Perspektive
zur Debatte vom 01. September 2025
Braucht Deutschland eine Debatte über eine neue Nationalhymne und Flagge? Contra
Deutschland hat ganz andere Probleme, die man lösen sollte
Die Perspektive in 30 Sekunden
Der Redakteurin im Ressort Meinungsfreiheit bei der konservativen Tageszeitung DIE WELT, Fatina Keilani, stößt die Debatte um die deutsche Nationalhymne sauer auf: „Niemand außer Bodo Ramelow will eine Debatte über die deutsche Flagge und die Nationalhymne führen, denn das Land hat andere Probleme“, stellt Keilani klar. Man verrenne sich hier nur in einer Scheindebatte – die wahren Probleme werden durch solche Vorschläge jedoch nicht angegangen.
Und davon gebe es genug, meint die Redakteurin im Ressort Meinungsfreiheit: „Die AfD ist dort besonders stark, wo der Staat seine Aufgaben nicht erfüllt“, gibt sie zu bedenken. Die Menschen fühlten sich vom Staat im Stich gelassen – ein Gefühl, das laut Keilani auch viele AfD-Wähler:innen antreibt. „Ohne die Nachlässigkeit der etablierten Parteien hätte die AfD niemals so stark werden können“, ergänzt sie.
Die Redakteurin warnt, dass linke Akteure ebenso wie Rechte die Demokratie gefährden könnten. Kritisch betrachtet sie damit unter anderem Ramelows Idee, die Nationalhymne über eine Verfassungsänderung abschaffen zu wollen.
Anmerkung der Redaktion
Fatina Keilani ist Volljuristin und Redakteurin im Ressort Meinungsfreiheit bei dem konservativen Nachrichtensender DIE WELT. Sie hat in Hamburg und Bordeaux studiert, bei der DEUTSCHEN PRESSE AGENTUR volontiert und anschließend ein Jahr lang Redakteurin bei Axel Springer. Seit 2001 schreibt sie für den TAGESSPIEGEL zumeist für den „Berlin-Teil“. Außerdem berichtet sie für die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG aus Berlin.
DIE WELT ist eine überregionale Tageszeitung mit Sitz in Berlin. Sie wurde 1946 gegründet und erschien im vierten Quartal 2025 in einer verkauften Auflage von rund 90.000 Exemplaren. Die Auflagenzahl ist damit im Vergleich zu 2024 stark eingebrochen. Gleichzeitig gehörte die Website der WELT im März 2026 mit rund 90,5 Millionen Besuchen zu den meistbesuchten Nachrichten-Websites in Deutschland. Die politische Ausrichtung der WELT gilt als bürgerlich-konservativ. In ökonomischen Fragen positioniert sich die Zeitung meist wirtschaftsliberal. Das Goethe-Institut urteilt, DIE WELT ziele in ihrer Printausgabe auf „mittelständische Unternehmer und Selbstständige, die konservative Werte schätzen“. WELT-Autor:innen bekennen sich zu den Leitlinien des Axel-Springer-Verlages, die unter anderem ein Eintreten für „die freie und soziale Marktwirtschaft“ sowie Solidarität mit den USA und Israel fordern. DIE WELT hat bereits mehrfach Rügen vom Deutschen Presserat erhalten, weil in einigen Artikeln journalistische Grundsätze verletzt wurden. Immer wieder wird außerdem Kritik laut, dass die WELT mit ihrer Berichterstattung verschwörungstheoretische oder rechtsextremistische Narrative bedient – so etwa mit klimaskeptischer Positionierung. Zwei Monate vor der Bundestagswahl 2025 veröffentlichte die WELT AM SONNTAG einen Gastartikel des US-Techmilliardärs Elon Musk, in dem dieser für die AfD warb. Das sorgte für heftige Proteste, auch innerhalb der Zeitung, bei denen es auch zu Protestkündigungen kam. Zur Welt-Gruppe gehören außerdem der Fernsehsender WELT (früher N24) und die WELT AM SONNTAG. Sie gehören seit 2026 zur PREMIUM-GRUPPE, der auch POLITICO und BUSINESS INSIDER angehören. Ihr Chefredakteur ist Helge Fuhst, der Herausgeber Ulf Poschardt. Die PREMIUM-GRUPPE gehört dem Axel-Springer-Konzern, zu dem auch Titel wie die BILD-Zeitung und die regionale B.Z. gehören.
Originalartikel
Bodo Ramelow und die Selbstauflösung Deutschlands
DIE WELT
Fatina Keilani 29.08.2025 ·
3 Minuten ·
Deutsch
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