Perspektive
zur Debatte vom 01. September 2021
🗳 Sollte es ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen geben? ARGUMENTE AUS DEN MEDIEN
Die deutschen Autobahnen sind keine Todeszone
Die Perspektive in 30 Sekunden
In einem Kommentar für die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) sagt Redakteur Jonas Hermann, dass die Debatte um das Tempolimit hauptsächlich ideologisch geprägt sei. Aus seiner Sicht sei das angesetzte Limit von 130km/h auf der Autobahn irrational.
Das Tempolimit ist eine Ideologie, wettert er: Die Grünen haben „ein Tempolimit zum Prestigeprojekt erklärt und liefern das zugehörige Framing gleich mit“. Damit meint er die Bezeichnung „Sicherheitstempo“, die die Partei eingeführt habe. Mit der heutigen Technik könne dieses „Sicherheitstempo“ aber bei 160 oder 180 Kilometern pro Stunde liegen, findet er. Die „magische Zahl 130“ stamme aus einer Zeit, in der Autofahren gefährlicher war als heute. Diese Zahl sei heute nicht mehr zeitgemäß, „weil sie die technische Entwicklung ignoriert“. Es sei unseriös, „die deutschen Autobahnen als Todeszone darzustellen“.
Anmerkung der Redaktion
Jonas Hermann ist Journalist und Tagesleiter bzw. Chef vom Dienst (CvD) bei der Schweizer Tageszeitung NEUE ZÜRCHER ZEITUNG in Deutschland. Von 2021 bis 2024 war er geschäftsführender Redakteur der NZZ in Deutschland und zuvor Redakteur in deren Berliner Büro. Der studierte Philosoph und Ethnologe hat zuvor unter anderem als freier Mitarbeiter für die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG und die WELT gearbeitet. Von 2015 bis 2017 hat er ein Volontariat im Medienhaus VRM absolviert.
Die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG (NZZ) ist eine Schweizer Tageszeitung mit Hauptsitz in Zürich, die 1780 gegründet wurde. Seit 2017 richtet die NZZ ihren Fokus verstärkt auf den deutschen Markt und hat mittlerweile eine Berliner Redaktion, die eine eigenständige Deutschland-Ausgabe gestaltet. Sie gilt als etabliertes Leitmedium im deutschsprachigen Raum sowie in der Schweiz. Die NZZ wird von EUROTOPICS als liberal-konservativ bezeichnet und hat nach eigener Angabe eine „freisinnig-demokratische“ Ausrichtung. Die NZZ gilt seit langem als das publizistische Sprachrohr des liberalen Bürgertums in der Schweiz und steht der Schweizer FDP politisch am nächsten. Der Medienwissenschaftler Uwe Krüger sieht sie als konservativ, liberal und bürgerlich. Seit Eric Gujer 2015 Chefredakteur wurde, spricht unter anderem der DEUTSCHLANDFUNK von einem „Rechtsrutsch“ in der Berichterstattung. Der NDR befindet, Gujer habe die „NZZ um typisch rechtskonservative Themen und Meinungen erweitert“. Der Jurist und Medienethiker Luis Paulitsch ordnete die NZZ im Jahr 2025 den Mainstream-Medien zu, die teilweise Begriffe oder Feindbilder aus rechtsalternativen Medien aufgreifen und sich inhaltlich daran annähern. Die verkaufte Auflage der NZZ liegt laut aktuellen Zahlen (WEMF 2025) bei 53.771 Exemplaren (werktäglich). Die Zeitung erreicht eine Leserschaft von rund 236.000 Personen. Auf ihrer Webseite erreichte die NZZ im März 2026 laut Similarweb rund 15,4 Millionen Aufrufe. Die NZZ gehört der NZZ-Mediengruppe, die außer ihr weitere Schweizer Titel besitzt.
Originalartikel
Die Debatte um Tempobeschränkungen ist irrational
NEUE ZÜRCHER ZEITUNG (NZZ)
Jonas Hermann 08.07.2021 ·
3 Minuten ·
deutsch
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