Solche Entwicklungen steigerten „Europas politisches Gewicht und seine Mitsprache“ im transatlantischen Bündnis.
Anmerkung der Redaktion
Andreas Ernst ist ein Journalist, der seit 2018 das EU-Dossier der Auslandsredaktion der NEUEN ZÜRCHER ZEITUNG (NZZ) betreut. In Berlin und Zürich hat Ernst Geschichte und Staatsrecht studiert. Er hat in vergleichender europäischer Gesellschaftsgeschichte promoviert und ist 1999 er stellvertretender Leiter des Forschungsinstituts Öffentlichkeit und Gesellschaft an der Universität Zürich geworden. Seine Interessensschwerpunkt liegen auf der Entwicklung des Nationalismus und der Eigenstaatlichkeit des Kosovo. Bei der NZZ hat er als freier Mitarbeiter auf dem Balkan begonnen, 2002 war er dann Korrespondent für die NZZ AM SONNTAG in Belgrad. 2013 ist Ernst mit dem Journalistenpreis der Südosteuropa-Gesellschaft in München ausgezeichnet worden.
Die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG (NZZ) ist eine Schweizer Tageszeitung mit Hauptsitz in Zürich, die 1780 gegründet wurde. Seit 2017 richtet die NZZ ihren Fokus verstärkt auf den deutschen Markt und hat mittlerweile eine Berliner Redaktion, die eine eigenständige Deutschland-Ausgabe gestaltet. Sie gilt als etabliertes Leitmedium im deutschsprachigen Raum sowie in der Schweiz. Die NZZ wird von EUROTOPICS als liberal-konservativ bezeichnet und hat nach eigener Angabe eine „freisinnig-demokratische“ Ausrichtung. Die NZZ gilt seit langem als das publizistische Sprachrohr des liberalen Bürgertums in der Schweiz und steht der Schweizer FDP politisch am nächsten. Der Medienwissenschaftler Uwe Krüger sieht sie als konservativ, liberal und bürgerlich. Seit Eric Gujer 2015 Chefredakteur wurde, spricht unter anderem der DEUTSCHLANDFUNK von einem „Rechtsrutsch“ in der Berichterstattung. Der NDR befindet, Gujer habe die „NZZ um typisch rechtskonservative Themen und Meinungen erweitert“. Der Jurist und Medienethiker Luis Paulitsch ordnete die NZZ im Jahr 2025 den Mainstream-Medien zu, die teilweise Begriffe oder Feindbilder aus rechtsalternativen Medien aufgreifen und sich inhaltlich daran annähern. Die verkaufte Auflage der NZZ liegt laut aktuellen Zahlen (WEMF 2025) bei 53.771 Exemplaren (werktäglich). Die Zeitung erreicht eine Leserschaft von rund 236.000 Personen. Auf ihrer Webseite erreichte die NZZ im März 2026 laut Similarweb rund 15,4 Millionen Aufrufe. Die NZZ gehört der NZZ-Mediengruppe, die außer ihr weitere Schweizer Titel besitzt.
Originalartikel
Europa und Amerika: Rettet China den Zusammenhalt des Westens?
NEUE ZÜRCHER ZEITUNG (NZZ)
Andreas Ernst 19.04.2021 ·
3 Minuten ·
deutsch
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