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Die deutschen Autobahnen sind keine Todeszone

Die Debatte um Tempobeschränkungen ist irrational
08.07.2021 3 Minuten deutsch
NEUE ZÜRCHER ZEITUNG (NZZ) Jonas Hermann
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DIE PERSPEKTIVE IN 30 SEKUNDEN

In einem Kommentar für die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) sagt Redakteur Jonas Hermann, dass die Debatte um das Tempolimit hauptsächlich ideologisch geprägt sei. Aus seiner Sicht sei das angesetzte Limit von 130km/h auf der Autobahn irrational.

Das Tempolimit ist eine Ideologie, wettert er: Die Grünen haben „ein Tempolimit zum Prestigeprojekt erklärt und liefern das zugehörige Framing gleich mit“. Damit meint er die Bezeichnung „Sicherheitstempo“, die die Partei eingeführt habe. Mit der heutigen Technik könne dieses „Sicherheitstempo“ aber bei 160 oder 180 Kilometern pro Stunde liegen, findet er. Die „magische Zahl 130“ stamme aus einer Zeit, in der Autofahren gefährlicher war als heute. Diese Zahl sei heute nicht mehr zeitgemäß, „weil sie die technische Entwicklung ignoriert“. Es sei unseriös, „die deutschen Autobahnen als Todeszone darzustellen“.

ANMERKUNG DER REDAKTION

Jonas Hermann ist seit 2017 Redakteur im Berliner Büro der Schweizer Tageszeitung NEUE ZÜRCHER ZEITUNG. Nach einem Studium der Philosophie und Ethnologie an den Universitäten Heidelberg und Lund hat er als freier Mitarbeiter für die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG und die WELT gearbeitet. Von 2015 bis 2017 hat er ein Volontariat im Medienhaus VRM absolviert.

Die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG (NZZ) ist 1780 gegründet worden und gilt als Leitmedium im deutschsprachigen Raum sowie als wichtigste überregionale Tageszeitung der Schweiz. Die NZZ wird von EUROTOPICS als liberal-konservativ bezeichnet und hat nach eigener Angabe eine „freisinnig-demokratische“ Ausrichtung. Der NDR schreibt, die NZZ sei gekennzeichnet von einer „urliberalen Haltung, Weltoffenheit und einem nüchternen Ton“; der Medienwissenschaftler Uwe Krüger sieht sie als konservativ, liberal und bürgerlich. Seit Eric Gujer 2015 Chefredakteur wurde, spricht etwa der DEUTSCHLANDFUNK von einem „Rechtsrutsch“ in der Berichterstattung. Der NDR befindet, Gujer habe die „NZZ um typisch rechtskonservative Themen und Meinungen erweitert“. Hierbei wird auch auf die gesonderte Rolle der Berlin-Redaktion der Zeitung verweisen, etwa von der ZEIT, die diese als treibende Kraft hinter einer Orientierung nach rechts sieht.

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