Perspektive
zur Debatte vom 04. Juni 2025
Sollten Hausbesitzer eine Pflichtversicherung gegen Klimaschäden abschließen müssen? Pro
Die Pflichtversicherung würde die Allgemeinheit entlasten
Die Perspektive in 30 Sekunden
Der Versicherungskorrespondent Herbert Fromme spricht sich in der linksliberalen SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG (SZ) für eine Versicherungspflicht von Immobilien-Eigentümern aus. Die Gegenargumente von Versicherern sind seiner Meinung nach zu schwach.
Immer mehr Katastrophenschäden treten aktuell durch den Klimawandel auf, erklärt Fromme. Gerade flussnahe Regionen seien davon verstärkt betroffen. Das Problem seien unter anderem die Kosten, die dadurch entstehen. Die müssen nämlich laut Fromme zu großen Teilen von Bund und Ländern getragen werden. Grund dafür sei, dass die meisten Haushalte keine Zusatzversicherung für Elementarschäden haben. Eine Versicherungspflicht könnte das laut ihm ändern und Bund und Länder finanziell entlasten – und damit vor allem letztendlich den Steuerzahler.
„Die meisten Versicherer lehnen eine solche Pflichtversicherung jedoch vehement ab“, berichtet Fromme. Einige Versicherer befürchten, dass sich dann keiner um notwendige Klimaschutzmaßnahmen kümmere „und mehr in Flussnähe gebaut wird“. Doch Fromme zufolge könnten Bund und Länder das Problem mit klaren Planungsregeln in den Griff bekommen. Daher findet er, dass die Bundesregierung sich nicht von den Einwänden der Versicherer beirren lassen sollte. „In anderen EU-Ländern klappt eine solche Pflichtversicherung gut“, betont der Versicherungskorrespondent.
Anmerkung der Redaktion
Herbert Fromme ist Versicherungskorrespondent für die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG und ist der Herausgeber von VERSICHERUNGSMONITOR.DE. Zuvor hatte er bereits Erfahrungen in dieser Position unter anderem bei Gruner + Jahr und für 13 Jahre bei der FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND.
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG (SZ) ist eine überregionale Tageszeitung aus München und gilt als eines der deutschen Leitmedien. Sie erscheint seit 1945 als Nachfolgerin der MÜNCHNER NEUESTEN NACHRICHTEN und ist besonders durch ihre „Seite Drei-Reportagen“ und die kritische Glosse „Streiflicht“ bekannt. Chefredakteurin ist Judith Wittwer. Mit einer verkauften Auflage von zuletzt rund 449.000 Exemplaren (IVW Q4/2025) hat sie im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht an Lesenden gewonnen. Nach der BILD ist sie in Deutschland die am zweitmeisten verkaufte Tageszeitung. Die Website der SZ wurde im März 2026 31,6 Millionen Mal aufgerufen. Die Blattlinie der Zeitung gilt als linksliberal. Zusammen mit den öffentlich-rechtlichen Sendern WDR und NDR hat die SZ einen investigativen Rechercheverband, der zahlreiche Recherchen veröffentlichte – unter anderem zu Steuerschlupflöchern oder über die Ibiza-Affäre um den damaligen FPÖ-Vorsitzenden Heinz-Christian Strache. Seit 2025 hat die SZ eine Partnerschaft mit dem US-Magazin THE ATLANTIC, bei der wöchentlich fünf Texte des Magazins im Original veröffentlicht werden. Für die Aufklärung über die sogenannten „Panama Papers“ erhielten SZ-Journalist:innen 2017 als einziges deutsches Medium einen Pulitzer-Preis für investigative Recherche. Anfang 2024 wurde berichtet, die Chefredaktion habe zur Aufdeckung möglicher Informanten Kommunikationsdaten von Redaktionsmitgliedern überprüfen lassen. Dies löste Kritik aus, unter anderem von Reporter ohne Grenzen, die einen Verstoß gegen den Quellenschutz bemängelten. Die SZ wird seit 1947 von der Süddeutschen Verlags GmbH produziert. Eine Mehrheit am Süddeutschen Verlag (81,3 Prozent) hält die Südwestdeutsche Medien Holding GmbH (SWMH). Weitere 18,8 Prozent entfallen auf die SV Friedmann Holding GmbH, die die Interessen der Münchner Verlegerfamilie Friedmann vertritt.
Originalartikel
Her mit der Pflicht für Hausbesitzer, sich gegen Fluten zu schützen
SÜDDEUTSCHE ZEITUNG (SZ)
Herbert Fromme 30.05.2025 ·
1 Minute ·
Deutsch
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