Perspektive
zur Debatte vom 22. Mai 2026
Sollte Deutschland seine Klimaziele entschiedener vorantreiben? Contra
Die ehrgeizigen Klimaziele kann sich Deutschland nicht mehr leisten
Die Perspektive in 30 Sekunden
Für Cornelius Welp ist es in Ordnung, wenn Deutschland bei den Klimazielen etwas nachlässt. Denn den bisherigen ehrgeizigen Klimaschutz kann sich das Land nicht mehr leisten, findet der Wirtschaftsredakteur bei der überregionalen, liberalkonservativen Schweizer Tageszeitung NEUE ZÜRCHER ZEITUNG (NZZ).
Deutschland will demnach bis 2045 klimaneutral werden – und damit fünf Jahre früher als die EU. Doch für Welp hat sich längst gezeigt, dass der Weg dorthin viel komplizierter und teurer ist als angenommen. Für den Wirtschaftsredakteur gibt es deshalb jetzt zwei Optionen: So kann man den Einsatz deutlich erhöhen und gegen alle Widerstände durchpeitschen. „Oder das Ziel moderat anpassen, ohne es komplett aufzugeben.“
In Welps Augen ist der zweite Weg fast immer die bessere Alternative. Denn Nachbesserungen beim Klimaschutz kosten wieder viel Geld. Auch er findet den Klimaschutz wichtig. Aber der Staat muss ihm zufolge ebenso dafür sorgen, dass die Menschen nicht zu sehr belastet werden. Die Mehrheit der Bevölkerung ist laut Welp mittlerweile ebenso dafür, die Klimaziele zu verschieben. Das sollte der Regierung ein klares Signal sein, findet der Wirtschaftsredakteur.
Anmerkung der Redaktion
Cornelius Welp ist Wirtschaftsredakteur für die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG (NZZ). Zuvor hat er drei Jahre lang als Sonderkorrespondent für die WELT gearbeitet. Seine journalistische Karriere hat bei der WIRTSCHAFTSWOCHE begonnen. Dort hat er über 22 Jahre gearbeitet – erst als Redakteur und später als Ressortleiter. Welp hat Rechtswissenschaften an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz studiert.
Die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG (NZZ) ist eine Schweizer Tageszeitung mit Hauptsitz in Zürich, die 1780 gegründet wurde. Seit 2017 richtet die NZZ ihren Fokus verstärkt auf den deutschen Markt und hat mittlerweile eine Berliner Redaktion, die eine eigenständige Deutschland-Ausgabe gestaltet. Sie gilt als etabliertes Leitmedium im deutschsprachigen Raum sowie in der Schweiz. Die NZZ wird von EUROTOPICS als liberal-konservativ bezeichnet und hat nach eigener Angabe eine „freisinnig-demokratische“ Ausrichtung. Die NZZ gilt seit langem als das publizistische Sprachrohr des liberalen Bürgertums in der Schweiz und steht der Schweizer FDP politisch am nächsten. Der Medienwissenschaftler Uwe Krüger sieht sie als konservativ, liberal und bürgerlich. Seit Eric Gujer 2015 Chefredakteur wurde, spricht unter anderem der DEUTSCHLANDFUNK von einem „Rechtsrutsch“ in der Berichterstattung. Der NDR befindet, Gujer habe die „NZZ um typisch rechtskonservative Themen und Meinungen erweitert“. Der Jurist und Medienethiker Luis Paulitsch ordnete die NZZ im Jahr 2025 den Mainstream-Medien zu, die teilweise Begriffe oder Feindbilder aus rechtsalternativen Medien aufgreifen und sich inhaltlich daran annähern. Die verkaufte Auflage der NZZ liegt laut aktuellen Zahlen (WEMF 2025) bei 53.771 Exemplaren (werktäglich). Die Zeitung erreicht eine Leserschaft von rund 236.000 Personen. Auf ihrer Webseite erreichte die NZZ im März 2026 laut Similarweb rund 15,4 Millionen Aufrufe. Die NZZ gehört der NZZ-Mediengruppe, die außer ihr weitere Schweizer Titel besitzt.
Originalartikel
Eine Abschwächung des deutschen Klimaziels darf kein Tabu mehr sein
NEUE ZÜRCHER ZEITUNG (NZZ)
Cornelius Welp 20.05.2026 ·
3 Minuten ·
Deutsch
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