Perspektive
zur Debatte vom 07. Mai 2026
Sollte der Staat die Menschen vor dem Rauchen schützen? Contra
Grundlegende Freiheiten sollten nicht eingeschränkt werden
Die Perspektive in 30 Sekunden
In der US-amerikanischen Zeitschrift THE ATLANTIC spricht sich Conor Friedersdorf gegen das geplante Rauchverbot für kommende Generationen aus. Auch wenn Rauchen tödlich ist, sei das Recht zu rauchen ein grundlegender Bestandteil einer freien Gesellschaft, meint der Redakteur in der tendenziell linksliberalen Veröffentlichung.
Friedersdorf selbst könne dem Rauchen nichts abgewinnen, erklärt er. Trotzdem spricht er sich klar für das Recht auf das Rauchen aus. Der Staat solle den Menschen solche Entscheidungen nicht abnehmen, betont der Redakteur. Über den eigenen Körper zu bestimmen, ist seiner Meinung nach ein grundlegendes Menschenrecht. Solange man anderen damit nicht schade, sollte daher alles erlaubt sein – auch dann, wenn man sich selbst schade.
Hinzu kommt laut Friedersdorf, dass das Rauchverbot nur der erste Schritt sein könnte. Der Staat nehme den Menschen die Entscheidung ab, ob sie rauchen wollen oder nicht. Niemand wisse, welche Freiheit ihnen als Nächstes genommen werden könnte. Schließlich gebe es viele Verhaltensweisen, die ungesund sind und Suchtpotenzial bieten. Als Nächstes könnte die Regierung auf die Idee kommen, Alkohol, Softdrinks oder Fastfood zu verbieten – und damit die Freiheit der Menschen weiter einzuschränken, fürchtet Friedersdorf.
Anmerkung der Redaktion
Conor Friedersdorf ist Redakteur bei der US-amerikanischen Zeitschrift THE ATLANTIC, wo er hauptsächlich über die Innenpolitik der USA schreibt. Friedersdorf drückt in seinen Artikeln oft seine liberalen Ansichten aus und kritisiert unter anderem Einschränkungen der Meinungsfreiheit in Europa und den USA. Er hat einen Bachelor in Politik, Philosophie und Wirtschaft am Pomona College in Kalifornien absolviert, sowie einen Master in Journalismus an der New York University (NYU).
THE ATLANTIC ist eine 1857 gegründete US-amerikanische Zeitschrift, die ursprünglich als kulturelles Kommentarmagazin gedacht war und sich über die Jahre zu einem renommierten meinungsbildenden Blatt entwickelt hat. Die Zeitschrift hat mehr National Magazine Awards gewonnen als jede andere Monatszeitschrift in den USA. Mehrheitseigentümer des Magazins ist seit 2017 das Emerson Collective, eine Non-Profit Organisation, die sich für sozialen Wandel einsetzt. Herausgeber ist seit 2016 Jeffrey Goldberg. 2024 hat die Zeitschrift ihre Erscheinungsfrequenz von zehn auf zwölf Mal im Jahr erhöht; nach eigenen Angaben hat sie jüngst die Zahl von einer Million Abonnenten überschritten. Nach verschiedenen Schätzungen dürfte die verkaufte Print-Auflage bei circa der Hälfte dieser Zahl liegen. Kommentare und Meinungen, die über THE ATLANTIC veröffentlicht werden, vertreten meistens linksliberale Positionen.
Originalartikel
The U.K. Smoking Ban Is Illiberal
THE ATLANTIC
Conor Friedersdorf 25.04.2026 ·
6 Minuten ·
Englisch
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