Perspektive
zur Debatte vom 15. Mai 2026
Hat der bisherige Acht-Stunden-Tag ausgedient? Hintergrund
Debatte um Arbeitszeit: Was gilt und was sich ändern könnte
Die Perspektive in 30 Sekunden
Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften diskutieren über den Plan für ein neues Arbeitszeitgesetz. Das würde mehr Arbeitsstunden am Tag möglich machen und den bisherigen Acht-Stunden-Tag ablösen. Für den öffentlich-rechtlichen BAYERISCHEN RUNDFUNK (BR) haben die Redakteurinnen Sandra Lohse und Birgit Harprath die wichtigsten Informationen zur Debatte zusammengetragen.
Laut dem aktuellen Arbeitszeitgesetz sind demnach acht Stunden am Tag die Regel. Maximal sind zehn Stunden erlaubt, wenn die Arbeitszeit über einen längeren Zeitraum im Schnitt bei acht Stunden pro Tag bleibt. Außerdem stehen im Gesetz auch Vorgaben zu Pausen und Ruhezeiten: Zwischen zwei Arbeitseinsätzen müssen elf Stunden Zeit vergehen. In manchen Berufen gelten Sonderregelungen. Auf die Woche gerechnet sind 48 Stunden erlaubt. Die Bundesregierung will die tägliche Arbeitszeit jetzt durch eine wöchentliche Regelung ersetzen. Gleichzeitig will die Regierung die elektronische Arbeitszeiterfassung neu regeln.
Für Beschäftigte könnte ein Arbeitstag dann 13 Stunden lang werden. Allerdings gilt weiterhin die EU-Richtlinie von maximal 48 Stunden in der Woche. „Die Höchstarbeitszeit ist also auch künftig begrenzt“, machen Lohse und Harprath deutlich. Die Wirtschaft erhofft sich davon mehr Wirtschaftswachstum, Sozialverbände und Gewerkschaften warnen hingegen vor noch mehr Arbeitsbelastungen und den gesundheitlichen Folgen. Sie sehen sich dabei von Forschungsergebnissen bekräftigt.
Anmerkung der Redaktion
Birgit Harprath ist Reporterin und Moderatorin bei BR24. Dort ist sie in der Wirtschaftsredaktion. Harprath hat schon während des Studiums für den BAYRISCHEN RUNDFUNK gearbeitet. Ihre Schwerpunkte sind die Sozialpolitik, Arbeitsrecht, Arbeitsmarkt und Tarifpolitik. Sie schreibt alles rund um Krankheit im Urlaub oder wo gerade gestreikt wird. Sie hält den Kontakt zu Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden, um deren Konflikte einordnen zu können. Harprath berichtet regelmäßig aus Nürnberg über die neusten Zahlen vom Arbeitsmarkt und über all die Möglichkeiten, mit denen Arbeitslosen geholfen wird. Weiterhin kennt sie sich in der Wirtschaftswelt aus. So moderiert sie unter anderem die Wirtschaftsnachrichten auf B5 AKTUELL.
Sandra Lohse ist Journalistin und arbeitet aus München im Bereich Fernsehen, Onlinejournalismus und Social Media. Sie berichtet über gesellschaftliche, politische und ökologische Themen und veröffentlicht Beiträge unter anderem für den BAYERISCHEN RUNDFUNK (BR). In ihrer journalistischen Arbeit beschäftigt sie sich häufig mit den Themen Klimaschutz, Landwirtschaft, Umweltfragen, Jugendthemen und gesellschaftlichen Entwicklungen.
Der BAYERISCHE RUNDFUNK (BR) ist die Landesrundfunkanstalt des Freistaats Bayern mit Sitz in München und existiert seit 1949. Er ist Mitglied der ARD, zählt zu den öffentlich-rechtlichen Sendern und ist damit unter anderem verpflichtet, unabhängig vom Staat und privaten Interessengruppen zu berichten. Der BAYERISCHE RUNDFUNK unterhält neben den Kultursendern BR KLASSIK, BAYERN 1, BAYERN 2 und BAYERN 3 unter anderem den Nachrichtensender BR24 und den Jugendsender PULS. Seit dem 1. Februar 2021 ist Dr. Katja Wildermuth die Intendantin des BR. Sie übernahm den Posten von Ulrich Wilhelm. Der BAYERISCHE RUNDFUNK betreibt unter anderem die BR KULTURBÜHNE, ein digitales Angebot, das während der Corona-Pandemie ins Leben gerufen wurde. Die Idee war, Künstlerinnen und Künstlern trotz des Lockdowns eine Bühne zu geben, also Theateraufführungen, Konzerte und Lesungen auf der BR KULTURBÜHNE live zu streamen. Seither betreibt die BR KULTURBÜHNE außerdem Kultur- und Medienberichterstattung. Der BR gilt in seiner Berichterstattung als tendenziell konservativer als die anderen Landesrundfunkanstalten. Dem Sender wurde außerdem vereinzelt vorgeworfen, nicht dauerhaft politisch unabhängig zu berichten: So durfte beispielsweise der jetzige bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) 2015 in der Vorabendsendung „Dahoam is dahoam“ unwidersprochen das Parteiprogramm der CSU loben. Die Website des BR verzeichnete im April 2026 rund 24,5 Millionen Besuche (Quelle: Similarweb).
Originalartikel
Debatte um Arbeitszeit: Was gilt und was sich ändern könnte
BAYERISCHER RUNDFUNK (BR)
Birgit Harprath
Sandra Lohse 11.05.2026 ·
2 Minuten ·
Deutsch
Die Buzzard-Expert:innen haben diesen Artikel aus über 2.000 Medien für dich recherchiert und zusammengefasst, damit du in kurzer Zeit einen möglichst umfassenden Blick auf das Thema bekommst.
Mehr...
Zum Artikel
🔓 Zum Redaktionsschluss war der Originalartikel frei verfügbar