Perspektive
zur Debatte vom 08. Juli 2025
Braucht es eine Migrationsquote an Schulen? Pro
Das ist keine Ausgrenzung – sondern Bildungsgerechtigkeit
Die Perspektive in 30 Sekunden
In der konservativen Boulevardzeitung BILD verteidigt die Vorsitzende der Chefredaktion Marion Horn den Vorstoß von Karin Prien (CDU) zur Migrationsquote an Schulen. Dieser sei „überfällig und wichtig“. Kritik am Vorstoß weist Horn zurück. „Es geht nicht darum, Kinder auszusortieren, sondern darum, endlich die Voraussetzungen zu schaffen, damit alle Kinder lernen können“, erklärt Horn ihre Sichtweise.
Für Horn steht fest, dass Priens Vorschläge wichtig sind, um Kindern eine gute Bildung zu ermöglichen. Gerade die Obergrenze für Kinder mit Migrationshintergrund sei „klug“, da ihr zufolge Expert:innen darauf verweisen, „dass 30 bis 40 Prozent die Verträglichkeits-Obergrenze sind“. Auch den Vorschlag von verbindlichen Sprachtests vor der Einschulung befürwortet Horn. Einschulungen ohne ausreichende Deutschkenntnisse seien verantwortungslos „gegenüber diesen Schülern und gegenüber allen anderen“.
„Für mich sind Kultusminister bildungskriminell, die immer noch Schulklassen mit mehr als der Hälfte Migrantenkinder dulden“, betont Horn. Ihrer Meinung nach „schauen wir seit Jahren dabei zu, wie abertausende Kinder scheitern“. Das habe zur Folge, dass aus den Kindern Jugendliche werden, „die nicht ausbildungsreif sind“. „Wer am Anfang des Lebens zum Scheitern verurteilt wird, holt das später nicht wieder auf“, warnt Horn.
Anmerkung der Redaktion
Marion Horn ist Journalistin und Vorsitzende der Chefredaktion der BILD. Sie arbeitet seit 2001 für die Boulevardzeitung und war dort unter anderem auch Chefredakteurin der BILD AM SONNTAG. Zuvor war sie unter anderem Chefredakteurin der Fernsehzeitschrift TV HÖREN UND SEHEN und des Erotik-Magazins DAS NEUE WOCHENENDE der Bauer-Verlagsgruppe.
Die BILD ist eine Tages- und Boulevardzeitung des Axel-Springer-Verlags mit Sitz in Berlin und die auflagenstärkste Tageszeitung in Deutschland. Sie erschien erstmals 1952, Chefredakteure sind aktuell Marion Horn und Robert Schneider. Die verkaufte Auflage der BILD wird seit 2005 nur zusammen mit der B.Z. BERLIN ausgewiesen und lag im ersten Quartal 2026 bei rund 919.000 Ausgaben, was einen massiven Einbruch seit der Jahrtausendwende darstellt. Die BILD bezeichnet sich selbst als überparteilich; andere Medien, wie beispielsweise das Internetportal EUROTOPICS, bezeichnen das Blatt als politisch konservativ. Der britische GUARDIAN urteilte im Juli 2020, BILD sei von folgenden Grundsätzen durchzogen: pro-amerikanisch, pro-Nato, pro-israelisch, pro-Kapitalismus, für Sparmaßnahmen, anti-russisch und anti-chinesisch. Der frühere Chefredakteur Julian Reichelt musste 2021 nach Vorwürfen des Machtmissbrauchs und unangemessener Beziehungen zu Mitarbeiterinnen seinen Posten räumen. Der Springer-Verlag entließ ihn nach internen Untersuchungen und neuen Hinweisen endgültig. Die Berichterstattung der BILD ist seit Jahrzehnten Gegenstand zahlreicher öffentlicher Diskussionen und Kritik. Sie ist die Zeitung, die mit Abstand am häufigsten vom deutschen Presserat – der Freiwilligen Selbstkontrolle der Print- und Onlinemedien in Deutschland – gerügt wird, weil sie in ihrer Berichterstattung gegen die Bestimmungen des Pressekodex verstößt. Seit 1986 wurden über 300 Rügen ausgesprochen, die BZ auf Platz 2 hat im Vergleich unter 50 Rügen. Die Rügen betreffen oft Verstöße gegen den Opferschutz und die Wahrheitspflicht. In ihrer Geschichte musste sich die BILD bereits häufig wegen Falschinformationen und Hetzkampagnen vor Gericht verantworten. Die Website der BILD verzeichnete im April 2026 rund 208,6 Millionen Besuche (Quelle: Similarweb).
Originalartikel
Nur Bildungskriminelle sind gegen den Prien-Vorschlag
BILD
Marion Horn 06.07.2025 ·
1 Minute ·
Deutsch
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