Perspektive

zur Debatte vom 15. Mai 2026
Hat der bisherige Acht-Stunden-Tag ausgedient?
Contra

Der Angriff auf den Acht-Stunden-Tag ist ein Angriff auf die persönliche Freiheit

Die Perspektive in 30 Sekunden

setzt sich vehement dafür ein, den Acht-Stunden-Tag beizubehalten. Bei der linksliberalen Tageszeitung FRANKFURTER RUNDSCHAU (FR) wertet der Wirtschaftsredakteur die Pläne für eine Abschaffung des Acht-Stunden-Tages als einen Angriff auf die persönliche Freiheit.

Hinsberger glaubt nämlich dem Argument nicht, dass sich für Angestellte Beruf und Familie mit einer wöchentlichen Höchstarbeitszeit besser vereinbaren lassen. Denn dafür braucht es immer noch die Erlaubnis des Arbeitgebers, gibt er zu bedenken. „Und auch ein Zwölf-Stunden-Tag kann keinen Ausbau der Kitaplätze oder flächendeckende Ganztagsschulen ersetzen“, kritisiert der Redakteur.

In diesem Zusammenhang spricht sich Hinsberger entschieden gegen die Regierungspläne für eine wöchentliche Höchstarbeitszeit aus. Durch solch eine Regelung werden in seinen Augen vor allem die Betriebe gewinnen, die keine zusätzlichen Arbeitskräfte einstellen, Stoßzeiten aber trotzdem besser besetzen wollen. Als Beispiel verweist Hinsberger auf die Tourismus- und Gastrobranche, in denen ihm zufolge schon jetzt hoher Stress herrscht.

Anmerkung der Redaktion

ist Wirtschafts- und Finanzredakteur bei IPPEN.MEDIA und schreibt für die FRANKFURTER RUNDSCHAU (FR) und den MÜNCHNER MERKUR. In seinen Berichten fokussiert er auf soziale und umweltbezogene Aspekte, wie etwa die Wirtschaftspolitik der Bundesregierung. Hinsberger hat Kommunikationswissenschaften  an der Paris Lodron Universität Salzburg und Sozialwissenschaften an der Universität Koblenz-Landau studiert. Anschließend hat er ein Volontariat bei IPPEN.MEDIA absolviert.

Die FRANKFURTER RUNDSCHAU (FR) ist eine Tageszeitung mit Sitz in Frankfurt am Main, Chefredakteurin ist Sabrina Hoffmann. Die FR erschien erstmals 1945 und sollte ein linksliberales Gegenmodell zur eher konservativ ausgerichteten Frankfurter Konkurrenz (FAZ, FNP) darstellen. Durch die Medienkrise brach das sonst auflagenstarke Blatt ab 2001 ein und musste 2012 Insolvenz anmelden. Das Goethe-Institut bemerkte 2011, das einstige „Leitmedium der linken Intellektuellen“ sei redaktionell „bis zur Bedeutungslosigkeit ausgedünnt“. Nach mehreren Übernahmen und Verkäufen in den letzten zwanzig Jahren gehört die FR seit 2018 zur Ippen-Verlagsgruppe, einem der größten Medienkonzerne in Deutschland. Zu ihm gehören etwa der MÜNCHNER MERKUR, die TZ und der WESTFÄLISCHE ANZEIGER. Der Ippen-Konzern stand 2021 in der Kritik, weil Verlagschef eine kritische Berichterstattung seines verlagseigenen Investigativ-Teams über den umstrittenen Ex-BILD-Chefredakteur verboten hatte. Im Januar 2026 machte ÜBERMEDIEN darauf aufmerksam, dass die Ippen-Medien FRANKFURTER RUNDSCHAU und der MERKUR eine Reportage des britischen GUARDIANS teils direkt übernommen hatten, vermutlich mithilfe von Künstlicher Intelligenz. Die Auflage der FRANKFURTER RUNDSCHAU wird nur zusammen mit anderen Publikationen des Ippen-Konzerns im Raum Hessen ausgegeben: Die verkaufte Auflage dieser insgesamt sechs Publikationen lag im vierten Quartal 2022 bei rund 141.000 Exemplaren. Seit dem ersten Quartal 2023 werden die Auflagenzahlen der gesamten Publikationen nicht mehr gemeldet. Website der FR wurde im März 2026 44,9 Millionen Mal aufgerufen (Quelle: Similarweb).

Originalartikel
Friedrich Merz und der falsche Liberalismus
FRANKFURTER RUNDSCHAU (FR)Nils Thomas Hinsberger
01.02.2026 · 2 Minuten · Deutsch
Die Buzzard-Expert:innen haben diesen Artikel aus über 2.000 Medien für dich recherchiert und zusammengefasst, damit du in kurzer Zeit einen möglichst umfassenden Blick auf das Thema bekommst. Mehr...
Zum Artikel
🔓 Zum Redaktionsschluss war der Originalartikel frei verfügbar