Perspektive

zur Debatte vom 01. September 2021
🗳 Sollte das Rentenalter erhöht werden?
ARGUMENTE AUS DEN MEDIEN

Statt später Rente sollten wir lieber mehr in die Rentenkasse einzahlen

Die Perspektive in 30 Sekunden

Politologe findet, dass es bessere Alternativen gibt, als das Rentenalter kontinuierlich zu erhöhen. Warum, erklärt er in einem Kommentar in der TAZ.

Die Erhöhung des Rentenalters sei nicht die einzige Möglichkeit, das deutsche Rentensystem langfristig zu finanzieren. Ein längeres Lebensalter verlängere schließlich nicht automatisch die Fähigkeit, länger zu arbeiten, so Hinck. Irgendwann sei eine körperliche Grenze erreicht. Die liege weit vor dem 70. Lebensjahr.

Aus Sicht des Politologen ist es daher sinnvoller, stattdessen den Rentenbeitrag zu erhöhen. Das ist der Beitrag, den man als Erwerbstätiger in die Rentenversicherung einzahlt. Dieser Beitrag ist aus politischen Gründen zurzeit gedeckelt. Dabei sei es besser „während des Arbeitslebens mehr in die Rente einzuzahlen, als sich im Alter bis zur Ziellinie zu schleppen“.

Anmerkung der Redaktion

ist Politikwissenschaftler und Journalist. Er ist für verschiedene Tageszeitungen als Redakteur vor allem für innenpolitische Themen tätig gewesen und arbeitet jetzt als freier Autor in Berlin. Er schreibt unter anderem für die TAZ. Er ist zudem Autor mehrerer Bücher, unter anderem „Wir waren wie Maschinen. Die bundesdeutsche Linke der Siebziger Jahre“ (2012) und „Eliten in Ostdeutschland“ (2007).

Die TAGESZEITUNG (TAZ) ist eine überregionale deutsche Tageszeitung mit Hauptsitz in Berlin. Sie wurde 1978 als alternative, selbstverwaltete Zeitung gegründet – unter anderem vom Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele. Die Zeitung hat sich besonders in ihrer Anfangszeit an Linke, Studierende, Grüne und die Hausbesetzer-Bewegung gerichtet. Erklärtes Ziel der TAZ ist es seither, eine Gegenöffentlichkeit zu schaffen. Sie gehört heute zu den zehn größten überregionalen Tageszeitungen in Deutschland, mit einer verkauften Auflage von rund 33.000 Exemplaren (3/2025, IVW). Seit Oktober 2025 erscheint die TAZ unter der Woche nur noch digital, lediglich die Wochenendausgabe wird noch gedruckt. Die Webseite der TAZ verzeichnete im März 2026 17,2 Millionen Zugriffe monatlich (Quelle: Similarweb). Das Goethe-Institut verortet die TAZ als „grün-linkes“ Blatt und betont besonders die oft sehr kritische Berichterstattung der Zeitung. Die TAZ hat sich online gegen Bezahlschranken entschieden und gibt Lesenden auf ihrer Website freiwillig die Option, zu zahlen. Außerdem bietet sie ein reguläres Abonnement mit drei unterschiedlichen Preisstufen in einem sogenannten „Soli-Preis-System“ an, bei dem Abonnent:innen selbst entscheiden können, wie viel sie zahlen. 1980 beschloss die Belegschaft der TAZ die erste Frauenquote Deutschlands (52 Prozent aller Planstellen in jedem Bereich). 2014 wurde die TAZ zu einer Entschädigungszahlung dafür verurteilt, dass sie eine Volontariatsstelle nur für Frauen ausgeschrieben hatte und männliche Bewerber damit laut Urteil diskriminierte. Die TAZ hat neben einigen journalistischen Preisen auch mehrere Rügen des Presserats erhalten. Sie wird seit 1992 genossenschaftlich herausgegeben, um unabhängig von großen Medienunternehmen zu bleiben. Jährlich findet eine Generalversammlung statt, an der jedes der zuletzt über 25.000 Mitglieder teilnehmen kann. Die Chefredaktion teilen sich , und Katrin Gottschalk.

Originalartikel
Verkappte Rentenkürzung
DIE TAGESZEITUNG (TAZ)Gunnar Hinck
05.01.2021 · 1 Minute · deutsch
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