Perspektive

zur Debatte vom 27. Juni 2025
Muss sich der Bundestag zum CSD neutral verhalten?
Pro

Damit wird nur eine politische Fehlentwicklung beendet

Die Perspektive in 30 Sekunden

hält es für richtig, dass sich der Bundestag beim Christopher Street Day auf seine Neutralitätspflicht beruft. Damit wird nur eine politische Fehlentwicklung korrigiert, findet die Politikredakteurin bei der konservativen Tageszeitung DIE WELT.

Die Trennung zwischen der Funktion der öffentlichen Verwaltung und der politischen Meinung von Privatpersonen ist laut Bethke ein absolut korrekter Vorgang. „Es überschreitet dagegen die Grenzen des Amtes, durch Handlung und Symbolik für eine politische Bewegung Partei zu ergreifen, wie das während der Ampel-Koalition der Fall gewesen ist“, betont sie. Symbole wie die Regenbogenflagge auf dem Reichstag haben laut Bethke dort schlichtweg nichts verloren, wie ehrenwert sie auch immer sein mögen.

Das eigentliche Problem ist Bethke zufolge, dass Menschen am rechten und am linken Rand der Politik immer nur das, was sie selbst denken, als neutral ansehen. Alles, was eine andere Meinung ist, halten sie für unzulässigen politischen Einfluss.

Anmerkung der Redaktion

ist Redakteurin im Ressort Innenpolitik der WELT und WELT AM SONNTAG. Dort schreibt sie vor allem über die SPD, Demokratie, Gesellschaftspolitik und Bildung. Zuvor hat die promovierte Politikwissenschaftlerin schon für viele renommierte Medien geschrieben, unter anderem für die ZEIT, die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG oder die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG. Bevor Bethke ihren journalistischen Beruf aufgenommen hat, war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Politikwissenschaft der Universität Greifswald und Dozentin für Politische Theorie an der Universität Leipzig.

DIE WELT ist eine überregionale Tageszeitung mit Sitz in Berlin. Sie wurde 1946 gegründet und erschien im vierten Quartal 2025 in einer verkauften Auflage von rund 90.000 Exemplaren. Die Auflagenzahl ist damit im Vergleich zu 2024 stark eingebrochen. Gleichzeitig gehörte die Website der WELT im März 2026 mit rund 90,5 Millionen Besuchen zu den meistbesuchten Nachrichten-Websites in Deutschland. Die politische Ausrichtung der WELT gilt als bürgerlich-konservativ. In ökonomischen Fragen positioniert sich die Zeitung meist wirtschaftsliberal. Das Goethe-Institut urteilt, DIE WELT ziele in ihrer Printausgabe auf „mittelständische Unternehmer und Selbstständige, die konservative Werte schätzen“. WELT-Autor:innen bekennen sich zu den Leitlinien des Axel-Springer-Verlages, die unter anderem ein Eintreten für „die freie und soziale Marktwirtschaft“ sowie Solidarität mit den USA und Israel fordern. DIE WELT hat bereits mehrfach Rügen vom Deutschen Presserat erhalten, weil in einigen Artikeln journalistische Grundsätze verletzt wurden. Immer wieder wird außerdem Kritik laut, dass die WELT mit ihrer Berichterstattung verschwörungstheoretische oder rechtsextremistische Narrative bedient – so etwa mit klimaskeptischer Positionierung. Zwei Monate vor der Bundestagswahl 2025 veröffentlichte die WELT AM SONNTAG einen Gastartikel des US-Techmilliardärs Elon Musk, in dem dieser für die AfD warb. Das sorgte für heftige Proteste, auch innerhalb der Zeitung, bei denen es auch zu Protestkündigungen kam. Zur -Gruppe gehören außerdem der Fernsehsender WELT (früher N24) und die WELT AM SONNTAG. Sie gehören seit 2026 zur PREMIUM-GRUPPE, der auch POLITICO und BUSINESS INSIDER angehören. Ihr Chefredakteur ist , der Herausgeber . Die PREMIUM-GRUPPE gehört dem Axel-Springer-Konzern, zu dem auch Titel wie die BILD-Zeitung und die regionale B.Z. gehören.

Originalartikel
Die Rückkehr zur Neutralität
DIE WELTHannah Bethke
22.06.2025 · 3 Minuten · Deutsch
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