Perspektive
zur Debatte vom 12. Februar 2026
Braucht es eher KI- statt Lateinunterricht? Pro
Das Bildungssystem muss sich den Herausforderungen der Zeit stellen
Die Perspektive in 30 Sekunden
„Im österreichischen Schulsystem herrscht seit Jahrzehnten Stillstand“, schreibt Magdalena Schwarz bei der christlichen kulturpolitischen Wochenzeitung DIE FURCHE. Für die Redakteurin für Gesellschaft, Bildung und Ethik sind deshalb Reformen wie spezialisierte Schulfächer für den Umgang mit künstlicher Intelligenz (KI) und Medien absolut notwendig. Die Gegner der Reform nennt sie eine „Bildungselite, die hier und da den Blick für das Wesentliche verliert“.
„Qui non proficit, deficit“ – Wer nicht voranschreitet, geht zurück, schreibt Schwarz und meint damit das Schulsystem Österreichs. Sie sieht in Latein eine wertvolle Sprache mit enormer Bedeutung und Geschichte – ähnlich wie in anderen Fremdsprachen. Jedoch seien „andere Themen eben wichtiger“: etwa die Bedrohung durch mangelnde Medienkompetenz der österreichischen Jugend. Laut einer Studie zur Medienkompetenz haben nämlich 39 Prozent der Achtklässler keine Medienkompetenz, so Schwarz.
Besondere Sorge bereiten der Redakteurin „antidemokratische Bewegungen von Ungarn bis in die USA sowie Tech-Billionäre, die mit ihren digitalen, KI-gedopten Plattformen unsere Gehirne kapern und unsere Wahlen manipulieren“. In den Fremdsprachen wie Latein sieht sie dabei eine passende Möglichkeit, um Stunden zu sparen und mit spezialisierten Lehrkräften für die „größten Herausforderungen unserer Zeit“ neue Bildungsmöglichkeiten zu schaffen.
Anmerkung der Redaktion
Magdalena Schwarz ist Journalistin und Redakteurin für Gesellschaft, Bildung und Ethik bei DIE FURCHE. Zuvor war sie Mitarbeiterin für Kommunikation bei der Innovationsstiftung für Bildung, ehrenamtliche Autorin und Social-Media-Managerin beim ETC. MAGAZIN und hat dort für die Ressorts Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft geschrieben. Sie selbst bezeichnet sich als Bildungsjournalistin und führt regelmäßig Gespräche mit Lehrkräften.
DIE FURCHE ist eine österreichische Wochenzeitung, die seit 1945 als Qualitätsmedium mit gesellschaftspolitischem, kulturellem und internationalem Schwerpunkt erscheint. 1945 vom katholischen Publizisten Friedrich Funder gegründet, startete sie als „Kulturpolitische Wochenschrift“. Damals sollte sie einen Beitrag zum geistigen und moralischen Wiederaufbau nach der NS-Diktatur leisten und einen politischen Dialog bieten. Heute versteht sich DIE FURCHE als von der christlichen Weltanschauung geprägtes Qualitätsmedium, das sich klar zur Toleranz und Weltoffenheit bekennt. Die Zeitung finanziert sich über Verkauf und Abonnements, 2024 lag die verkaufte Auflage bei ca. 18.000 Exemplaren. Chefredakteurin ist derzeit Doris Helmberger-Fleckl.
Originalartikel
Lebensnahe Schulfächer statt Latein, endlich!
DIE FURCHE
Magdalena Schwarz 04.02.2026 ·
2 Minuten ·
Deutsch
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