Perspektive

zur Debatte vom 23. September 2025
Braucht es mehr Meinungsvielfalt beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk?
Pro

Der ÖRR muss auch konservative Menschen erreichen - bevor es andere tun

Die Perspektive in 30 Sekunden

hält die Präsenz konservativer und rechter Stimmen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk (ÖRR) für notwendig. Dabei verweist der Ressortleier für Debatten bei der linksliberalen Wochenzeitung DER FREITAG auch auf ein strategisches Interesse für die demokratische Linke.

Angele findet, dass die Linke konservative und rechte Stimmen im ÖRR ertragen sollte – auch, um gegen den Rechtsruck in Deutschland zu steuern. Denn mangels eines passenden öffentlich-rechtlichen Angebots rutschen politisch rechtsgerichtete Menschen leichter in „Alternativmedien“ ab, fürchtet Angele. Dort werden Konservative – anders als beim ÖRR – heute mit offenen Armen empfangen und es werde ihnen ein Angebot gemacht, das sie brauchen. Ein Beispiel sei etwa das rechtspopulistische Online-Magazin NIUS. Diese Menschen zu erreichen, sei daher auch die demokratische Verantwortung des ÖRR, argumentiert der Debatten-Ressortleiter.

Früher habe man dies auch noch getan, erinnert sich Angele. Die Präsenz konservativer und rechter Stimmen konnte damals eine Entfremdung der Bevölkerung von ARD und ZDF bremsen. Heute sei diese Entfremdung aber weit fortgeschritten. Angele hält deshalb fest: „Wer Vertrauen in die klassischen Medien zurückholt, wirkt der gesellschaftlichen Spaltung entgegen“.

Anmerkung der Redaktion

ist ein Schweizer Journalist und Leiter des Ressorts „Debatte“ bei DER FREITAG. Beim FREITAG war er zuvor auch Kulturchef, stellvertretender Chefredakteur und Chefredakteur. Zuvor arbeitete er bei der FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG und später als Chefredakteur bei NETZEITUNG.DE. Angele ist promovierter Literaturwissenschaftler.

DER FREITAG ist eine überregionale deutsche Wochenzeitung, die nach der Wende 1990 aus dem Ost-Berliner Sonntag, der DKP-nahen „Deutschen Volkszeitung“ und der Monatszeitschrift „Die Tat“ hervorgegangen ist. Ziel der Gründer war es damals, mit ihrer Zeitung das Zusammenwachsen der beiden deutschen Staaten zu begleiten und ein Forum für die Ost-West-Debatte zu bieten. Seit 2008 gehört DER FREITAG dem SPIEGEL-Erben , Chefredakteur:innen sind Philip Grassmann und . EUROTOPICS ordnet die Wochenzeitung in ihrer Grundhaltung als linksliberal ein, auch DER FREITAG wirbt selbst damit, seine „Leserschaft mit seinen Qualitäten als linksliberale Wochenzeitung“ zu begeistern. Herausgeber Augstein sowie TAGESSPIEGEL und TAZ sprechen hingegen von einer dezidiert „linken Zeitung“. Kontrovers wurde innerhalb der und Leserschaft die Entscheidung diskutiert, 2017 den ehemaligen CDU-Abgeordneten und umstrittenen Publizisten zum Herausgeber der Zeitung zu ernennen. Das führte dazu, dass dieser die Zeitung bereits 2018 wieder verließ. Die Zeitung veranstaltet die politische Veranstaltungsreihe „Freitag-Salon“ in Kooperation mit dem öffentlich-rechtlichen Berliner Radiosender RADIOEINS, der die Diskussion mit Jakob Augstein und seinem jeweiligen Gast live im Radio überträgt. Außerdem hat der FREITAG eine Kooperation mit der britischen Tageszeitung THE GUARDIAN für den deutschsprachigen Raum. Dabei erscheinen Artikel des GUARDIAN im FREITAG in deutscher Sprache. DER FREITAG hatte laut IVW im 1. Quartal 2026 eine verkaufte Auflage von rund 28.000 Exemplaren und verzeichnet damit eine positive Entwicklung. Sein Webauftritt hatte laut Similarweb im April 2026 rund 391.300 Besuche zu verzeichnen.

Originalartikel
Julia Ruhs hatte die besten Absichten. Zeit, dass die Linke taktisch denken lernt
DER FREITAGMichael Angele
19.09.2025 · 3 Minuten · Deutsch
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