Perspektive

zur Debatte vom 09. April 2026
Sollten die Strafen für Schwarzfahren geringer ausfallen?
Contra

Der öffentliche Raum braucht Regeln

Die Perspektive in 30 Sekunden

Dass Schwarzfahren in Zukunft entkriminalisiert werden soll, hält für problematisch. Der Redakteur argumentiert in der regionalen Tageszeitung NÜRNBERGER NACHRICHTEN (NN), die Forderung wirke zwar zunächst sinnvoll, sei bei genauerem Hinsehen jedoch „kurzsichtig“.

In Baumers Augen ist Schwarzfahren kein Bagatelldelikt. Wer ohne Ticket fährt, nutze eine Leistung, ohne dafür zu bezahlen. Dass Schwarzfahren also als Straftat gilt, unterstreiche, dass es sich um „den Missbrauch eines solidarisch finanzierten Systems“ handle. Der öffentliche Nahverkehr funktioniert nur, wenn sich möglichst viele an die Regeln halten, meint Baumer. Eine Abschwächung der Strafe könne dieses Prinzip untergraben.

Auch praktisch sieht Baumer Probleme: Ohne strafrechtliche Konsequenzen würden mehr Menschen ohne Ticket fahren, glaubt der Redakteur. Verkehrsunternehmen müssten stärker kontrollieren oder Verluste durch höhere Preise ausgleichen. Am Ende würden damit diejenigen belastet, die sich korrekt verhalten. Statt einer Entkriminalisierung plädiert Baumer daher für gezielte Reformen – etwa günstigere Tickets und mehr Spielraum bei Strafen. Grundsätzlich steht für ihn aber fest: „Der öffentliche Raum braucht Regeln.“

Anmerkung der Redaktion

, geboren 1962, ist Redakteur und Blogger. Außerdem ist er Leiter der Hauptstadtredaktion der Tageszeitung NÜRNBERGER NACHRICHTEN (NN). Nach seinem Theologie-Studium hat Baumer ein Volontariat als Gerichts-Reporter bei den NN absolviert. 2000 hat er seinen Fokus auf die politische Berichterstattung gelegt und zog 2001 als Hauptstadt-Korrespondent nach Berlin. Zudem arbeitet er als Dozent zu den Themen Medienethik, Kriminalberichterstattung, Glosse und Reportage.

Die regionale Tageszeitung der NÜRNBERGER NACHRICHTEN (NN) versorgt Bayern, vor allem die Region Mittelfranken, seit 1945 mit aktuellen Informationen. Konkret werden die Regionen von Nürnberg, Fürth und Erlangen bei der Berichterstattung priorisiert. Die Lokalzeitung ist das Hauptprodukt des Verlages Nürnberger Presse (VNP) und hat im 2. Quartal 2025 rund 179.000 Exemplare verkauft (IVW). Damit verzeichnet die Zeitung einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Neben frei verfügbaren Artikeln auf der Website gibt es auch zahlreiche Artikel unter dem bezahlpflichtigem Abonnement NN+, das Interessierten ein größeres Nachrichtenspektrum bietet. Generell können sich Leser:innen die Informationen über klassische Rubriken wie Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport und Freizeit bei den NN beschaffen. Als Chefredakteur verantwortlich für die redaktionellen Inhalte ist . Bärbel Schnell, Sabine Schnell-Pleyer und Erika Gassner bilden die Geschäftsführung.

Originalartikel
Schwarzfahren nicht entkriminalisieren: Der öffentliche Raum braucht Regeln
NÜRNBERGER NACHRICHTEN (NN)Harald Baumer
07.04.2026 · 2 Minuten · Deutsch
Die Buzzard-Expert:innen haben diesen Artikel aus über 2.000 Medien für dich recherchiert und zusammengefasst, damit du in kurzer Zeit einen möglichst umfassenden Blick auf das Thema bekommst. Mehr...
Zum Artikel
🔓 Zum Redaktionsschluss war der Originalartikel frei verfügbar