Perspektive

zur Debatte vom 26. Januar 2026
Sollte Deutschland die Fußball-WM in den USA boykottieren?
Contra

Den Forderungen liegen gleich drei Denkfehler zugrunde

Die Perspektive in 30 Sekunden

Nicht zur Weltmeisterschaft zu fahren, wäre laut „höllisch dumm“. Der Sportjournalist beschreibt für die konservative Tageszeitung DIE WELT drei Denkfehler, die einem möglichen Boykott der WM zugrunde liegen.

Erstens hält er die aktuelle Situation im historischen Vergleich nicht für kritisch genug. Als Beispiel zieht er den Boykott der Olympischen Spiele 1980 heran, dem ein Einmarsch der Sowjetarmee in Afghanistan vorausgegangen war. „Das lässt sich nicht mit Trumps Blitz-Aktion vergleichen“, schreibt Straten.

Zweitens hätte dann seiner Ansicht nach auch die WM 2018 in Russland boykottiert werden müssen, da Putin vier Jahre zuvor die Krim überfallen hatte. In Sachen Trump hält Straten Boykott-Forderungen angesichts dessen für überzogen. Denn Trump sei demokratisch gewählt worden und ein NATO-Partner.

Zudem könne man moralische Boykott-Argumente für jedes Gastgeberland finden. So fragt er sich, ob man gleich auch die WM 2030 mit boykottieren sollte, „weil beim Gastgeber Marokko massenweise Hunde und Katzen umgebracht werden?“ Gleiches könnte man auf die Bundesliga anwenden. Deswegen kommt Straten klar zu dem Schluss: „Nein, lasst uns zur WM fahren und Trump aus der Bundesliga heraushalten.“

Anmerkung der Redaktion

ist Sportjournalist und derzeit der stellvertretende Chefredakteur für Sport bei der BILD. Seit 1979 arbeitet er für die BILD-Zeitung und war vorher u.a. Sportchef der BILD Berlin und der BILD-Teamchef Nationalmannschaft. Für den Fernsehsender der BILD wurde er Moderator und gemeinsam mit Gastgeber der Erstausstrahlung der Sportsendung „Die Lage der Liga“. An der Seite von Marcel Reif trat er als einer der Moderatoren der Fußballsendung „Reif ist Live“ auf. Seine journalistische Ausbildung machte er bei der NEUEN RUHR ZEITUNG in Essen.

DIE WELT ist eine überregionale Tageszeitung mit Sitz in Berlin. Sie wurde 1946 gegründet und erschien im vierten Quartal 2025 in einer verkauften Auflage von rund 90.000 Exemplaren. Die Auflagenzahl ist damit im Vergleich zu 2024 stark eingebrochen. Gleichzeitig gehörte die Website der WELT im März 2026 mit rund 90,5 Millionen Besuchen zu den meistbesuchten Nachrichten-Websites in Deutschland. Die politische Ausrichtung der WELT gilt als bürgerlich-konservativ. In ökonomischen Fragen positioniert sich die Zeitung meist wirtschaftsliberal. Das Goethe-Institut urteilt, DIE WELT ziele in ihrer Printausgabe auf „mittelständische Unternehmer und Selbstständige, die konservative Werte schätzen“. WELT-Autor:innen bekennen sich zu den Leitlinien des Axel-Springer-Verlages, die unter anderem ein Eintreten für „die freie und soziale Marktwirtschaft“ sowie Solidarität mit den USA und Israel fordern. DIE WELT hat bereits mehrfach Rügen vom Deutschen Presserat erhalten, weil in einigen Artikeln journalistische Grundsätze verletzt wurden. Immer wieder wird außerdem Kritik laut, dass die WELT mit ihrer Berichterstattung verschwörungstheoretische oder rechtsextremistische Narrative bedient – so etwa mit klimaskeptischer Positionierung. Zwei Monate vor der Bundestagswahl 2025 veröffentlichte die WELT AM SONNTAG einen Gastartikel des US-Techmilliardärs Elon Musk, in dem dieser für die AfD warb. Das sorgte für heftige Proteste, auch innerhalb der Zeitung, bei denen es auch zu Protestkündigungen kam. Zur -Gruppe gehören außerdem der Fernsehsender WELT (früher N24) und die WELT AM SONNTAG. Sie gehören seit 2026 zur PREMIUM-GRUPPE, der auch POLITICO und BUSINESS INSIDER angehören. Ihr Chefredakteur ist , der Herausgeber . Die PREMIUM-GRUPPE gehört dem Axel-Springer-Konzern, zu dem auch Titel wie die BILD-Zeitung und die regionale B.Z. gehören.

Originalartikel
Haltet Donald Trump aus der WM raus!
DIE WELTWalter M. Straten
25.01.2026 · 2 Minuten · Deutsch
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