Perspektive
zur Debatte vom 28. März 2024
Sollte der Ramadan in Deutschland generell mehr öffentlichen Raum bekommen? Contra
Der öffentliche Raum darf nicht für Ideologie missbraucht werden
Die Perspektive in 30 Sekunden
In der erzkatholischen Wochenzeitung DIE TAGESPOST stört sich Chef vom Dienst Sebastian Sasse schon seit Längerem, dass der öffentliche Raum seiner Ansicht nach zu einem „Bekenntnisraum“ umfunktioniert wird. Dabei verweist er etwa auf Regenbogen-Flaggen, die gehisst oder auf Pflastersteine gepinselt werden.
Dabei wird in seiner Lesart suggeriert, dass „die Parteimeinung einer ideologischen Kulturkampf-Gruppe“ als Allgemeingut angesehen wird. Nicht anders verhält es sich laut Sasse mit der Ramadan-Beleuchtung in deutschen Städten. So sei es zwar alle Anstrengung wert, den Respekt für und auch das Wissen über den Islam zu kultivieren. „Aber das funktioniert so gerade nicht“, glaubt er. Auch den Muslim:innen in Deutschland tue man damit keinen Gefallen. „Denn sie werden in Geiselhaft genommen, von Ideologen, die nicht wissen wollen, was der Islam ist, was Muslime glauben, warum sie fasten“, führt Sasse aus.
Das Ziel dieser vermeintlichen Ideologen sei vielmehr gegen die eigene kulturelle Prägung gerichtet, wobei Sasse – ohne es konkret zu nennen – wohl die christliche meint. „Hauptsache, sie wird in Frage gestellt“, mutmaßt der Redakteur und sieht daraus die Schlussfolgerung: „Knipst das Licht wieder aus.“
Anmerkung der Redaktion
Sebastian Sasse ist Journalist und der Chef vom Dienst bei der überregionalen katholischen Wochenzeitung DIE TAGESPOST. Dort ist er zuständig für das Politikressort und die Seite „Wirtschaft & Soziales“. Außerdem fungiert er als Berlin-Korrespondent und berichtet in seiner wöchentlich erscheinenden Kolumne „Sasses Woche“ über Aktuelles aus der Bundeshauptstadt. Der studierte Germanist und Historiker war vorher unter anderem für die NEUE RUHR ZEITUNG tätig.
DIE TAGESPOST ist eine katholische Wochenzeitung aus Würzburg. Sie hatte zuletzt eine Auflage von 10.454 Exemplaren im zweiten Quartal von 2025 und erscheint einmal die Woche als Printversion. Die Online-Berichterstattung ist jedoch tagesaktuell. Die Zeitung hat eine klar konservativ-katholische Linie, z. B. wird behauptet, Homosexualität werde durch Umweltfaktoren wie eine „gestörte Vater-Sohn-Beziehung“ und „Promiskuität“ hervorgerufen. Abtreibungsorganisationen aus den USA unterstellt die Zeitung eine Nähe zum Ku-Klux-Klan und nutzte die Black-Lives-Matter-Bewegung, um auf angeblich politische Abtreibungskampagnen in Afrika hinzuweisen. Des Weiteren sei auch die der französische Schriftsteller Renaud Camus, auf den die Verschwörungstheorie des „Großen Austausch“ zurückgeht, als prominenter Intellektueller bezeichnet worden sein. Jens-Christian Wagner, Historiker und Leiter der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Jens-Christian Wagner, ordnete die Tagespost 2022 als rechtskatholisch ein.
Originalartikel
Ramadan-Beleuchtung: Ideologen nehmen Muslime in Geiselhaft
DIE TAGESPOST
Sebastian Sasse 08.03.2024 ·
1 Minute ·
Deutsch
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