Perspektive
zur Debatte vom 07. März 2025
Hat die deutsche Politik ein Frauenproblem? Pro
Der neue Bundestag ist eine Katastrophe in Zahlen
Die Perspektive in 30 Sekunden
„Der neue Bundestag ist eine Katastrophe in Zahlen“, kritisiert N-TV-Redakteurin Vivian Micks. Frauen machen die Hälfte der Bevölkerung aus, seien aber nur mit weniger als einem Drittel im neuen Bundestag vertreten. „Dabei sind es vor allem junge Frauen gewesen, die einen Rechtsruck bei der diesjährigen Wahl verringert haben“, stellt Micks klar. Denn während Frauen vornehmlich die Linke unterstützt haben, sind die konservativen und rechten Parteien wie CDU und AfD vor allem durch Männer unterstützt worden.
Beide Parteien haben auch bei ihren Abgeordneten einen geringen Frauenteil, was sich sodann auch auf den Frauenanteil im Bundestag auswirke. Die Union sei mit 208 Sitzen stärkste Fraktion, ihr Frauenanteil liege aber nur bei „mickrigen“ 22,6. Die Partei habe ihren Frauenanteil im Vergleich zur letzten Wahl sogar noch verringert. Zweitstärkste Kraft mit 152 Sitzen sei die AfD. Obwohl die Partei mit Alice Weidel eine Kanzlerkandidatin gestellt habe, suche man weibliche AfD-Abgeordneten beinahe vergebens. Mit 11,8 Prozent sei ihr Frauenanteil von allen Parteien am niedrigsten. Mit einer größeren Kompetenz männlicher Politiker hänge das nicht zusammen: „Wer glaubt, dass jeder Mann im Bundestag durch alle Parteien hinweg es nur mit Leistung und Kompetenz dorthin geschafft hat, belügt sich selbst“, antwortet Micks dem Argument, die geringe Frauenquote sei nur Ausdruck politischer Qualifikation.
Die ungleichen Verhältnisse im Bundestag, die durch die beiden Parteien geschaffen werden, haben laut Micks zudem Auswirkungen auf politische Entscheidungen. Politische Themen wie etwa ungleiche Löhne oder das Abtreibungsrecht betreffen ihr nach vor allem die Lebenswirklichkeit von Frauen. Auch sehe die AfD die Rolle traditionell „am heimischen Herd, mit Kindern und in der Pflege der Großeltern und Nachbarn“. Und die Union habe sich gegen alles verschworen, was „woke“ sein soll: „Feminismus, Gendern, Veganismus, Klimaschutz. Man könnte auch sagen: alles, was mehrheitlich jung und weiblich ist“, so Micks.
Anmerkung der Redaktion
Vivian Micks ist Journalistin und Redakteurin im Politikressort von N-TV. Sie hat Linguistik studiert und bei dem Sender volontiert. Micks hat unter anderem auch für den SPIEGEL und den TAGESSPIEGEL geschrieben.
N-TV.de ist das Online-Portal des deutschen Fernsehsenders NTV (früher N-TV), einem von der ntv Nachrichtenfernsehen GmbH betriebenen privaten deutschen Fernsehsender mit Sitz in Köln. Er ist 1992 als erster deutscher Nachrichtensender von Peter Staisch in Berlin gegründet worden. Chefredakteur ist David Whigham. Seit 2006 gehört NTV zur Mediengruppe RTL Deutschland, die zum Großteil dem Medienkonzern Bertelsmann gehört. Die drei Hauptprogrammsäulen von NTV sind Nachrichten, Wirtschaft und Talk. Der Sender hat einen hohen Live-Anteil, aber auch Dokumentationen, Reportagen, Wissens- und Lifestylemagazine sowie Sportsendungen im Programm. Die Website von NTV hatte im März 2026 laut Similarweb 152,9 Millionen Besuche zu verzeichnen und gehört damit zu den größten Medienseiten Deutschlands. Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG skizziert NTV als „seriösen Gegenakzent“ zu den quotenstarken Unterhaltungsformaten, mit denen RTL den Markt in Deutschland beherrsche. Als privater Fernsehsender ist NTV werbefinanziert. Die linear übertragenen NTV Nachrichten waren Stand Juni 2025 mit rund 2 Millionen Views das meistgesehene private Programm.
Originalartikel
Rechtsruck senkt Frauenanteil: Der neue Bundestag ist eine Katastrophe in Zahlen
N-TV
Vivian Micks 25.02.2025 ·
3 Minuten ·
Deutsch
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