Perspektive

zur Debatte vom 26. Juni 2025
Macht Künstliche Intelligenz unsere Bildung kaputt?
Pro

Der KI-Hype widerspricht dem Grundgedanken schulischer Bildung

Die Perspektive in 30 Sekunden

„Es ist eine bedenkliche Entwicklung“, kritisiert der Redakteur die Verwendung von KI an Schulen in der konservativen Tageszeitung NEUE ZÜRCHER ZEITUNG (NZZ). „Sie rührt an den Grundpfeilern des Gymnasiums, der Schule der Wissbegierigen, Hartnäckigen, Nachdenklichen, die einen Stoff wirklich durchdringen wollen, statt ihn nur zu konsumieren.“

Schwarzenbach nennt als Beispiel Schüler:innen, die Prüfungen beispielsweise im Fach Deutsch durch Zusammenfassungen von KI-Tools wie ChatGPT bestehen – ohne die behandelte Literatur tatsächlich zu lesen. Zwar zeigt er noch Verständnis für die Lernenden, die laut ihm versuchen, ihren stressigen Schulalltag zu erleichtern. Dafür kritisiert Schwarzenbach vor allem Lehrer:innen, die diese Methode gutheißen. „Das kommt einer Bankrotterklärung gleich, Sabotage am eigenen Fach, am Lehrerberuf und an der gymnasialen Bildung“, schimpft der Redakteur.

Schwarzenbach räumt ein, dass KI auch ihre guten Seiten im Schulunterricht haben kann. Dennoch fordert er von den Lehrer:innen ein: „Sie müssen ihre Schüler weiterhin davon überzeugen, dass es sich lohnt zu lesen, zu recherchieren, kritisch zu bleiben, anstatt sich abhängig zu machen von einer Maschine.“

Anmerkung der Redaktion

ist Journalist und Redakteur bei der konservativen NEUEN ZÜRCHER ZEITUNG. Dort begann er in der Auslandsredaktion und war dann bei NZZ CAMPUS, gefolgt von Arbeiten in der Produktionsredaktion und im Ressort Gesellschaft. Seit 2024 schreibt er für das Ressort Zürich und Region. Schwarzenbach hat Geschichte und deutsche Literatur in Freiburg im Breisgau studiert.

Die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG (NZZ) ist eine Schweizer Tageszeitung mit Hauptsitz in Zürich, die 1780 gegründet wurde. Seit 2017 richtet die NZZ ihren Fokus verstärkt auf den deutschen Markt und hat mittlerweile eine Berliner , die eine eigenständige Deutschland-Ausgabe gestaltet. Sie gilt als etabliertes Leitmedium im deutschsprachigen Raum sowie in der Schweiz. Die NZZ wird von EUROTOPICS als liberal-konservativ bezeichnet und hat nach eigener Angabe eine „freisinnig-demokratische“ Ausrichtung. Die NZZ gilt seit langem als das publizistische Sprachrohr des liberalen Bürgertums in der Schweiz und steht der Schweizer FDP politisch am nächsten. Der Medienwissenschaftler Uwe Krüger sieht sie als konservativ, liberal und bürgerlich. Seit 2015 Chefredakteur wurde, spricht unter anderem der DEUTSCHLANDFUNK von einem „Rechtsrutsch“ in der Berichterstattung. Der NDR befindet, Gujer habe die „NZZ um typisch rechtskonservative Themen und Meinungen erweitert“. Der Jurist und Medienethiker Luis Paulitsch ordnete die NZZ im Jahr 2025 den Mainstream-Medien zu, die teilweise Begriffe oder Feindbilder aus rechtsalternativen Medien aufgreifen und sich inhaltlich daran annähern. Die verkaufte Auflage der NZZ liegt laut aktuellen Zahlen (WEMF 2025) bei 53.771 Exemplaren (werktäglich). Die Zeitung erreicht eine Leserschaft von rund 236.000 Personen. Auf ihrer Webseite erreichte die NZZ im März 2026 laut Similarweb rund 15,4 Millionen Aufrufe. Die NZZ gehört der NZZ-Mediengruppe, die außer ihr weitere Schweizer Titel besitzt.

Originalartikel
Chat-GPT statt Goethe lesen: Die Begeisterung für KI rührt an den Grundpfeilern gymnasialer Bildung – das dürfen die Schulen nicht hinnehmen
NEUE ZÜRCHER ZEITUNG (NZZ)Robin Schwarzenbach
02.07.2024 · 6 Minuten · Deutsch
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