Perspektive
zur Debatte vom 27. Juni 2025
Muss sich der Bundestag zum CSD neutral verhalten? Pro
Der Staat muss für alle gesellschaftliche Gruppen glaubwürdig bleiben
Die Perspektive in 30 Sekunden
Ulrich Reitz hat die politische Debatte um den Christopher Street Day und die Regenbogenflagge intensiv verfolgt. Für sich selbst zieht der Chefkommentator bei der Nachrichtenportal FOCUS ONLINE die Schlussfolgerung, dass sich der Staat neutral verhalten sollte.
Der aus dem Journalismus bekannte Satz des TV-Journalisten Hanns-Joachim Friedrichs – „Man macht sich nicht gemein, nicht einmal mit einer guten Sache“ – gilt Reitz zufolge auch für den Staat. Wenn der Staat offensiv eine gesellschaftspolitisch gewollte Haltung einnimmt, macht er sich laut Reitz unglaubwürdig.
„Der Staat ist aber angewiesen auf das Vertrauen möglichst aller seiner Bürger, nicht nur jener, die links ticken“, findet der Chefkommentator. Gerade weil der Staat sich neutral verhält, zeigt er seine Vielfalt, findet Reitz. Zudem steht es jedem frei, als Privatperson am Christopher Street Day teilzunehmen – nur eben ohne Freizeitausgleich.
Anmerkung der Redaktion
Ulrich Reitz ist Wirtschaftschef bei N-TV und RTL. Außerdem ist er Chefkorrespondent bei FOCUS ONLINE. Der studierte Germanist und Politikwissenschaftler hat 1985 bei der Tageszeitung DIE WELT volontiert. In seiner journalistischen Laufbahn war er unter anderem Chefredakteur beim FOCUS, bei der RHEINISCHEN POST und bei der WESTDEUTSCHEN ALLGEMEINEN ZEITUNG. Als Autor war er an dem Buch „Roman Herzog. Der neue Bundespräsident im Gespräch“ beteiligt und hat 1996 eine Biografie über Wolfgang Schäuble (CDU) veröffentlicht. Reitz schreibt hauptsächlich Analysen und Kommentare über die deutsche Politik in Berlin, aber auch über weltpolitische Belange wie den Krieg in der Ukraine und den Umgang mit China. Er moderiert darüber hinaus mit Sandra Navidi den Erfolgspodcast „Biz & Beyond“.
Der FOCUS ist ein wöchentlich erscheinendes deutsches Nachrichtenmagazin mit Sitz in Berlin. Er wurde 1993 vom Hubert Burda Verlag als Konkurrenz zum SPIEGEL gegründet, Chefredakteure sind aktuell Franziska Reich und Georg Meck. Die verkaufte Auflage des FOCUS lag laut IVW 1/2026 bei rund 222.000 Exemplaren. Das Magazin erreicht etwa 3,4 Millionen Leser:innen und gehört damit zusammen mit dem SPIEGEL und dem STERN zu den reichweitenstärksten deutschen Wochenmagazinen. Auch der Online-Auftritt des Magazins gehört zu den reichweitenstärksten in ganz Deutschland: Laut der Website Similarweb hatte FOCUS.DE im März 2026 rund 54 Millionen Aufrufe zu verzeichnen. Der FOCUS gilt dabei in seiner Ausrichtung im Vergleich zu den beiden Konkurrenzmagazinen als konservativer und richtet sich an eine jüngere und männlichere Leserschaft. Er fokussiert sich dabei besonders auf nutzerorientierte und leicht zu rezipierende Texte wie etwa Ratgeber. Das GOETHE-INSTITUT befindet, das Blatt vertrete eine wirtschaftsliberale Haltung und wende sich „mit vielen grafischen Darstellungen und farbintensiven Bildern insbesondere an Leser:innen mit weniger Zeit“. Der FOCUS online sowie der Ableger FOCUS MONEY wurden über die Jahre mehrfach vom deutschen Presserat gerügt. Das Magazin wird von der FOCUS Magazin Verlag GmbH herausgegeben, die zum Konzern Hubert Burda Media gehört, und ist damit vollständig im Besitz der Familie Burda.
Originalartikel
Grüne kämpfen für Regenbogen-Fahne - und die Union hält sich auffallend zurück
FOCUS
Ulrich Reitz 26.06.2025 ·
4 Minuten ·
Deutsch
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