Perspektive

zur Debatte vom 01. September 2021
🗳 Sollten Waffenlieferungen in Krisengebiete verboten werden?
ARGUMENTE AUS DEN MEDIEN

Pazifismus funktioniert heute nicht mehr

Die Perspektive in 30 Sekunden

Der Politologe kritisiert die prinzipielle Ablehnung von Waffenlieferungen entschieden. Gegenüber WELT-Politikkorrespondent bekräftigt Masala: Deutschland trage weltpolitische Verantwortung. Dazu gehöre es auch Waffenlieferungen als strategisches Mittel einzusetzen.

Für Masala werde es langsam Zeit die Politik der „Bonner Republik“ hinter sich zu lassen. Seit 30 Jahren drehe sich die außenpolitische Debatte um die gleichen Themen mit „immer wieder“ den gleichen Antworten. Die alten pazifistischen Antworten seien jedoch aus zwei Gründen nicht mehr zeitgemäß: Erstens verändere sich die um uns herum „radikal und massiv“ und es gebe immer mehr Konfliktherde in der internationalen Politik. Allein deshalb könne Deutschland sich nicht aus den Konflikten heraushalten. Und zweitens werde von Deutschland mittlerweile weltpolitische Verantwortung erwartet. Die deutsche Praxis, sich „im Schatten der Amerikaner“ dem eigenen „Wohlfühlbereich“ zuzuwenden, sei dem nicht mehr angemessen.

Masala kommentiert auch die Debatte um die Rüstungslieferungen in die Ukraine. Diese Debatte ist im Frühsommer von Grünen-Chef losgetreten worden, der Waffenlieferungen in die Ukraine forderte. Das Argument von Rüstungsgegner:innen, dass der Konflikt „nur politisch“ zu lösen sei, bezeichnet Masala als „banale Aussage“. „Natürlich“ sei ein solcher Konflikt politisch zu lösen. Jedoch verkenne eine prinzipielle Ablehnung militärischer Mittel, dass in der Ukraine „im Kern ein territorialer Konflikt“ herrsche. Und der werde nun einmal militärisch geführt.

Anmerkung der Redaktion

ist Politikwissenschaftler und Hochschullehrer. Zudem ist er Inhaber des Lehrstuhls für Internationale Politik an der Fakultät für Staats- und Sozialwissenschaften der Universität der Bundeswehr München. Masala gilt als Neorealist – Er folgt einer politikwissenschaftlichen Theorie, die annimmt, dass die internationale Politik von Sicherheitsinteressen und der Kooperationsunwilligkeit der Staaten dominiert wird. Er forscht schwerpunktmäßig in den Bereichen Außenpolitik, vergleichende Regierungslehre und Sicherheitspolitik. Masala gehört seit 2009 dem wissenschaftlichen Beirat beim Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft an. Seit 2010 gibt er gemeinsam mit die ZEITSCHRIFT FÜR INTERNATIONALE BEZIEHUNGEN heraus.

ist politischer Korrespondent bei der WELT. Er schreibt über deutsche Innen- und Außenpolitik. Jungholdt hat Rechtswissenschaften an der Universität Bochum studiert und ein Volontariat an der Axel-Springer Journalistenschule absolviert. Danach war er als freier Autor tätig, bis er 2001 Redakteur bei der BILD und der BERLINER MORGENPOST wurde. 2006 wechselte er in die Politikredaktion der WELT.

DIE WELT ist eine überregionale Tageszeitung mit Sitz in Berlin. Sie wurde 1946 gegründet und erschien im vierten Quartal 2025 in einer verkauften Auflage von rund 90.000 Exemplaren. Die Auflagenzahl ist damit im Vergleich zu 2024 stark eingebrochen. Gleichzeitig gehörte die Website der WELT im März 2026 mit rund 90,5 Millionen Besuchen zu den meistbesuchten Nachrichten-Websites in Deutschland. Die politische Ausrichtung der WELT gilt als bürgerlich-konservativ. In ökonomischen Fragen positioniert sich die Zeitung meist wirtschaftsliberal. Das Goethe-Institut urteilt, DIE WELT ziele in ihrer Printausgabe auf „mittelständische Unternehmer und Selbstständige, die konservative Werte schätzen“. WELT-Autor:innen bekennen sich zu den Leitlinien des Axel-Springer-Verlages, die unter anderem ein Eintreten für „die freie und soziale Marktwirtschaft“ sowie Solidarität mit den USA und Israel fordern. DIE WELT hat bereits mehrfach Rügen vom Deutschen Presserat erhalten, weil in einigen Artikeln journalistische Grundsätze verletzt wurden. Immer wieder wird außerdem Kritik laut, dass die WELT mit ihrer Berichterstattung verschwörungstheoretische oder rechtsextremistische Narrative bedient – so etwa mit klimaskeptischer Positionierung. Zwei Monate vor der Bundestagswahl 2025 veröffentlichte die WELT AM SONNTAG einen Gastartikel des US-Techmilliardärs Elon Musk, in dem dieser für die AfD warb. Das sorgte für heftige Proteste, auch innerhalb der Zeitung, bei denen es auch zu Protestkündigungen kam. Zur -Gruppe gehören außerdem der Fernsehsender WELT (früher N24) und die WELT AM SONNTAG. Sie gehören seit 2026 zur PREMIUM-GRUPPE, der auch POLITICO und BUSINESS INSIDER angehören. Ihr Chefredakteur ist , der Herausgeber . Die PREMIUM-GRUPPE gehört dem Axel-Springer-Konzern, zu dem auch Titel wie die BILD-Zeitung und die regionale B.Z. gehören.

Originalartikel
Waffen für die Ukraine? „Der Fall Habeck zeigt eines jetzt wieder“
DIE WELTCarlo MasalaThorsten Jungholt
27.05.2021 · 4 Minuten · deutsch
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