Perspektive
zur Debatte vom 15. April 2026
Sollte das Ehegattensplitting in seiner jetzigen Form abgeschafft werden? Contra
Den Staat geht es nichts an, wie Ehepaare ihr Leben organisieren
Die Perspektive in 30 Sekunden
Die Abschaffung des Ehegattensplittings wäre aus Sicht von Chefredakteur Horst von Buttlar ein unzulässiger Eingriff in private Lebensentscheidungen. Im Wirtschaftsmagazin WIRTSCHAFTSWOCHE (WIWO) verteidigt er die Regelung mit einem liberalen Argument: „Den Staat geht es nichts an, wie Ehepaare ihr Leben organisieren.“
Paare sollten selbst entscheiden, wie sie Arbeit und Einkommen aufteilen, findet von Buttlar. Unterschiedliche Lebensmodelle – etwa wenn ein Partner mehr arbeitet als der andere – seien Privatsache. Zudem verweist er auf den besonderen Schutz von Ehe und Familie im Grundgesetz. Das Ehegattensplitting sei daher kein überholtes Modell, sondern Ausdruck dieser staatlichen Anerkennung.
Zugleich argumentiert von Buttlar, dass die Regelung in der Bevölkerung breit akzeptiert sei. Millionen Ehepaare profitierten davon, nicht nur wohlhabende Haushalte. Eine Abschaffung würde viele stärker belasten, während die angekündigten Entlastungen vergleichsweise gering ausfielen, glaubt von Buttlar. Hinter den Reformplänen sieht er daher auch finanzpolitische Motive: Der Staat versuche so, sich zusätzliche Einnahmen zu sichern.
Anmerkung der Redaktion
Horst von Buttlar ist ein deutscher Journalist und Chefredakteur der WIRTSCHAFTSWOCHE. Von 1996 bis 2002 hat er Slawistik, Geschichte und Politologie an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, der Staatlichen Universität Sankt Petersburg und der Humboldt-Universität in Berlin studiert. Von November 2002 bis Februar 2004 hat er die Deutsche Journalistenschule in München absolviert. Ab Januar 2004 hat er als freier Mitarbeiter der FRANKFURTER RUNDSCHAU gearbeitet. Im September 2004 ist er zur FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND gegangen, wo er zunächst als Redakteur im Kommentarteam gearbeitet hat. Ab 2007 hat er das Team Agenda/Reportagen geleitet. 2009 ist er zum stellvertretenden Ressortleiter Agenda der Gruner + Jahr Wirtschaftsmedien befördert worden, zu denen auch die FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND, CAPITAL und IMPULSE gehören und 2010 zum Ressortleiter. Seit Juni 2013 ist er außerdem Chefredakteur und Geschäftsführer des Wirtschaftsmagazins CAPITAL. Seit 2007 lehrt von Buttlar als Dozent an der Henri-Nannen-Journalistenschule in Hamburg.
Die WIRTSCHAFTSWOCHE ist ein seit 1926 bestehendes überregionales Wirtschaftsmagazin mit Sitz in Düsseldorf. In ihrer Ausrichtung gilt die Wochenzeitschrift als wirtschaftsliberal. Die WIWO gehört zu den Pflichtblättern an den Börsen in Düsseldorf und Frankfurt und wird vor allem für ihre Berichterstattung mit Rankings, etwa zu Hochschulen oder Städten, beachtet. Der Vermarkter iq media zeichnet die Hauptzielgruppe der WIWO als männlich, mittelständisch und überdurchschnittlich wohlhabend. Seit 2010 veranstaltet die WIWO jährlich zusammen mit der Akademie Deutscher Weltmarktführer das Gipfeltreffen der Weltmarktführer in Schwäbisch Hall, das bundesweit größte Treffen mittelständischer Unternehmen mit globaler Spitzenstellung. Chefredakteur der Zeitschrift ist Horst von Buttlar. Die verkaufte Auflage der WIWO lag zuletzt bei rund 89.000 Exemplaren (IVW Q1/2026). Die Website der WIWO verzeichnete im März 2026 7,5 Millionen Aufrufe (Quelle: Similarweb). Die Zeitschrift wird von der Handelsblatt Media Group herausgegeben, die der DvH Medien GmbH der Familie Holtzbrinck gehört. Der DvH gehören außerdem die Titel HANDELSBLATT und TAGESSPIEGEL sowie 50 % Anteile an der ZEIT.
Originalartikel
Den Staat geht es nichts an, wie Ehepaare ihr Leben organisieren
WIRTSCHAFTSWOCHE (WIWO)
Horst von Buttlar 03.04.2026 ·
2 Minuten ·
Deutsch
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