Perspektive
zur Debatte vom 22. April 2026
Ist es richtig, dass die Bundeswehr an Schulen auftritt? Pro
Das kann dazu beitragen, die Bundeswehr wieder offener zu machen
Die Perspektive in 30 Sekunden
Der Journalist und Autor Alan Posener spricht sich für mehr Auftritte der Bundeswehr an Schulen aus – auch, um die Truppe gesellschaftlich breiter aufzustellen. In seinem Kommentar bei der Wochenzeitung DIE ZEIT verbindet er die Debatte mit der Frage, wer künftig Teil der Bundeswehr sein soll.
Für Posener ist klar: Die Bundeswehr muss offener werden, um ausreichend Personal zu gewinnen und die Gesellschaft besser abzubilden. Er plädiert dafür, auch Nichtdeutschen den Dienst zu ermöglichen – als Zeichen von Integration und Zugehörigkeit. „Will die Bundeswehr kriegstüchtig werden, sollte die Armee auch allen Nichtdeutschen offenstehen, die Deutsch sprechen können und sich zur Demokratie bekennen“, schreibt er. Auftritte an Schulen seien dafür zentral, weil die Bundeswehr junge Menschen damit direkt dort erreiche, wo sie sind. An Schulen haben „fast 40 Prozent einen Migrationshintergrund, 14 Prozent haben keinen deutschen Pass“, verdeutlicht Posener.
Gleichzeitig sieht Posener in den Offiziersbesuchen auch einen Beitrag zur politischen Bildung. Schulen sollten junge Menschen auf reale Krisen vorbereiten und ihnen ein Verständnis für Sicherheitspolitik vermitteln. Auftritte der Bundeswehr könnten ihm nach dazu beitragen, dieses Wissen greifbarer zu machen und Berührungsängste abzubauen.
Anmerkung der Redaktion
Alan Posener ist Journalist und Buchautor. Er war lange Zeit Korrespondent der WELT-Gruppe und schreibt heute als freier Autor unter anderem für den Blog STARKE MEINUNGEN, für DIE ZEIT und die JÜDISCHE ALLGEMEINE. Der studierte Germanist und Anglist war während seiner Studienzeit Funktionär der maoistischen KPD, einer kommunistischen Gruppe, die aus der 68er-Bewegung hervorgegangen ist. Posener ist für seine kontroversen Standpunkte bekannt. In seinem 2009 erschienen Buch „Benedikts Kreuzzug“ hat er zum Beispiel harsche Kritik an der katholischen Kirche geübt. Er verteidigte außerdem auch immer wieder die Kolonialzeit und plädiert, dass nichts alles falsch gewesen sei. Bis 2009 war er ständiger Autor des rechtspopulistischen Blogs ACHSE DES GUTEN, ihm ist dort allerdings gekündigt worden. Laut eigener Aussage war der Grund für seine Entlassung, dass er „die dort herrschende Ideologie der Islamophobie“ infrage gestellt hatte.
DIE ZEIT ist die größte deutsche Wochenzeitung und hat ihren Sitz in Hamburg. Sie zählt zu den deutschen Leitmedien und hat damit bedeutenden Einfluss in der Medienlandschaft. DIE ZEIT erscheint seit 1946 und wurde zunächst als rechtskonservatives Blatt ausgelegt. Erst in den 1960er Jahren wurde die Wochenzeitung als liberales Medium ausgerichtet. In gesellschaftspolitischen Fragen gilt DIE ZEIT als grundsätzlich (links-)liberal, hat allerdings auch viele Gastbeiträge aus dem gesamten Meinungsspektrum oder stellt Beiträge mit gegensätzlichen Meinungen gegenüber. Der NDR urteilt, DIE ZEIT gelte als „Blatt der Akademiker und Intellektuellen“ – und sei damit durchaus erfolgreich. Tatsächlich gehört DIE ZEIT zu den wenigen deutschsprachigen Printmedien, die seit der Digitalisierung an Auflage gewonnen haben. Zuletzt lag die verkaufte Auflage bei rund 625.000 Exemplaren (IVW Q4/2025). Die Website der ZEIT hatte im März 2026 55,5 Millionen Aufrufe (Quelle: Similarweb). 2021 veröffentlichte DIE ZEIT einen Gastbeitrag des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Darin plädierte er für eine engere Kooperation zwischen Russland und Europa, übte jedoch zugleich deutliche Kritik an NATO und Europäischer Union. Die Veröffentlichung löste eine breite Kontroverse aus; insbesondere wurde die Zeitung dafür kritisiert, dem russischen Präsidenten eine Plattform zu bieten. Die ZEIT hat mehrere Podcasts, darunter sehr erfolgreiche Reihen wie „Alles gesagt?“ und „ZEIT Verbrechen“. Chefredakteure sind Jochen Wegner und Giovanni di Lorenzo, der auch Mitherausgeber des TAGESSPIEGELS ist. Die Zeitung erscheint im Zeitverlag Gerd Bucerius GmbH & Co. KG, dessen Eigentümer zu unterschiedlichen Teilen der Holtzbrinck-Familie angehören. Die DvH Media Group, die 50 Prozent der Anteile am Zeitverlag hält, besitzt außerdem die Titel HANDELSBLATT, WIRTSCHAFTSWOCHE und den TAGESSPIEGEL.
Originalartikel
Bundeswehr an die Schulen? Ja, bitte!
DIE ZEIT
Alan Posener 20.03.2024 ·
5 Minuten ·
Deutsch
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🔓 Zum Redaktionsschluss war der Originalartikel frei verfügbar