Perspektive

zur Debatte vom 01. September 2021
🗳 Sollten Waffenlieferungen in Krisengebiete verboten werden?
ARGUMENTE AUS DEN MEDIEN

Mit Rüstungsexporten machen wir die Welt zu einem unsicheren Ort

Die Perspektive in 30 Sekunden

sieht einen Zusammenhang von Rüstungsexporten einerseits und Kriegen und Flüchtlingskrisen andererseits. Besonders der Nahe Osten werde durch Waffenlieferungen immer instabiler, argumentiert der Politikredakteur in der NEUEN ZÜRCHER ZEITUNG.

Wenn es dem Westen mit Frieden und Stabilität „ernst“ sei, dürfen die Kriege autoritärer Regime nicht mehr unterstützt werden, fordert von Schwerin. Wenn der Westen aufhöre, Waffen in den Nahen Osten zu liefern, werde das zwar die Konflikte nicht automatisch lösen. Es könne aber dazu beitragen, dass Krisen sich beruhigen.

Zusätzlich betrieben die Bundesregierung und andere westliche Staaten mit Waffenlieferungen eine Politik, die nicht nur den eigenen Werten, sondern auch den eigenen Interessen widerspreche. Zwar verzichten die westlichen Staaten, so von Schwerin, auf Arbeitsplätze und Steuereinnahmen, wenn Waffenexporte eingestellt werden. Doch die Kosten weiterer Kriege und daraus entstehender Flüchtlingskrisen als Folge von Rüstungsexporten seien „langfristig um ein Vielfaches höher“.

Dafür, dass die autoritären Herrscher in Riad, Ankara und Abu Dhabi von der „aggressiven“ Außenpolitik ablassen, gebe es „wenig Anzeichen“. Umso wichtiger sei es, dass die Europäer:innen und die USA aufhören, diese „militärischen Abenteuer“ mit Waffen zu versorgen.

Anmerkung der Redaktion

ist Journalist und NZZ-Korrespondent für den Nahen Osten, schreibt dabei aber aus Zürich. Davor arbeitete er drei Jahre als freier Journalist in Istanbul und berichtete über die Entwicklungen in der Türkei, im Iran und in Syrien, unter anderem für die französische Presseagentur AFP. Auch den sogenannten Arabischen Frühling hatte er als AFP-Mitarbeiter begleitet.

Die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG (NZZ) ist eine Schweizer Tageszeitung mit Hauptsitz in Zürich, die 1780 gegründet wurde. Seit 2017 richtet die NZZ ihren Fokus verstärkt auf den deutschen Markt und hat mittlerweile eine Berliner , die eine eigenständige Deutschland-Ausgabe gestaltet. Sie gilt als etabliertes Leitmedium im deutschsprachigen Raum sowie in der Schweiz. Die NZZ wird von EUROTOPICS als liberal-konservativ bezeichnet und hat nach eigener Angabe eine „freisinnig-demokratische“ Ausrichtung. Die NZZ gilt seit langem als das publizistische Sprachrohr des liberalen Bürgertums in der Schweiz und steht der Schweizer FDP politisch am nächsten. Der Medienwissenschaftler Uwe Krüger sieht sie als konservativ, liberal und bürgerlich. Seit 2015 Chefredakteur wurde, spricht unter anderem der DEUTSCHLANDFUNK von einem „Rechtsrutsch“ in der Berichterstattung. Der NDR befindet, Gujer habe die „NZZ um typisch rechtskonservative Themen und Meinungen erweitert“. Der Jurist und Medienethiker Luis Paulitsch ordnete die NZZ im Jahr 2025 den Mainstream-Medien zu, die teilweise Begriffe oder Feindbilder aus rechtsalternativen Medien aufgreifen und sich inhaltlich daran annähern. Die verkaufte Auflage der NZZ liegt laut aktuellen Zahlen (WEMF 2025) bei 53.771 Exemplaren (werktäglich). Die Zeitung erreicht eine Leserschaft von rund 236.000 Personen. Auf ihrer Webseite erreichte die NZZ im März 2026 laut Similarweb rund 15,4 Millionen Aufrufe. Die NZZ gehört der NZZ-Mediengruppe, die außer ihr weitere Schweizer Titel besitzt.

Originalartikel
Waffenembargo für Iran und die Rüstungsgeschäfte des Westens
NEUE ZÜRCHER ZEITUNG (NZZ)Ulrich von Schwerin
18.07.2020 · 2 Minuten · deutsch
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