Perspektive
zur Debatte vom 23. Februar 2022
Hat der Westen im Umgang mit Russland versagt? Contra
Der Westen spricht nicht die Sprache der Gewalt – und das ist gut so
Die Perspektive in 30 Sekunden
Markus Lippold meint: Der Westen hat im Umgang mit Russland nicht versagt, sondern Stärke bewiesen. Bei N-TV betont er, dass der Westen richtig gehandelt habe, eben weil er sich nicht auf Putins irrationale und völkerrechtswidrige Methoden einlasse. „Dem Westen Versagen vorzuwerfen bedeutet, sich auf das Recht des Stärkeren einzulassen“, sagt Lippold.
Russland allein sei schuld an der Eskalation des Ukraine-Konflikts. Die westlichen Staaten haben den diplomatischen Weg gesucht und versucht, eine militärische Auseinandersetzung abzuwenden, meint der Journalist. Putin hingegen hatte von Anfang kein Interesse an Diplomatie. Lippold schreibt: „Putin wollte diesen Krieg. Putin hat diesen Krieg begonnen.“
Der Westen müsse sich hierbei womöglich den Vorwurf gefallen lassen, Putin unterschätzt zu haben. Jedoch hätten auch alle weiteren Bemühungen des Westens, den Konfliktherd abzukühlen, nichts genützt, mein Lippold. „Hätten deutsche Waffenlieferungen an die Ukraine die russische Invasion verhindert?“, fragt er und fährt fort: „Hätte der Westen mit einer militärischen Reaktion drohen sollen? Das wäre viel zu riskant. War der Westen zu inkonsequent? Tatsächlich ist die NATO so geeint aufgetreten wie lange nicht.“
„Putin setzt auf Gewalt.“ Das habe er mit dem Einmarsch in die Ukraine bewiesen, meint Lippold. Dass der Westen sich nicht auf Putin und seine Sprache der Macht eingelassen hat, sei ein Erfolg – und kein Versagen.
Anmerkung der Redaktion
Markus Lippold ist Politik-Redakteur bei N-TV.DE. Seit 2007 arbeitet er für den Nachrichtensender, inzwischen unter anderem als Chef vom Dienst für den Newsdesk. Lippold schreibt über „Außenpolitik und Ostasien, Corona und die Grünen, über Comics und Popkultur“.
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Originalartikel
Der Westen hat nicht versagt
N-TV
Markus Lippold 22.02.2022 ·
2 Minuten ·
deutsch
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