Perspektive

zur Debatte vom 27. Juni 2025
Muss sich der Bundestag zum CSD neutral verhalten?
Contra

Das ist verantwortungslos und bestärkt die Menschenfeinde noch

Die Perspektive in 30 Sekunden

hält es für die falsche Entscheidung, wenn sich der Bundestag beim Christopher Street Day neutral verhält. „Das ist verantwortungslos und bestärkt die Menschenfeinde noch“, findet der Politikredakteur bei der linksliberalen Tageszeitung FRANKFURTER RUNDSCHAU.

Roßbach erinnert dabei an die zunehmenden Angriffe aus der rechten Szene auf die freie Gesellschaft, unter anderem auch bei Kundgebungen für Vielfalt. Für Roßbach ist das alles Teil einer besorgniserregenden Entwicklung, die aber in Medien, Öffentlichkeit und Politik zu wenig Beachtung findet. Genau das zeigt sich laut Roßbach auch nun wieder, wenn der Bundestag der queeren Gemeinschaft und CSD-Veranstaltungen die Solidarität entzieht.

Stattdessen bräuchte es laut Roßbach verlässliche materielle Unterstützung für Aktivist:innen, die die Demokratie aktiv gegen Angriffe von rechts verteidigen, konsequente Strafverfolgung rechter Gewalt und deutliche politische Distanzierung von extrem rechten Positionen.

Anmerkung der Redaktion

arbeitet als freier Journalist für die FRANKFURTER RUNDSCHAU und ist Podcaster sowie Autor beim Blog TEXTILVERGEHEN und dem Geschichtspodcast UND NIEMALS VERGESSEN. Er hat auch Beiträge für Medien wie RASENFUNK und EINLAND verfasst. In seinem Podcast und Blog konzentriert er sich auf taktische und philosophische Perspektiven. Seine Taktikanalysen sind auf Textilvergehen zu finden, während das Archiv in Daniels früherem Blog EISERNE KETTEN, dem Zentralorgan des Eroll-Zejnullahu-Fanclubs, zu finden ist.

Die FRANKFURTER RUNDSCHAU (FR) ist eine Tageszeitung mit Sitz in Frankfurt am Main, Chefredakteurin ist Sabrina Hoffmann. Die FR erschien erstmals 1945 und sollte ein linksliberales Gegenmodell zur eher konservativ ausgerichteten Frankfurter Konkurrenz (FAZ, FNP) darstellen. Durch die Medienkrise brach das sonst auflagenstarke Blatt ab 2001 ein und musste 2012 Insolvenz anmelden. Das Goethe-Institut bemerkte 2011, das einstige „Leitmedium der linken Intellektuellen“ sei redaktionell „bis zur Bedeutungslosigkeit ausgedünnt“. Nach mehreren Übernahmen und Verkäufen in den letzten zwanzig Jahren gehört die FR seit 2018 zur Ippen-Verlagsgruppe, einem der größten Medienkonzerne in Deutschland. Zu ihm gehören etwa der MÜNCHNER MERKUR, die TZ und der WESTFÄLISCHE ANZEIGER. Der Ippen-Konzern stand 2021 in der Kritik, weil Verlagschef eine kritische Berichterstattung seines verlagseigenen Investigativ-Teams über den umstrittenen Ex-BILD-Chefredakteur verboten hatte. Im Januar 2026 machte ÜBERMEDIEN darauf aufmerksam, dass die Ippen-Medien FRANKFURTER RUNDSCHAU und der MERKUR eine Reportage des britischen GUARDIANS teils direkt übernommen hatten, vermutlich mithilfe von Künstlicher Intelligenz. Die Auflage der FRANKFURTER RUNDSCHAU wird nur zusammen mit anderen Publikationen des Ippen-Konzerns im Raum Hessen ausgegeben: Die verkaufte Auflage dieser insgesamt sechs Publikationen lag im vierten Quartal 2022 bei rund 141.000 Exemplaren. Seit dem ersten Quartal 2023 werden die Auflagenzahlen der gesamten Publikationen nicht mehr gemeldet. Website der FR wurde im März 2026 44,9 Millionen Mal aufgerufen (Quelle: Similarweb).

Originalartikel
Wo bleibt die Solidarität mit Opfern rechter Gewalt?
FRANKFURTER RUNDSCHAU (FR)Daniel Roßbach
19.06.2025 · 2 Minuten · Deutsch
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