Perspektive
zur Debatte vom 10. Dezember 2025
Taugt China als echtes Vorbild bei der Klimapolitik? Contra
Die aktuelle Politik des Landes könnte Fortschritte der Energiewende schnell wieder zunichte machen
Die Perspektive in 30 Sekunden
Der Reporter Matteo Civillini ist skeptisch, was den Klimaschutz in China betrifft. Jüngste Änderungen in der Wirtschaftspolitik sprechen für ihn eher gegen eine positive Entwicklung. Die eigenen Klimaziele der chinesischen Regierung geraten bereits jetzt unter Druck, wie Civillini im Onlinemagazin für Klimathemen CLIMATE HOME NEWS ausführt.
Im Juni 2024 wurde beispielsweise eine neue Regelung etabliert, die den Betreibern von Solar- und Windkraftwerken große Probleme machen. Sie hat laut dem Reporter zwar dazu geführt, dass die Ökostrompreise für Verbraucher sehr günstig geworden sind, jedoch bestehe die Gefahr, dass das Geschäft für die Betreiber kaum Gewinne abwirft und deshalb scheitert. Dem Reporter zufolge muss sich also erst zeigen, ob das chinesische Klimaschutzkonzept erfolgreich sein wird.
„Chinas rasch wachsende Kohlekraftparks verstärken die Sorgen zusätzlich“, warnt Civillini außerdem. Das Land treibt ihm zufolge den Aufbau von Kohlekraft massiv voran – im Widerspruch zu dem Versprechen von Präsident Xi Jinping, neue Kohlekraftwerke streng zu kontrollieren. Darüber hinaus gibt es im neuen Klimaplan zwar ein Reduktionsziel der Emissionen bis 2035, jedoch kein klares Anfangsniveau. Das könnte dem Reporter zufolge dazu führen, dass sie „den Höchststand weit nach oben treiben, um spätere Reduktionsziele leichter zu erreichen“.
Anmerkung der Redaktion
Matteo Civillini ist ein Reporter für CLIMATE HOME NEWS seit Februar 2023. Zuvor arbeitete er bei BBC und bei IRPIMEDIA, einer gemeinnützigen investigativen Journalismusplattform in Italien. Für NATIONAL GEOGRAPHIC oder THE OBSERVER hat er Publikationen zu Themen wie Geldwäsche durch die Mafia bis hin zu Schmuggel von Singvögeln geschrieben. Er ist mehrfach preisgekrönt, unter anderem mit dem Amnesty International Media Award 2021. Heute ist er spezialisiert auf investigativen Journalismus zu Klimafinanzierung und Kohlenstoffmärkten. Außerdem berichtet er über die Klimadiplomatie der Vereinten Nationen und den Zusammenhang zwischen Kunststoffen und fossilen Brennstoffen. An der University of London hat er Journalismus und investigativen Journalismus studiert.
CLIMATE HOME NEWS ist eine unabhängige englischsprachige Nachrichtenredaktion. 2011 sind sie aus der britischen Organisation Responding to Climate Change hervorgegangen. Sie haben sich zum Ziel gesetzt, die Öffentlichkeit zu informieren und zum Handeln in Bezug auf die Klimakrise und globale Energiewende zu inspirieren. Eigenen Angaben zufolge haben sie „eine erfolgreiche Nische geschaffen, indem wir über die internationale Politik der Klimakrise und die Energiewende berichten und eingehende Untersuchungen zu verwandten Themen durchführen“. Laut der Plattform Media Bias/Fact Check haben sie eine linke Ausrichtung, mit einer sehr hohen Faktenlage.
Originalartikel
China risks emissions rebound amid policy shifts, experts warn
CLIMATE HOME NEWS
Matteo Civillini 04.12.2025 ·
4 Minuten ·
Englisch
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