Perspektive
zur Debatte vom 31. August 2021
🗳 Sollten ab 2030 nur noch emissionsfreie Autos zugelassen werden? ARGUMENTE AUS DEN MEDIEN
Die Brennstoffzelle eines E-Autos ist das Antriebsmittel der Zukunft
Die Perspektive in 30 Sekunden
In einer Analyse auf SPIEGEL ONLINE erläutern die Journalisten Emil Nefzger und Nils-Viktor Sorge, dass der Abschied vom Verbrennungsmotor ohnehin schon feststeht. Es sei schon jetzt deutlich, dass die E-Mobilität in den nächsten Jahren Überhand nehme.
Die Brennstoffzelle eines E-Autos sei als Antriebsmittel der Zukunft nicht mehr aufzuhalten, meinen die Journalisten. Um ihr Argument zu untermauern, zitieren sie unter anderem Jens Burchardt, den Klimaexperten der Boston Consulting Group (BCG). Jens Burchardt rechne damit, „dass sich das Batterieauto unabhängig vom regulatorischen Ansatz durchsetzt“. Einschätzungen wie diese zeigten, dass Verbrennungsmotoren auch ohne Regeln für die Industrie und gezielter Förderung von E-Mobilität durch E-Autos ersetzt werden. „Ab 2027 werden Elektroautos billiger sein als Verbrenner“, prognostiziert Stef Cornelis, ein weiterer Experte, den die SPIEGEL-Journalisten zitieren. „Die Wahrscheinlichkeit, dass der nächste Neuwagen vieler Menschen ein E-Auto – oder zumindest der letzte Verbrenner – ist, steigt also“, erklären die Mobilitätsjournalisten.
Aus Sicht der SPIEGEL-Journalisten ist es daher sinnvoll, den Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor im nächsten Jahrzehnt zu fordern, da der Verbrennungsmotor ohnehin kurz vor dem Aussterben sei. Im Grunde seien es in erster Linie nur die Lobbyisten der Autoindustrie, die Verbrennungsmotoren erhalten möchten.
Anmerkung der Redaktion
Emil Nefzger arbeitet als Redakteur für die Tageszeitung ALLGÄUER ZEITUNG. Der studierte Geschichts- und Kommunikationswissenschaftler absolvierte einen Master an der Deutschen Journalistenschule. Seine journalistische Karriere begann er 2016 als Praktikant beim Münchner MERKUR. Nach einem weiteren Praktikum beim BAYERISCHEN RUNDFUNK wurde er 2018 als Redakteur beim SPIEGEL eingestellt. Diesen verließ er 2021 für die ALLGÄUGER ZEITUNG. Nach eigenen Angaben auf seinem Twitterprofil ist er „Mobilitätsfanatiker“.
Nils-Viktor Sorge ist ein deutscher Redakteur. Der studierte Politikwissenschaftler arbeitet seit 2019 als Teamleiter Mobilität im Ressort Wissenschaft von SPIEGEL ONLINE. Nachdem er die Berliner Journalistenschule absolviert hat, hat er unter anderem für das ZDF, den RBB und die DPA gearbeitet. Bis er 2018 bei SPIEGEL ONLINE angefangen hat, schrieb er als Redakteur und Reporter über Mobilität und Energie für das MANAGER MAGAZIN.
Jens Burchardt ist der globale Experte für Klimaauswirkungen bei der Boston Consulting Group und Mitbegründer des Zentrums für Klima und Nachhaltigkeit beim gleichen Unternehmen. Die Boston Consulting Group ist eine der größten Unternehmensberatungen der Welt. Burchardt hat an der privaten Wirtschaftshochschule EBS Universität für Wirtschaft und Recht studiert. Seit dem Beginn seiner professionellen Karriere ist er bei der Boston Consulting Group.
Stef Cornelis ist Direktor für Deutschland bei Transport & Environment (T&E). T&E ist ein Zusammenschluss aus 63 Umweltorganisationen aus 24 Ländern mit dem Ziel, in der EU eine umweltfreundliche Verkehrspolitik zu etablieren. Ein weiteres Ziel der Non-Profit-Organisation ist es, den Verkehr auf 100% emissionsfreie Vehikel umzustellen. T&E berät mehrere Expertenausschüsse in der Europäischen Union. Cornelis hat Geschichte und EU-Studien an der renommierten KU Leuven und der Università Roma Tre in Rom studiert.
DER SPIEGEL ist ein deutsches Nachrichtenmagazin, das 1947 von Rudolf Augstein gegründet wurde. Seinen Sitz hat das Magazin seit 2011 in Hamburg, Chefredakteur ist Dirk Kurbjuweit. DER SPIEGEL ist mehrfach preisgekrönt und zählt zu den deutschsprachigen Leitmedien: Er genießt großes Vertrauen und prägt die gesellschaftliche Debatte und Öffentlichkeit. Im vierten Quartal 2025 hatte das gedruckte Wochenmagazin eine Auflage von rund 625.000 verkauften Exemplaren (IVW). Eine zentrale Rolle im Magazin nimmt bis heute der investigative Journalismus ein. 1963 führten eine solche Recherche und die sogenannte SPIEGEL-Affäre dazu, dass der damalige Verteidigungsminister Franz Josef Strauß sein Amt räumen musste. 2018 wurde bekannt, dass der langjährige Mitarbeiter Claas Relotius wesentliche Inhalte von – teils preisgekrönten – SPIEGEL-Reportagen erfunden hatte. Hiernach reichte Relotius seine Kündigung ein. Das Blatt sprach von „einem Tiefpunkt in der 70-jährigen Geschichte des SPIEGEL“. 2021 wurden in Reaktion darauf die sogenannten Spiegel-Standards für Qualitätsjournalismus erarbeitet. DER SPIEGEL wird traditionell als eher linksliberales Medium gesehen, auch in Abgrenzung zu den anderen großen deutschen Nachrichtenmagazinen, dem FOCUS und dem STERN. Bereits Gründer Rudolf Augstein verortete sein Magazin „im Zweifel links“. 1994 ging SPIEGEL ONLINE als erstes Nachrichten-Magazin weltweit online. Im April 2026 verzeichnete die Website des SPIEGELS rund 71,5 Millionen Aufrufe (Quelle: Similarweb). DER SPIEGEL wird vom Spiegel-Verlag herausgegeben. An der SPIEGEL-Gruppe ist der international extrem einflussreiche Medienkonzern Bertelsmann über eine Tochtergesellschaft mit 25,5 Prozent beteiligt. Weitere 24 Prozent der Anteile entfallen auf die Familie Augstein. Die Mehrheit von 50,5 Prozent wird von den Mitarbeiter:innen des Verlags über eine Beteiligungsgesellschaft (Mitarbeiter-KG) gehalten, die sich demokratisch organisiert und regelmäßig ihre Vertreter:innen wählt.