Perspektive

zur Debatte vom 22. April 2026
Ist es richtig, dass die Bundeswehr an Schulen auftritt?
Contra

Das ist problematisch, denn der Soldatenberuf ist eben kein normaler

Die Perspektive in 30 Sekunden

Redakteurin sieht die Auftritte der Bundeswehr an Schulen kritisch. In der linken Tageszeitung TAZ warnt sie vor einer schleichenden Normalisierung des Militärs im Alltag junger Menschen. Dabei stelle man die Bundeswehr zu einseitig dar – und verschweige kritische Aspekte oder Alternativen.

Tricarico findet es problematisch, dass die Tätigkeit von Soldat:innen derzeit als „gewöhnliche Berufsoption“ dargestellt wird. Denn der Soldatenberuf ist aus ihrer Sicht kein gewöhnlicher Job. „Ob bei der Verherrlichung von Technik, von Disziplin und Ordnung tatsächlich gleichermaßen diskutiert wird, dass Tod und Überleben fundamentaler Bestandteil des Jobs sind?“, fragt Tribarico und gibt direkt die Antwort: „Vermutlich nicht.“

Junge Menschen brauchen Orientierung – diese dürfe jedoch nicht einseitig ausfallen. In den Augen der Redakteurin werden im Unterricht Alternativen wie Katastrophenschutz oder Friedensarbeit nicht ausreichend berücksichtigt. Insgesamt führt die stärkere Präsenz der Bundeswehr aus ihrer Sicht zu einem „gefährlich verengten Blick“.

Anmerkung der Redaktion

ist Redakteurin im Ressort Ausland bei der TAGESZEITUNG (TAZ) und schreibt zu Außen- und Sicherheitspolitik. Davor hat sie als Ressortleiterin Inland und als Themenchefin im Regie-Ressort gearbeitet. Als freie Autorin schreibt sie regelmäßg Beiträge für verschiedene Medien. Des Weiteren war sie als Korrespondentin für den EVANGELISCHEN PRESSEDIENST (EVG) in Brüssel tätig.

Die TAGESZEITUNG (TAZ) ist eine überregionale deutsche Tageszeitung mit Hauptsitz in Berlin. Sie wurde 1978 als alternative, selbstverwaltete Zeitung gegründet – unter anderem vom Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele. Die Zeitung hat sich besonders in ihrer Anfangszeit an Linke, Studierende, Grüne und die Hausbesetzer-Bewegung gerichtet. Erklärtes Ziel der TAZ ist es seither, eine Gegenöffentlichkeit zu schaffen. Sie gehört heute zu den zehn größten überregionalen Tageszeitungen in Deutschland, mit einer verkauften Auflage von rund 33.000 Exemplaren (3/2025, IVW). Seit Oktober 2025 erscheint die TAZ unter der Woche nur noch digital, lediglich die Wochenendausgabe wird noch gedruckt. Die Webseite der TAZ verzeichnete im März 2026 17,2 Millionen Zugriffe monatlich (Quelle: Similarweb). Das Goethe-Institut verortet die TAZ als „grün-linkes“ Blatt und betont besonders die oft sehr kritische Berichterstattung der Zeitung. Die TAZ hat sich online gegen Bezahlschranken entschieden und gibt Lesenden auf ihrer Website freiwillig die Option, zu zahlen. Außerdem bietet sie ein reguläres Abonnement mit drei unterschiedlichen Preisstufen in einem sogenannten „Soli-Preis-System“ an, bei dem Abonnent:innen selbst entscheiden können, wie viel sie zahlen. 1980 beschloss die Belegschaft der TAZ die erste Frauenquote Deutschlands (52 Prozent aller Planstellen in jedem Bereich). 2014 wurde die TAZ zu einer Entschädigungszahlung dafür verurteilt, dass sie eine Volontariatsstelle nur für Frauen ausgeschrieben hatte und männliche Bewerber damit laut Urteil diskriminierte. Die TAZ hat neben einigen journalistischen Preisen auch mehrere Rügen des Presserats erhalten. Sie wird seit 1992 genossenschaftlich herausgegeben, um unabhängig von großen Medienunternehmen zu bleiben. Jährlich findet eine Generalversammlung statt, an der jedes der zuletzt über 25.000 Mitglieder teilnehmen kann. Die Chefredaktion teilen sich , und Katrin Gottschalk.

Originalartikel
Gefährlich verengter Blick
DIE TAGESZEITUNG (TAZ)Tanja Tricarico
18.06.2023 · 2 Minuten · Deutsch
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