Perspektive
zur Debatte vom 11. März 2026
Sollte Europa mehr auf Atomkraft setzen und sogenannte Mini-AKW fördern? Contra
Die Atomreaktoren rechnen sich nicht
Die Perspektive in 30 Sekunden
Auf der Website der öffentlich-rechtlichen TAGESSCHAU spricht sich Helga Schmidt gegen die Pläne von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) aus. Laut der Brüssel-Korrespondentin der ARD sind Atomreaktoren aus wirtschaftlichen Gründen keine gute Idee.
„Atomkraft rechnet sich nicht“, stellt Schmidt fest. Die aktuell laufenden Kraftwerke seien von staatlichen Subventionen abhängig. Private Investoren haben daher kein Interesse an der Technologie, berichtet sie. Als Gründe nennt sie neben den hohen Kosten aber auch mögliche Sicherheitsprobleme und die ungelöste Entsorgungsfrage des nuklearen Abfalls.
Dass jetzt auf die Mini-AKWs gesetzt werden soll, hält Schmidt für einen weiteren Fehler. Auch hier betrachtet sie die Idee aus der wirtschaftlichen Perspektive privater Investoren. Einerseits seien die Reaktoren teurer als gedacht. Andererseits sei die Technologie in der westlichen Welt bisher nirgendwo im Einsatz. „Kein einziger Zulieferer weltweit kann im Moment eine Bauzeit zusagen und zu vereinbarten Kosten anbieten“, betont Schmidt. Auch deshalb gebe es bei Investoren keine Bereitschaft, so ein Investitionsrisiko einzugehen.
Anmerkung der Redaktion
Helga Schmidt ist seit 2019 Korrespondentin im ARD-Hörfunkstudio Brüssel. Schmidt begann ihre Karriere bei der RHEINISCHEN POST und arbeitet seit 1991 für den WDR. In Brüssel fokussiert sie sich auf den europäischen Perspektivwechsel, oder wie sie schreibt: „wie die Skandinavier unsere Umweltpolitik sehen und warum so viele Länder über das ganz besondere Verhältnis der Deutschen zum Auto staunen. Die Dinge mal aus der Perspektive der internationalen Kollegen betrachten – an keinem Ort ist das so gut möglich, wie in Brüssel“. Schmidt hat Geschichte, Politikwissenschaft und Philosophie in Köln und Bordeaux studiert.
Das Online-Nachrichtenportal TAGESSCHAU.DE wurde 1996 veröffentlicht und diente zunächst als begleitendes Infoportal zur gleichnamigen Nachrichtensendung und anderen Nachrichtenangeboten von ARD AKTUELL. Die TAGESSCHAU ist ein öffentlich-rechtliches Angebot der ARD und unterliegt damit den Auflagen des Rundfunkstaatsvertrags. Heute ist TAGESSCHAU.DE eine der meistaufgerufenen Informationsplattformen, zudem gibt es eine Nachrichten-App und Social-Media-Kanäle. Chefredakteur der TAGESSCHAU ist Marcus Bornheim, das Online-Angebot leitet Juliane Leopold. Gemäß Similarweb hatte die Website im März 2026 rund 83,7 Millionen Aufrufe. Im Jahr 2025 betrug die Einschaltquote bei der Hauptausgabe täglich rund 9,6 Millionen Zuschauer:innen. Damit bleibt die TAGESSCHAU die meistgesehene Nachrichtensendung Deutschlands. Seit 2017 ist über die Website auch das Onlineportal FAKTENFINDER aufrufbar, das Falschinformationen sammelt und einordnet.
Originalartikel
Mini-Atomreaktoren sind keine Lösung
TAGESSCHAU.DE
Helga Schmidt 10.03.2026 ·
3 Minuten ·
Deutsch
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