Perspektive

zur Debatte vom 15. Mai 2026
Hat der bisherige Acht-Stunden-Tag ausgedient?
Pro

Der Acht-Stunden-Tag von früher passt nicht mehr in die heutige Zeit

Die Perspektive in 30 Sekunden

In den Augen von war der Acht-Stunden-Tag zwar einmal ein großer Fortschritt. Doch mittlerweile passt er nicht mehr in die Zeit, findet die Wirtschaftsredakteurin der überregionalen Tageszeitung SÜDDEUTSCHE ZEITUNG.

Bund verweist in diesem Zusammenhang darauf, wie sehr sich die Arbeitswelt gewandelt hat. Demnach koordinieren Beschäftigte heute internationale Teams, arbeiten projektbezogen, im Homeoffice oder hybrid. Außerdem wolle man Beruf und Familie flexibel vereinbaren. „Das deutsche Arbeitszeitgesetz tut aber noch immer so, als stünden Millionen Menschen morgens um sieben am Fließband“, so Bund.

Sie hält es deshalb für richtig, dass die Bundesregierung die tägliche Höchstarbeitszeit durch eine wöchentliche Höchstarbeitszeit ersetzen will. In Bundes Augen geht es dabei nicht um Ausbeutung, sondern um Flexibilität. Die Empörung über die Pläne kann sie daher nicht nachvollziehen.

Anmerkung der Redaktion

ist Journalistin und Redakteurin bei der SÜDDEUTSCHEN ZEITUG (SZ). Dort betreut sie die Reportageseite des Wirtschaftsteils. Sie hat zuvor 14 Jahre lang für die ZEIT gearbeitet. Ihr Buch „Glück schlägt Geld“ ist 2014 im Murmann Verlag erschienen und war für den Deutschen Wirtschaftsbuchpreis nominiert. Bund hat Kommunikationswissenschaft und Wirtschaft in Stuttgart studiert.

Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG (SZ) ist eine überregionale Tageszeitung aus München und gilt als eines der deutschen Leitmedien. Sie erscheint seit 1945 als Nachfolgerin der MÜNCHNER NEUESTEN NACHRICHTEN und ist besonders durch ihre „Seite Drei-Reportagen“ und die kritische Glosse „Streiflicht“ bekannt. Chefredakteurin ist . Mit einer verkauften Auflage von zuletzt rund 449.000 Exemplaren (IVW Q4/2025) hat sie im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht an Lesenden gewonnen. Nach der BILD ist sie in Deutschland die am zweitmeisten verkaufte Tageszeitung. Die Website der SZ wurde im März 2026 31,6 Millionen Mal aufgerufen. Die Blattlinie der Zeitung gilt als linksliberal. Zusammen mit den öffentlich-rechtlichen Sendern WDR und NDR hat die SZ einen investigativen Rechercheverband, der zahlreiche Recherchen veröffentlichte – unter anderem zu Steuerschlupflöchern oder über die Ibiza-Affäre um den damaligen FPÖ-Vorsitzenden Heinz-Christian Strache. Seit 2025 hat die SZ eine Partnerschaft mit dem US-Magazin THE ATLANTIC, bei der wöchentlich fünf Texte des Magazins im Original veröffentlicht werden. Für die Aufklärung über die sogenannten „Panama Papers“ erhielten SZ-Journalist:innen 2017 als einziges deutsches Medium einen Pulitzer-Preis für investigative Recherche. Anfang 2024 wurde berichtet, die Chefredaktion habe zur Aufdeckung möglicher Informanten Kommunikationsdaten von Redaktionsmitgliedern überprüfen lassen. Dies löste Kritik aus, unter anderem von Reporter ohne Grenzen, die einen Verstoß gegen den Quellenschutz bemängelten. Die SZ wird seit 1947 von der Süddeutschen Verlags GmbH produziert. Eine Mehrheit am Süddeutschen Verlag (81,3 Prozent) hält die Südwestdeutsche Medien Holding GmbH (SWMH). Weitere 18,8 Prozent entfallen auf die SV Friedmann Holding GmbH, die die Interessen der Münchner Verlegerfamilie Friedmann vertritt.

Originalartikel
Acht-Stunden-Tag, das war gestern
SÜDDEUTSCHE ZEITUNG (SZ)Kerstin Bund
12.05.2026 · 2 Minuten · Deutsch
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