Perspektive
zur Debatte vom 20. Juni 2025
Müssen wir Social Media für Jugendliche verbieten, um sie zu schützen? Pro
Der Schutz vor den Gefahren sozialer Medien darf nicht länger aufgeschoben werden
Die Perspektive in 30 Sekunden
Der Schutz vor den Gefahren sozialer Medien darf laut Kristin Haug nicht länger aufgeschoben werden. Deswegen fordert die Bildungsredakteurin beim Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche.
Fachleute aus Jugendschutz und Extremismusforschung warnen laut Haug schon lange, dass soziale Medien extremistische Sichtweisen verbreiten. Ärzte wiederum machen die sozialen Medien verantwortlich, dass die Zahl der psychisch erkrankten Kinder und Jugendlichen in den vergangenen Jahren zugenommen hat. Über die Folgen wird zwar immer wieder berichtet, so Haug. Maßnahmen sind ihr zufolge aber selten.
Haug verwendet in diesem Zusammenhang den Begriff „Brain rot“, der im Englischen eine Art geistige Fäule beschreibt, die durch übermäßigen Internetkonsum entsteht. Sie findet: „Der Bundeskanzler, die Ministerinnen und Minister, Lehrkräfte, Eltern und Kinder selbst sollten endlich aufwachen und sich dafür einsetzen, diese Gehirnfäule zu bekämpfen.“
Anmerkung der Redaktion
Kristin Haug ist Journalistin. Seit März 2020 ist die studierte Medienwissenschaftlerin für DEN SPIEGEL als Redakteurin im Ressort Deutschland/Panorama tätig. Zuvor hat sie seit 2016 im Bildungsressort des SPIEGELS als Redakteurin gearbeitet. Ab 2011 hat Haug als Freie Journalistin unter anderem für DIE ZEIT und SPIEGEL ONLINE Artikel verfasst. Journalistisch ausgebildet wurde sie an der Deutschen Journalistenschule in München. Sie hat Medienwissenschaften, Germanistik und Wirtschafts- und Sozialgeschichte in Jena und Paris studiert.
DER SPIEGEL ist ein deutsches Nachrichtenmagazin, das 1947 von Rudolf Augstein gegründet wurde. Seinen Sitz hat das Magazin seit 2011 in Hamburg, Chefredakteur ist Dirk Kurbjuweit. DER SPIEGEL ist mehrfach preisgekrönt und zählt zu den deutschsprachigen Leitmedien: Er genießt großes Vertrauen und prägt die gesellschaftliche Debatte und Öffentlichkeit. Im vierten Quartal 2025 hatte das gedruckte Wochenmagazin eine Auflage von rund 625.000 verkauften Exemplaren (IVW). Eine zentrale Rolle im Magazin nimmt bis heute der investigative Journalismus ein. 1963 führten eine solche Recherche und die sogenannte SPIEGEL-Affäre dazu, dass der damalige Verteidigungsminister Franz Josef Strauß sein Amt räumen musste. 2018 wurde bekannt, dass der langjährige Mitarbeiter Claas Relotius wesentliche Inhalte von – teils preisgekrönten – SPIEGEL-Reportagen erfunden hatte. Hiernach reichte Relotius seine Kündigung ein. Das Blatt sprach von „einem Tiefpunkt in der 70-jährigen Geschichte des SPIEGEL“. 2021 wurden in Reaktion darauf die sogenannten Spiegel-Standards für Qualitätsjournalismus erarbeitet. DER SPIEGEL wird traditionell als eher linksliberales Medium gesehen, auch in Abgrenzung zu den anderen großen deutschen Nachrichtenmagazinen, dem FOCUS und dem STERN. Bereits Gründer Rudolf Augstein verortete sein Magazin „im Zweifel links“. 1994 ging SPIEGEL ONLINE als erstes Nachrichten-Magazin weltweit online. Im April 2026 verzeichnete die Website des SPIEGELS rund 71,5 Millionen Aufrufe (Quelle: Similarweb). DER SPIEGEL wird vom Spiegel-Verlag herausgegeben. An der SPIEGEL-Gruppe ist der international extrem einflussreiche Medienkonzern Bertelsmann über eine Tochtergesellschaft mit 25,5 Prozent beteiligt. Weitere 24 Prozent der Anteile entfallen auf die Familie Augstein. Die Mehrheit von 50,5 Prozent wird von den Mitarbeiter:innen des Verlags über eine Beteiligungsgesellschaft (Mitarbeiter-KG) gehalten, die sich demokratisch organisiert und regelmäßig ihre Vertreter:innen wählt.
Originalartikel
Wir brauchen ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche
DER SPIEGEL
Kristin Haug 17.06.2025 ·
3 Minuten ·
Deutsch
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