Perspektive

zum Tagesthema vom 14. Mai 2025
Merz verlangt bei erster Regierungserklärung „gewaltige Kraftanstrengung“
Analyse

Der Kanzler versucht das Land zu versöhnen – das muss ihm schnell gelingen

Die Perspektive in 30 Sekunden

beobachtete bei der jüngsten Sitzung des Bundestags einen Bundeskanzler (CDU), „der sich als demütiger Diener der Allgemeinheit in Szene setzte und verbal fast alle umarmte“. Diese Kehrtwende hält der Hauptstadt-Korrespondent für clever, wie er in der tendenziell konservativen BERLINER MORGENPOST analysiert. Denn die Regierung könne sich keinen weiteren Vertrauensverlust leisten.

„Merz selbst und seine Regierung starten bei den Bürgern nicht mit einem Vertrauensvorschuss, sondern mit einem Vertrauensdefizit“, stellt Knuf klar. Nach aktuellen Umfragen würden CDU, CSU und SPD noch schlechter abschneiden als bei der Bundestagswahl im Februar. „Wenn also der Kanzler und seine Leute davon reden, dass sie bis zum Sommer die Stimmung im Land drehen wollen, dann geht es nicht nur um die Zukunft des Landes. Sondern auch um die der neuen Regierung“, so Knuf.

Der jetzige Auftritt des Bundeskanzlers sei jedoch ein Zeichen, dass Merz das verstanden hat. In diesem Zusammenhang könne man seiner Ansicht nach auch den Wechsel in der Tonart bei Merz positiv bewerten. Im Wahlkampf hatte er andere politische Akteure angegriffen – nach Knufs Empfinden teils auch sehr scharf. Jetzt sei der Kanzler gezielt freundlich gegenüber den zuvor kritisierten Politiker:innen aufgetreten. „Es war ein guter Auftakt“, bilanziert Knuf, merkt aber auch gleich an: „Jetzt muss gutes Regieren folgen.“

Anmerkung der Redaktion

ist Journalist und seit 2025 Brüssel-Korrespondent bei FUNKE. Dort beschäftigt er sich hauptsächlich mit der Europäischen Union und der NATO. Von 2023 bis 2025 war er Korrespondent für Bundespolitik bei der FUNKE Zentraldirektion in Berlin. Dort war er Experte für die Finanz-, Arbeits- und Sozialpolitik. Er schreibt unter anderem für die WESTDEUTSCHE ALLGEMEINE ZEITUNG (WAZ).  Vor seiner Beschäftigung bei FUNKE war er bundespolitischer Korrespondent für die STUTTGARTER ZEITUNG und die STUTTGARTER NACHRICHTEN. Knuf hat zuvor viele Jahre für die DuMont-Gruppe aus Brüssel und Berlin berichtet und war Wirtschaftsredakteur bei der BERLINER ZEITUNG. Er hat Sozialwissenschaft in München studiert und dort die Deutschen Journalistenschule besucht.

Die BERLINER MORGENPOST ist eine deutsche Tageszeitung aus Berlin. Sie gehört zur Funke Mediengruppe, die verkaufte Auflage lag im ersten Quartal 2026 laut IVW bei rund 30.000 Exemplaren. Leopold Ullstein gründete die Zeitung 1898 und verlegte sie, bis sie 1959 vom Axel-Springer-Verlag und 2014 schließlich von der Funke Mediengruppe gekauft wurde. Ihre überregionalen Inhalte erhält die aus der Funke-Zentralredaktion. Schwestermedien der Zeitung, die auch zu Funke gehören, sind etwa die WESTDEUTSCHE ALLGEMEINE ZEITUNG (WAZ), die WESTFÄLISCHE RUNDSCHAU und das HAMBURGER ABENDBLATT. Außerdem gehören zu Funke die Magazine BILD DER FRAU, BRIGITTE und GALA. Die politische Ausrichtung der BERLINER MORGENPOST gilt als bürgerlich-konservativ, die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG bezeichnet sie als „konservative Gegenstimme zum Tagesspiegel“ – insbesondere unter ihrer ehemaligen Chefredakteurin . Seit der überraschenden Absetzung von Richter im Jahr 2023 ist Chefredakteur. Die BERLINER MORGENPOST finanziert sich über ein Abo-Modell und Anzeigen. Der Webauftritt der Zeitung hatte im März 2026 15,9 Millionen Besuche zu verzeichnen (Quelle: Similarweb).

Originalartikel
Friedrich Merz im Bundestag: Breitbeinig war gestern
BERLINER MORGENPOSTThorsten Knuf
14.05.2025 · 1 Minute · Deutsch
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