Perspektive

zur Debatte vom 15. Mai 2025
Sind Dobrindts Grenzkontrollen eine sinnvolle Maßnahme gegen illegale Migration?
Contra

Der Schaden ist viel größer als der Nutzen

Die Perspektive in 30 Sekunden

bewertet die verschärften Grenzkontrollen der neuen Bundesregierung kritisch. Für die Politikredakteurin der linksliberalen Tageszeitung FRANKFURTER RUNDSCHAU steht außer Frage, dass hier Europarecht und Grundrechte verletzt werden.

Rüssmann befürchtet, dass die Menschen willkürlich zurückgewiesen werden, wenn sie nicht über gültige Papiere verfügen. Dagegen wird es zwar erfolgreiche Klagen geben, so Rüssmann, aber solche Verfahren dauern Jahre. „Bis dahin werden Fakten jenseits von Rechtsstaat und Humanität geschaffen“, befürchtet die Redakteurin. Die Folgen der Grenzkontrollen kommen zudem auch allen anderen teuer zu stehen, so Rüssmann. Denn die Polizeikräfte, die für die Grenzkontrollen gebraucht werden, fehlen an anderer Stelle. Und auch beim Reisen werde man die Einschränkungen an den Grenzen spüren, ganz zu schweigen von den Folgen für die Wirtschaft.

Für Rüssmann gibt es keine Rechtfertigung für diese Maßnahmen – denn die Zahl der Asylanträge ist ihr zufolge bereits unter der früheren Regierung gesunken. Und eine Gefahr durch Migration existiert ihr zufolge nur in den Köpfen derer, „die der Hetze von Rechtsaußen glauben“.

Anmerkung der Redaktion

ist Redakteurin im Politik-Ressort bei der FRANKFURTER RUNDSCHAU (FR). Dort arbeitet sie bereits seit 1999 und beschäftigt sich mit den Themen Menschenrechte und Philanthropie. Nach eigener Angabe ist ihr Herzensthema die Organspende.

Die FRANKFURTER RUNDSCHAU (FR) ist eine Tageszeitung mit Sitz in Frankfurt am Main, Chefredakteurin ist Sabrina Hoffmann. Die FR erschien erstmals 1945 und sollte ein linksliberales Gegenmodell zur eher konservativ ausgerichteten Frankfurter Konkurrenz (FAZ, FNP) darstellen. Durch die Medienkrise brach das sonst auflagenstarke Blatt ab 2001 ein und musste 2012 Insolvenz anmelden. Das Goethe-Institut bemerkte 2011, das einstige „Leitmedium der linken Intellektuellen“ sei redaktionell „bis zur Bedeutungslosigkeit ausgedünnt“. Nach mehreren Übernahmen und Verkäufen in den letzten zwanzig Jahren gehört die FR seit 2018 zur Ippen-Verlagsgruppe, einem der größten Medienkonzerne in Deutschland. Zu ihm gehören etwa der MÜNCHNER MERKUR, die TZ und der WESTFÄLISCHE ANZEIGER. Der Ippen-Konzern stand 2021 in der Kritik, weil Verlagschef eine kritische Berichterstattung seines verlagseigenen Investigativ-Teams über den umstrittenen Ex-BILD-Chefredakteur verboten hatte. Im Januar 2026 machte ÜBERMEDIEN darauf aufmerksam, dass die Ippen-Medien FRANKFURTER RUNDSCHAU und der MERKUR eine Reportage des britischen GUARDIANS teils direkt übernommen hatten, vermutlich mithilfe von Künstlicher Intelligenz. Die Auflage der FRANKFURTER RUNDSCHAU wird nur zusammen mit anderen Publikationen des Ippen-Konzerns im Raum Hessen ausgegeben: Die verkaufte Auflage dieser insgesamt sechs Publikationen lag im vierten Quartal 2022 bei rund 141.000 Exemplaren. Seit dem ersten Quartal 2023 werden die Auflagenzahlen der gesamten Publikationen nicht mehr gemeldet. Website der FR wurde im März 2026 44,9 Millionen Mal aufgerufen (Quelle: Similarweb).

Originalartikel
Verschärfte Grenzkontrollen: Koalition begeht wissentlichen Rechtsbruch
FRANKFURTER RUNDSCHAU (FR)Ursula Rüssmann
08.05.2025 · 2 Minuten · Deutsch
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